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Alkohol - eine Kulturfrage?

Wellnes, Tipps, Kulinarisches, Ratgeber und ...

Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon virginia am Freitag 4. Juli 2008, 10:27

Ist der Genuss von Alkohol tatsächlich harmlos? Gehört er zum "Kulturgut"?
Welchen Einfluss hat er auf die "Volksgesundheit"?

eine kleine Auflistung der Nebenwirkungen:

Klassifikation der alkoholverursachten Störungen nach ICD-9 (Quelle: „Diagnoseschlüssel ICD-9“, BMAGS, 1998)

Die gegenwärtig in Österreich zur Spitalsentlassungsdiagnose vorgeschriebene ICD-9 (BMAGS-Version) unterscheidet bei Störungen durch Alkohol vier Kategorien:

· Alkoholabhängigkeitssyndrom (303)
· Alkoholmissbrauch (305.0)
· Alkoholpsychosen (291)
· Erkrankungen, an deren Entstehung Alkohol ursächlich beteiligt ist

Das Alkoholabhängigkeitssyndrom wird dabei noch unterteilt nach
· Alkoholrausch bei Alkoholikern (303.0)
· chronischer Alkoholismus (303.1)

Alkoholpsychosen werden noch differenziert nach
· Delirium Tremens (291.0)
· alkoholisches Korsakow-Syndrom (291.1)
· andere Alkoholdemenz (291.2)
· Alkoholhalluzinose (291.3)
· pathologischer Rausch (291.4)
· alkoholischer Eifersuchtswahn (291.5)
· andere Alkoholpsychosen (291.8)
· nicht näher bezeichnete Alkoholpsychosen (291.9)

Wichtige Erkrankungen, an deren Entstehung Alkohol ursächlich beteiligt ist, sind:
· alkoholische Gastritis (535.3)
· alkoholische Fettleber (571.0)
· akute alkoholische Hepatitis (Fettleberhepatitis, 571.1)
· alkoholische Leberzirrhose (Laennec, 571.2)
· alkoholischer Leberschaden, NNB (571.3)
· alkoholische Polyneuritis (357.5)
· alkoholische Kardiomyopathie (425.5)
· toxische Wirkung durch Alkohol (980)

Quelle: http://www.api.or.at/akis/download/01_1hbao.pdf
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon calimero am Freitag 4. Juli 2008, 10:32

Naja, die Dosis macht es.

Schon im Altertum war es üblich, sogar Kindern (!) mit Wasser verdünnten Wein zu geben. Alkoholabhängig oder gar total blöd sind sicher viele nicht geworden.
Ok, Alkohol bei Kindern ist tabu.
Aber gegen ein Glas Bier zum Essen oder ein Glas Wein wird sicher niemand was einzuwenden haben. Soooo verteufelt muss Wein oder Bier oder Most auch wieder nicht werden, denn soooo ungesund ist ein Glas nicht. Im Gegenteil.

Wie gesagt, die Dosis macht es.
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon virginia am Freitag 4. Juli 2008, 10:38

Es gibt 5 Klassifikationen für Menschen mit Alkoholproblemen: der Alpha- und Beta-Typus sind Vorstufen der Alkoholkrankheit, Gamma-, Delta- und Epsilon-Trinker werden als alkoholkrank eingestuft.

Alpha-Typ:
sind „Problemtrinker“, „Erleichterungstrinker“, und „Konflikttrinker“. Sie sind von der Alkoholwirkung psychisch abhängig. Sie trinken, um Belastungen leichter zu ertragen. Das Trinken ist zwar undiszipliniert, aber sie haben Fähigkeit zur Abstinenz, es gibt keinen Kontrollverlust beim Trinken und keine Zeichen körperlicher Abhängigkeit.

Beta-Typ:
Ist ein Gelegenheitstrinker, weder psychisch noch körperlich abhängig, bei denen sich aber ernste gesundheitliche Folgen des Alkoholkonsums, wie Polyneuropathie, Gastritis, Leberzirrhose etc. abzeichnen.

Gamma-Typ
wird als „süchtiger Trinker“ oder „Rauschtrinker“ eingestuft, da dieser Typus im Tagesverlauf unregelmäßig trinkt und sich Phasen der starken Berauschung mit relativ unauffälligen Phasen abwechseln. Sie haben eine erhöhte Alkoholtoleranz, die
psychische Abhängigkeit ist stärker ausgeprägt als die ebenfalls vorhandene körperliche Abhängigkeit. Sie können nicht mehr aufhören zu trinken, obwohl sie subjektiv das Gefühl haben, genug zu haben = Kontrollverlust. Sie können phasenweise abstinent bleiben, es kommt beim Trinken allerdings zum Kontrollverlust.

Delta-Typ
Die „Spiegeltrinker“ oder „Gewohnheitstrinker“ . Die Vertreter dieses Typus müssen täglich und regelmäßig trinken und zeigen keine Rauschsymptome. sie haben eine erhöhte Alkoholtoleranz, die körperliche Abhängigkeit ist stärker ausgeprägt als die ebenfalls vorhandene psychische Abhängigkeit, und es kommt beim Trinken zwar nicht zum Kontrollverlust, aber sie haben eine „Unfähigkeit zur Abstinenz“, da sie sonst unter Entzugserscheinungen zu leiden hätten.

Epsilon-Typ
Dieser Typus wird auch als „Quartalsäufer“ eingestuft. Er ist oft monatelang abstinent und hat dann kurze Phasen exzessiven Alkoholkonsums. ·Die psychische Abhängigkeit ist wesentlich stärker ausgeprägt als die körperliche.
Typisch sind in den Trinkphasen „Kontrollverluste“, es besteht aber die Fähigkeit zur Abstinenz

Quelle: http://www.api.or.at/akis/download/01_1hbao.pdf
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon virginia am Freitag 4. Juli 2008, 10:44

calimero hat geschrieben:Wie gesagt, die Dosis macht es.


Nicht nur die Dosis allein, auch die Gewohnheit. Und vor allem, aus welchem Grund jemand trinkt. Trinkt jemand, um "zu entspannen und Stress abzubauen", wird es fatal.

Als Genussmittel ist es sicherlich kein Problem. Aber Regelmäßigkeit und der Grund, warum jemand Alkohol "braucht", schafft das Problem.
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon OHB am Freitag 4. Juli 2008, 10:54

alles ist droge
es kommt immer auf die dosis an
die meisten der hochintelligenz
kiffen - schnupfen - spritzen - saufen
die dosis entscheidet wie das weitere leben verlauft
:geeka: :geeka: :geeka:
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon virginia am Freitag 4. Juli 2008, 11:18

OHB hat geschrieben:alles ist droge
es kommt immer auf die dosis an
die meisten der hochintelligenz
kiffen - schnupfen - spritzen - saufen
die dosis entscheidet wie das weitere leben verlauft
:geeka: :geeka: :geeka:



Drogenmissbrauch steht meist in engem Zusammenhang mit psychischen Faktoren. Der Frage nämlich: Was bekommt jemand, wenn er Drogen (auch Alkohol) einnimmt, was er ohne dem nicht erhält?

Das ist meist mit angenehmen Zuständen gekoppelt: Ein Gefühl von Wärme, sein zu dürfen, wer man ist, Spaß, Leichtigkeit. Dh. also Zustände, die man im "normalen Leben" nicht hat oder glaubt, nicht haben zu dürfen. Dann möchte man diese Zustände öfter haben. Und trinkt halt öfter. Dann wird Gewohnheit daraus. Dann Sucht....
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon Bukittimah am Freitag 4. Juli 2008, 12:13

calimero hat geschrieben:Naja, die Dosis macht es.

Schon im Altertum war es üblich, sogar Kindern (!) mit Wasser verdünnten Wein zu geben. Alkoholabhängig oder gar total blöd sind sicher viele nicht geworden.
Ok, Alkohol bei Kindern ist tabu.
Aber gegen ein Glas Bier zum Essen oder ein Glas Wein wird sicher niemand was einzuwenden haben. Soooo verteufelt muss Wein oder Bier oder Most auch wieder nicht werden, denn soooo ungesund ist ein Glas nicht. Im Gegenteil.

Wie gesagt, die Dosis macht es.


Es geht doch ueberhaupt nicht ums Verteufeln, wenn man ein Glas Wein oder Bier trinkt.
Es geht darum, dass manche immer wieder versuchen, Alkohol als weniger gefaehrlich als weiche Drogen wie z.B. Haschisch darzustellen. Und das ist voelliger Unsinn. Droge bleibt Droge, wenn man mal davon abhaengig ist.

*
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon Bukittimah am Freitag 4. Juli 2008, 12:28

virginia hat geschrieben:Ist der Genuss von Alkohol tatsächlich harmlos? Gehört er zum "Kulturgut"?...


Drogen gibt es schon, so lange es die Menschheit gibt. In jedem Kulturkreis.
Insofern gehoeren dann wohl alle Drogen zum "Kulturgut".

*
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon contraindicatio am Freitag 4. Juli 2008, 12:34

So ist es.

Da der Weinbau allerdings im alten Persien entstanden ist, gehört der Alkohol nicht zu unserem Kulturgut.

Bei uns gehört da eher das Mohnzutzeln dazu - also wäre die Legalisierung von Opium anzudenken, um die Leitkultur unseres Kulturkreises in den Vordergrund zu stellen.
*************
Ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude und ein bisschen Eierkuchen!!
*************
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon OHB am Freitag 4. Juli 2008, 12:42

contraindicatio hat geschrieben:So ist es.

Da der Weinbau allerdings im alten Persien entstanden ist, gehört der Alkohol nicht zu unserem Kulturgut.

Bei uns gehört da eher das Mohnzutzeln dazu - also wäre die Legalisierung von Opium anzudenken, um die Leitkultur unseres Kulturkreises in den Vordergrund zu stellen.



wegen dem lasse ich mir mein mohnstriezerl (mohnfleserl)
sowie mei zimtschneckn auch schmecken
:lol:
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon maria am Freitag 4. Juli 2008, 12:46

Bukittimah hat geschrieben:
Drogen gibt es schon, so lange es die Menschheit gibt. In jedem Kulturkreis.
Insofern gehoeren dann wohl alle Drogen zum "Kulturgut".

*

*
Bei der Herstellung von Wein oder Bier, ist es nicht damit abgetan, irgendetwas anzupflanzen, sondern dahinter steckt viel Fachwissen und intensive Arbeit!
Das ist die Kultur, die gemeint ist, wenn von Kulturgut im Zusammenhang mit Wein oder Bier gesprochen wird.
Hat weder mit der Herkunft noch mit dem Zeitraum noch mit dem Kulturkreis zu tun.
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon M. am Freitag 4. Juli 2008, 12:52

virginia hat geschrieben:
OHB hat geschrieben:alles ist droge
es kommt immer auf die dosis an
die meisten der hochintelligenz
kiffen - schnupfen - spritzen - saufen
die dosis entscheidet wie das weitere leben verlauft
:geeka: :geeka: :geeka:



Drogenmissbrauch steht meist in engem Zusammenhang mit psychischen Faktoren. Der Frage nämlich: Was bekommt jemand, wenn er Drogen (auch Alkohol) einnimmt, was er ohne dem nicht erhält?

Das ist meist mit angenehmen Zuständen gekoppelt: Ein Gefühl von Wärme, sein zu dürfen, wer man ist, Spaß, Leichtigkeit. Dh. also Zustände, die man im "normalen Leben" nicht hat oder glaubt, nicht haben zu dürfen. Dann möchte man diese Zustände öfter haben. Und trinkt halt öfter. Dann wird Gewohnheit daraus. Dann Sucht....


Ich werde in mich gehen :-)
Meine Zigarette schmeckt mir halt ... meine Droge, sie gibt mir ein Gefühl von Wärme ... "sein zu dürfen" ... Spaß und Leichtigkeit ....
Somit werde ich jetzt mal kurz die Terrasse aufsuchen ....
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht. - Erich Fried
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon virginia am Freitag 4. Juli 2008, 12:56

Bukittimah hat geschrieben:Drogen gibt es schon, so lange es die Menschheit gibt. In jedem Kulturkreis.
Insofern gehoeren dann wohl alle Drogen zum "Kulturgut".

*



Sehe ich auch so. Die meisten Kulturen haben "Rauschmittel" genossen. Dort war es aber eher zu "ritualen Zwecken" und nur für bestimmte Zwecke. Dh. es war verbunden mit einem bestimmten Kontext. Das ist es bei uns aber nicht mehr, und das führt meiner Ansicht nach zum Missbrauch.

Wenn man hin und wieder mit Freunden zu einem guten Essen ein oder auch mehrere Gläser Rotwein oder Bier genießt, was soll 's? Mach ich auch gern, und ich genieße das auch. Wenn man aber jeden Tag seine Dosis braucht, ohne "Ritual", dann wird das Trinken zur Gewohnheit. Und das wird problematisch.
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon virginia am Freitag 4. Juli 2008, 12:57

contraindicatio hat geschrieben:So ist es.

Da der Weinbau allerdings im alten Persien entstanden ist, gehört der Alkohol nicht zu unserem Kulturgut.

Bei uns gehört da eher das Mohnzutzeln dazu - also wäre die Legalisierung von Opium anzudenken, um die Leitkultur unseres Kulturkreises in den Vordergrund zu stellen.


Super Idee ;) vor allem, weil ich Mohnkuchen etc... besonders gern mag. Dh. ich lutsche ab sofort mehr Mohn ;) - ist aber legal, glaub ich, oder?
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Re: Alkohol - eine Kulturfrage?

Beitragvon maria am Freitag 4. Juli 2008, 13:00

M. hat geschrieben:Ich werde in mich gehen :-)
Meine Zigarette schmeckt mir halt ... meine Droge, sie gibt mir ein Gefühl von Wärme ... "sein zu dürfen" ... Spaß und Leichtigkeit ....
Somit werde ich jetzt mal kurz die Terrasse aufsuchen ....


*
Und ich lass jetzt ein Bier zischen!
Prost, Mahlzeit!
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