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Sensible Worte, gemalen, wie Musik - Freches, Lustiges und Weisheiten im Reim.
von UnART am Freitag 22. September 2006, 18:05
Im Radio ist es still geworden um: Wilhelm Rudnigger, · 9. 5. 1921 Klagenfurt (Kärnten), 18. 10. 1984 ebenda, · humoristischer Kärntner Mundartdichter, Lyriker, Hörspielautor. · Von Beruf Finanzangestellter, · daneben auch als Conférencier tätig; · Beiträger der Zeitschrift "Simplicissimus". In seinen Büchern lebt er weiter, und bei Feiern wird er gelesen. Leider finde ich im Netz kaum anderes als Buchangebote. So kann ich euch leider keine seiner köstlichen gereimten Parabeln und lustigen Weißheiten hereinstellen. A Mendsch ohne Lachn" - A Mendsch ohne Lachn is a Sunn ohne Liacht: Konn ka Pflanzle aufwaxn, weil a jedes sich fürcht'. A Mendsch ohne Lachn is a Schlaf ohne Tram. Wia a Tür, wo wer onklopft - und neambt is daham A Mendsch ohne Lachn is a Adr one Bluet. A Herz, wo sich Schnee drinnen aufhäufn tuet. Is noch a so finstar: A lachndes Gsicht is wia a Sunn, de hinarn Gwölk außerbricht!(vom Kärntner Mundartdicher Wilhelm Rudnigger)Butterblume
HERR - findest du das gut und nett? Man hänselt mich: Ich sei zu fett!! Die Butter ist mein Namensvetter und buttergelb sind meine Blätter. Kann nicht in dicken Körperzonen auch eine zarte Seele wohnen? Und bin ich nicht Dein Werk, o Gott? Ein Teufelswerk ist doch der Spott! Ich tröste mich mit Deiner Güte: Denn jeder Frucht und jeder Blüte gabst Du Gesicht und auch Gewicht! Ich danke Dir und kränk mich nicht! Ich weiß, du schufst mich, wie ich bin, Und deutlich sagt mein sechster Sinn: Im Himmel wirst du mich entrahmen! Amen aus: "Gebete aus dem Garten Gottes" von Wilhelm RudniggerWerke und Lyrik von Wilhelm Rudnigger: Frisch von der Feder weg, 1953; Gedichtlan seind Gloggn, 1954; In jeglichem Dunkel lebt Licht, 1954; Wia a Joahr is das Lebn, 1959; Gedichte mit doppeltem Boden, 1962; Silvester Skurillo, 1963; Mein Schildkrötenschlitten, 1964; A Mensch ohne Lachn is a Schlaf ohne Tram, 1964; Gebete aus dem Garten Gottes, 1964; Kumm guat ham, 1965; Liebesgedichte, 1965; In der Bar der roten Spinne, 1977; Stoßseufzer aus dem Garten Gottes, 1992. - Hörspiel: Träume sind Schäume.
Zuletzt geändert von UnART am Samstag 23. September 2006, 13:51, insgesamt 2-mal geändert.
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UnART
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von OHB am Freitag 22. September 2006, 20:46
Wer ist denn das? Der Gaskassier!
Ein vergnügliches Vortragsgedicht von Wilhelm Rudnigger, am besten im Kärtner Dialekt vorzutragen.
Aus Wilhem Rudnigger: Am besten redt ma, das is gwiss, wia an da Schnabl gwachsn is ... Verlag Carinthia Klagenfurt, 1968
A Dame (und das is net neu), de hat daham an Papagei - an großn Vogl, grün wia Gift. Und immer, wenn wo wenn trifft, dann sagt sie ohne Unterlaß: Wer ist denn das? Wer ist denn das?
Das hört der grüne Papagei den ganzen Tag und lernt dabei sonst nichts zum Reden, als wie das: Wer ist denn das? Wer ist denn das?
Einmal, da steht der Gaskassier vor derer Dame ihrer Tür. Sie war grad nicht daham. Der Mann läut' an der Wohnungsklingel an, da hört er drin im Zimmer was: Wer ist denn das? Wer ist denn das?
Sagt freundlich er: Der Gaskassier! Und wieder hört durch die Tür: Wer ist denn das? Wer ist denn das? Jetzt wird er schon ein bißchen blass, hebt dann sei' Stimm, schreit vor der Tür: Der Gaskassier, der Gaskassier!
Wer ist denn das? Wer ist denn das? Schreit's wieder drin. Er kriegt an Hass und brüllt so laut, als wia a Stier: Der Gaskassier, der Gaskassier!!!
A halbe Stund schrein durch die Tür der Vogel und der Gaskassier.
Gewonnen hat der Papagei bei dieser blöden Schreierei. Der Mann wird plötzlich rot vor Zorn (er ist schon längst ganz heiser word'n) schreit einmal noch: der Gaskassier! Und bricht zusammen vor der Tür.
Und gleich drauf kommt die Dame z'Haus. Sieht den da liegen, kriegt an Graus und fragt erschrocken, leichenblass: Wer ist denn das? Wer ist denn das?
Der Papagei schreit durch die Tür: Der Gaskassier, der Gaskassier!
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OHB
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von maria am Samstag 23. September 2006, 10:33
Da Sepp zur Tante
Die Muatta sagt Zum Sepp voll Zurn: "Du, so was derfst ma niammer tuan!
Siehgst du nit ein, daß das nit geht? Zur Tante sagn: Mah du bist blöd!
Sofort gehst hiatz zu ihrn, sei gscheit, und sagst zur Tante: Tut mir leid!"
Da Sepp macht zerscht a trotzigs Gsicht, dann reißt sich zsamm da klane Wicht,
rennt schnell zur Tante hin und kraht: "Daß d blöd bist, Tante tuat ma lad!"
Weck nicht die Löwin in mir!
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maria
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von UnART am Samstag 23. September 2006, 10:55
Danke Euch für die Rudniggers. Vielleicht finden wir noch mehr, dann wirds ein schöner Reigen.
( °) ( °) dada.
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von f.art am Samstag 23. September 2006, 13:16
 Rose
Herr - dir gefiel´s, mich allenthalben als Blumenkönigin zu salben.
Ich weiß, was ich als Königin dir und den andern schuldig bin.
Ich bin bestrebt seit Lebenszeiten, nicht in die Hoffart abzugleiten.
Ich will mich herzensgern bemühn, zu deinem Lobe aufzublühn
und ohne eitles Selbstbegehren mit meinem deinen Glanz zu mehren!
Ich bin, und drum heiß ich die Beste, die Blumen aller Freudenfeste!
Laß dir für diese Gnade danken und mich den schönsten Tag umranken
den Bräuten und den Bräutigamen!
Amen!
*Wilhelm Rudnigger (Gebete aus dem Garten Gottes)
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von maria am Mittwoch 4. Oktober 2006, 20:33
Liedtext
Ih, wann ih du war
1. Die Welt hat geblüaht! Und ah mir vollar Blüah. Du warst mei Goldale drinnen in mir. Waßt, wia ih hundertmal, waßt, wia ih hundertmal, waßt, wia i hundertmal gsagt hab zu dir: Denk dir das ane: zum Gernhabn ghörnd zwa. Ih, wann ih du waar, sagat nit na! Ih, wann ih du waar, gabat mi drein, könnt ma a Lebtag zwa Liabalan sein.
2. Die Stundn und Täg hat das Schicksal vajagt! Furt warn die schean Turtljahr, Gott sei's geklagt! A andrer is keman, a andrer is keman, a andra is keman und hat zu dir gsagt: Denk dir das ane: zum Gernhabn ghörnd zwa. Ih, wann ih du waar, sagat nit na! Ih, wann ih du waar, gabat mi drein, könnt ma a Lebtag zwa Liabalan sein.
3. Wia oft denk ih z'ruck? und vurbei is die Blüah! Wia schean war's wohl gwesn, wohl gwesn mit dir?! Hör mi noch heitawonn, hör mi noch heitawonn, hör mi noch heitawonn sagn zu dir: Denk dir das ane: zum Gernhabn ghörnd zwa. Ih, wann ih du waar, sagat nit na! Ih, wann ih du waar, gabat mi drein, könnt ma a Lebtag zwa Liabalan sein.
Weck nicht die Löwin in mir!
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maria
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von maria am Mittwoch 4. Oktober 2006, 20:39
Gebet einer Glockenblume
Herr Eines wünsch ich mir schon lang: Gib mir zur Ähnlichkeit den Klang, der mich der Glocke näher bringt, die mich begeistert, wenn sie singt.
Muss ich schon Glockenblume heißen, so möchte ich das auch beweisen. Ich träumte oft, ich könnte läuten Daraus lässt sich meine Sehnsucht deuten.
Herr, mach an einem Tag im Jahr Mein Sehnen wundertätig wahr: Gib mir zum Bild die Stimmgewalt! Oh, wenn dann mein Geläute schnallt,
dann würde ich, dein treuer Sänger, des Sonntags früh die Kirchengänger (die frommen und die tugendsamen) zur Messe rufen dürften! Amen!
Weck nicht die Löwin in mir!
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von maria am Montag 26. Februar 2007, 13:12
Eberndorfer hat geschrieben:Die spate Hochzeit (W. Rudnigger)
Der Knofl Kare hat beschlossn, nachdem schon lange Zeit verflossn, seit er mit der Ludmilla geht, daß es jetzt höchste Zeit sein tät, der alten Braut den Ehe-Reifen ihrm Finger endlich überzstreifen.
So kummts, bevor a Monat geht, daß er mit ihrn vorm Pfarrer steht.
Er steht in Schwarz und sie in Lila Und ja sagt er, jjaaa! die Ludmilla.
Dann gehn die Eheleute glei mitm Pfarrer in die Sakristei.
Durt fragt der Kare delikat, was denn das Ganze kosten tat?
Na, geben Sie, was nicht verkehrt is, was Ihnen halt die Sache wert is!
Da schaut der frischgetraute Mann a Weile die Ludmilla an und gibt mit heiter-biederm Sinn dem Pfarrer zwanzig Schilling hin!
Da Pfarrer stutzt ganz kurz. Und dann schaut er sich die Ludmilla an und gibt energisch, mit an Ruck dem Bräutigam zehn Schilling zruck!
* Herrlich!! 
Weck nicht die Löwin in mir!
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von smART am Donnerstag 1. März 2007, 10:59
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von maria am Freitag 2. März 2007, 10:37
Eberndorfer hat geschrieben: *
Herrliche Aufnahme vom Magdalenenhof am Bisamberg mit dem wunderschönen Park. Eine Wanderung führte mich letztes Jahr dorthin. Von dort in Richtung Stammersdorfer Kellergasse - wo das "Mailüfterl" gefeiert wurde. Traumhaft!
Weck nicht die Löwin in mir!
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von maria am Freitag 2. März 2007, 12:13
Was für eine Augenweide - welch ein Genuss!
Weck nicht die Löwin in mir!
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maria
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von Eberndorfer am Freitag 2. März 2007, 12:31
maria hat geschrieben:Was für eine Augenweide - welch ein Genuss!
Danke Mariechen! Es bedarf vieler Stunden des eifrigen Suchens im Internet, um dem Inhalt der Texte angepasste schoene Bilder zu finden. Ich liebe diese 'Arbeit', fern der Welt und im Dienste des Schoenen... Ich hoffe, die grossen und vielleicht zu vielen Bilder - manchmal sind sie zu gross manchmal zu klein -, stoeren nicht den normalerweise flotten Lauf aller Rudnigger-Verse? Ich kannte W. Rudnigger persoenlich, da ich mit meinem leider frueh verstorbenen aelteren Bruder, der einen zu Traenen ruehrenden lyrischen Bariton hatte, als Gruendungsmitglied des Eberndorfer Fuenfgesangs, viel mit ihm in der Welt herumkam. Leider hat mir meine Schwester, bevor meine Familie nach Kanada zurueck fuhr, die beiden Rudnigger-Buechlein stibitzt. Alle hier geposteten Gedichte - ich habe noch zwei - fand ich im Internet, nachdem ich alle 29 Sites durchgeforstet und dabei viele interessante Dichter, samt ihren Werken, gefunden hatte. Ich bin nur noch auf Abruf in Kanada. Sobald mein Visa kommt, fliege ich nach Nigerien. dort werde ich vermutlich kaum noch Zeit fuers Forum haben.
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Eberndorfer
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von maria am Freitag 2. März 2007, 12:43
Eberndorfer hat geschrieben:maria hat geschrieben:Was für eine Augenweide - welch ein Genuss!
Danke Mariechen! Es bedarf vieler Stunden des eifrigen Suchens im Internet, um dem Inhalt der Texte angepasste schoene Bilder zu finden. Ich liebe diese 'Arbeit', fern der Welt und im Dienste des Schoenen... Ich hoffe, die grossen und vielleicht zu vielen Bilder - manchmal sind sie zu gross manchmal zu klein -, stoeren nicht den normalerweise flotten Lauf aller Rudnigger-Verse? Ich kannte W. Rudnigger persoenlich, da ich mit meinem leider frueh verstorbenen aelteren Bruder, der einen zu Traenen ruehrenden lyrischen Bariton hatte, als Gruendungsmitglied des Eberndorfer Fuenfgesangs, viel mit ihm in der Welt herumkam. Leider hat mir meine Schwester, bevor meine Familie nach Kanada zurueck fuhr, die beiden Rudnigger-Buechlein stibitzt. Alle hier geposteten Gedichte - ich habe noch zwei - fand ich im Internet, nachdem ich alle 29 Sites durchgeforstet und dabei viele interessante Dichter, samt ihren Werken, gefunden hatte. Ich bin nur noch auf Abruf in Kanada. Sobald mein Visa kommt, fliege ich nach Nigerien. dort werde ich vermutlich kaum noch Zeit fuers Forum haben. *
Bravo, man sieht sofort - Du hast Dir sehr viel Mühe gemacht! Anerkennung und Lob! Ich hab die Seiten sehr genossen.
Alles Gute für Dich - auf Wiederlesen! 
Weck nicht die Löwin in mir!
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maria
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von gecco am Sonntag 16. August 2009, 07:43
Kenn jemand das Gedicht , "wia da Kriag entsteht?"
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gecco
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