
ein geburtstagsbrief von Götz George :
"Kurier" vom 04.10.2008
Ressort: freizeit
Seite: F28,F29,F30,F31
Ausgabe: Abend,Morgen
Bleib wie du bist
Einmal, sagte sie in einem Gespräch zu mir, werden wir auf einer Bank sitzen, auf alle Unebenheiten im Leben zurückblicken und darüber lachen. Ich weiß nicht, ob es genau so sein wird. Es war einfach ein schönes Bild, das sie damals in Gedanken gezeichnet hat. Sicher ist nur, wir werden es tun, lachen und zurückblicken.
Das habe ich mit Christiane Hörbiger oft gemacht, und ihr 70. Geburtstag ist Anlass genug, wieder einmal die Gedanken schweifen zu lassen. In eine Zeit, in der ich sie kennen- und vor allem schätzen gelernt habe. Es ist nicht schwer, bei dem Gedanken an eine Frau wie sie ins Schwärmen zu geraten. Christiane ist ein fabelhafter Mensch, ein besonderer Mensch, ein menschlicher Mensch. Und dazu kommt noch etwas, das ihr der liebe Gott gegeben hat: Begabung und Fairness, die sie als Kollegin immer wieder ausgezeichnet haben. Wir kennen einander schon eine Ewigkeit, seit einer halben stehen wir regelmäßig gemeinsam vor der Kamera. Zum ersten Mal 1991 in "Schtonk!" und dann noch in vielen weiteren Produktionen. Bei all diesen Gelegenheiten konnte ich etwas beobachten, was in unserer Branche selten ist. Christiane Hörbiger ist eine uneitle Person, auch wenn viele das nicht glauben mögen. Denn ihre Rollen sprechen meist eine andere Sprache, spielt sie doch vorwiegend schöne Frauen.
Das prägt ein Bild, das ihrem wahren Wesen natürlich nicht entspricht. Zu Christianes Kern sind wahrscheinlich nur wenige Menschen vorgedrungen, nur ihre Hülle ist jedem zugänglich. Sie hat sich wirklich fabelhaft gehalten, ist mit sich und ihrem Körper sehr pfleglich umgegangen - und kann deshalb ihren Beruf auch rein äußerlich ohne Einschränkungen ausüben. Ihr steht die Rolle der alten Dame ebenso zu Gesicht, wie die der jüngeren Frau. Und egal, wen Christiane spielt, die Hörbiger macht es ihrem Partner immer leicht.
Mir hat sie es einfach gemacht, weil ihre Art aktivierend und mitreißend ist. Und dass diese Frau ist, wie sie ist, ist für mich nicht selbstverständlich. Ich kann das sagen, haben wir doch eine ähnliche Geschichte, sind beide im selben Jahr geboren und entstammen, jeder für sich, einer Familie mit großen Schauspielnamen. Sie, die Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger; ich, der Sohn von Berta Drews und Heinrich George.
Wir mussten uns beide frei schwimmen, weil die Eltern uns etwas vorlebten, was schwer nachzumachen war. Die 1930er- und 40er-Jahre, in denen unsere Eltern auf der Bühne standen, waren wesentlich künstlerischer. Nicht so oberflächlich wie unsere Zeit, in der jemand, der heute ein Star ist, morgen schon nicht mehr wahrgenommen wird. Doch wir haben beide gegen die Widerstände angekämpft und sie überwunden. Das verbindet und macht uns zu einer Einheit, ja, man kann fast sagen, wir sind aus einem Holz geschnitzt.
Die Schwierigkeiten am Anfang ihrer Karriere, der Druck der Familiengeschichte, haben aus Christiane eine ernsthafte Schauspielerin gemacht. Sie ist keine, die sich wichtig nimmt, ist sich immer treu geblieben und nie übergeschnappt. Wann immer ein Drehtag zu Ende war, zog sich Christiane zurück und bereitete sich vor, auf das, was als Nächstes kam. "Dafür kriege ich mein Geld", meinte sie und war immer perfekt vorbereitet.
Zwischen uns hat es in all den Jahren nie einen Streit gegeben, nicht einmal einen spannungsreichen Moment. Und so ist es mir auch wichtig zu sagen: Christiane, Du warst, bist und bleibst eine meiner liebsten Partnerinnen. In den vergangenen Jahrzehnten bin ich mit vielen Menschen vor der Kamera gestanden. Dass die Chemie von Anfang an stimmt, ist nicht alltäglich. Doch bei uns war es so, und ich bin froh darüber. Wir haben denselben Humor, haben uns ganz gut gehalten und können das weiterhin als Paar vor der Kamera ausspielen. Wir sollten unserer Generation Mut machen, dem Jugendwahn ein Schnippchen schlagen und zeigen: Mit 70 ist noch lange nicht Schluss.
Ich wünsche mir von Herzen, dass Du weitermachst, dass wir weitermachen. Das ist nicht einfach, weil die Schauspielerei, ernsthaft wie wir sie betreiben, keine halbe Sache ist. Deshalb wünsche ich Dir Gesundheit, einen klaren Kopf und die Kraft, dem Beruf Paroli zu bieten. Wir werden einander wiedersehen und all das reflektieren. Auf einer Parkbank oder dort, wo wir uns heimisch fühlen. Bleib so, wie Du bist.
Copyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2008.
ORF 2
Anlässlich des 70.Geburtstags von Christiane Hörbiger am 13.10.:
Premiere:
DER BESUCH DER ALTEN DAME
Claire Zachanassian, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, Weltbürgerin und Milliardärin reist in die Stadt Güllen. Hier hat sie einst als Klara Wäscher gelebt, eine junge, schöne und lebenslustige Frau, die sich damals in Alfred Ill verliebt hatte. Er war für sie die einzigartige, die ganz große Liebe, ohne Zweifel. Nach einem Verkehrsunfall, bei dem Klara bleibende Schäden davon trägt, läßt Ill sie für eine bessere Partie fallen, verrät sie, tritt ihre Gefühle mit Füßen und verleugnet sogar das gemeinsame, ungeborene Kind. Danach hat Klara alles Verloren: Ihre Gesundheit, ihr Baby, ihre Liebe und den Glauben an das Gute im Menschen. Aber sie kämpft. Brutal gegen sich selbst und andere. Den Luxus von Gefühlen untersagt sie sich. Im Alltag regierte ihr scharfer Verstand. Als Claire schafft sie es ganz nach oben. Glücklich ist sie nicht. Sie denkt an Rache, will Vergeltung an Ill üben. Sie weiß, dass die offene Rechnung noch beglichen werden muss. Deshalb reist sie wieder nach Güllen und macht den Bürgern der Stadt ein mörderisches Angebot.....
Drehbuch
Susanne Beck
Thomas Eifler
Regie
Nikolaus Leytner
Hauptdarsteller
Christiane Hörbiger (Claire Zachanassian)
Michael Mendl (Heinz Ill)
Lisa Kreuzer (Angelika Ill)
Dietrich Hollinderbäumer (Matthias Büssing)
Rüdiger Vogler (Lutz Wolff)
Rolf Hoppe (Georg Riemann)
Helmut Berger (Oliver Marx)
Otto Tausig (Gottfried Unseld)
André Pohl (Andreas Postel)
Wolfgang S. Zechmayer (Marc Worth)
Anlässlich des 70.Geburtstags von Christiane Hörbiger am 13.10.:
Premiere:
DER BESUCH DER ALTEN DAME
Claire Zachanassian, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, Weltbürgerin und Milliardärin reist in die Stadt Güllen. Hier hat sie einst als Klara Wäscher gelebt, eine junge, schöne und lebenslustige Frau, die sich damals in Alfred Ill verliebt hatte. Er war für sie die einzigartige, die ganz große Liebe, ohne Zweifel. Nach einem Verkehrsunfall, bei dem Klara bleibende Schäden davon trägt, läßt Ill sie für eine bessere Partie fallen, verrät sie, tritt ihre Gefühle mit Füßen und verleugnet sogar das gemeinsame, ungeborene Kind. Danach hat Klara alles Verloren: Ihre Gesundheit, ihr Baby, ihre Liebe und den Glauben an das Gute im Menschen. Aber sie kämpft. Brutal gegen sich selbst und andere. Den Luxus von Gefühlen untersagt sie sich. Im Alltag regierte ihr scharfer Verstand. Als Claire schafft sie es ganz nach oben. Glücklich ist sie nicht. Sie denkt an Rache, will Vergeltung an Ill üben. Sie weiß, dass die offene Rechnung noch beglichen werden muss. Deshalb reist sie wieder nach Güllen und macht den Bürgern der Stadt ein mörderisches Angebot.....
Drehbuch
Susanne Beck
Thomas Eifler
Regie
Nikolaus Leytner
Hauptdarsteller
Christiane Hörbiger (Claire Zachanassian)
Michael Mendl (Heinz Ill)
Lisa Kreuzer (Angelika Ill)
Dietrich Hollinderbäumer (Matthias Büssing)
Rüdiger Vogler (Lutz Wolff)
Rolf Hoppe (Georg Riemann)
Helmut Berger (Oliver Marx)
Otto Tausig (Gottfried Unseld)
André Pohl (Andreas Postel)
Wolfgang S. Zechmayer (Marc Worth)
http://tv.orf.at/program/orf2/20081013/444193301/



