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Wie ich im Staatstheater zu Weimar den Klassenfeind gab ...

Anekdoten, Episoden ...

Re: Wie ich im Staatstheater zu Weimar den Klassenfeind gab ...

Neuer Beitragvon Glen am Mittwoch 10. August 2011, 23:57

Soweit das Jahr 1977.

Hier war die Geschichte zunächst mal zu Ende.

Nach einer Gedenkpause aber geht die Geschichte noch einmal weiter - nach der Wende im Jahre 1989.
Glen
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Re: Wie ich im Staatstheater zu Weimar den Klassenfeind gab ...

Neuer Beitragvon also am Freitag 12. August 2011, 07:31

Glen hat geschrieben:Soweit das Jahr 1977.
...


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Re: Wie ich im Staatstheater zu Weimar den Klassenfeind gab ...

Neuer Beitragvon Glen am Freitag 12. August 2011, 09:23

Es geht noch etwas weiter. Im Jahre 1989.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Es war zur Zeit der dramatischen Wende in der DDR, dass ich mich fragte, wie es Vanessa wohl gehen mag.

Und so schrieb ich an ihre Großmutter. Ohne viel Hoffnung auf Antwort.

Doch Göttin sei Dank! Und Gott hab sie selig, die selige Großmutter! Sie lebte noch und gab den Brief weiter.

Und bald bekam ich eine dicken und sehr erfreuten Antwortbrief.

Vanessa wohnt inzwischen nun nicht mehr in Sachsen oder Thüringen, sondern in Meck-Pomm.

Bald nach dem Brief hat sie unsere Familie mit ihrer Familie besucht: Mit ihrem Mann und zwei Töchtern.

Wir haben dann später einen Gegenbesuch gemacht, als wir auf dem Heimweg von der Insel Rügen waren.

Und seither haben wir uns auch einige Male noch gesehen, und ab und zu telefonieren wir auch.

Und: Man kann über Sächsisch sagen, was man will - aber so, wie Vanessa es spricht, klingt es echt schöööön!
Glen
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Re: Wie ich im Staatstheater zu Weimar den Klassenfeind gab ...

Neuer Beitragvon f.art reloaded am Freitag 12. August 2011, 11:28

Glen hat geschrieben:...

Und: Man kann über Sächsisch sagen, was man will - aber so, wie Vanessa es spricht, klingt es echt schöööön!

Liegt es am seligen Walter, dass mir der Sächselnde leicht (tonal) aufstösst? :hmm:
Egal, ich habe eh' auf Rügen geurlaubt. :D
Der alte Indianer sitzt am Fluss und wartet, bis die Leichen seiner Feinde vorübertreiben…

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Das Aufdecken von Kriegsverbrechen ist kein Verbrechen: Free Bradley Manning
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f.art reloaded
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Re: Wie ich im Staatstheater zu Weimar den Klassenfeind gab ...

Neuer Beitragvon Glen am Freitag 12. August 2011, 16:39

@ Walter Ulbricht

Über ihn habe ich in einer meiner anderen Geschichten mal etwas geschrieben. :)

Aber das erzähle ich später mal.

Erst führe ich noch diese Geschichte zu Ende. :)
Glen
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Re: Wie ich im Staatstheater zu Weimar den Klassenfeind gab ...

Neuer Beitragvon Glen am Samstag 13. August 2011, 10:11

Und es geht noch einmal weiter ....

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Es war im Oktober 2002, als ich von Berlin aus mit dem Zug nach Dresden kam.

In das Dresden nach der großen Überschwemmung. Die Schäden waren noch überall zu sehen. Die Flut hatte den Bahnhof leergeschwemmt, er wirkte wie eine Bau-Ruine. Züge fuhren nur noch in Richting Polen. Die Verbindung nach Westen war unterbrochen, und um nach Karlsruhe weiterzukommen, musste ich damals eine abenteuerliche Fahrt per Bus über Land machen, bei der ich dann irakische Christen kennenlernte, die aus ihrer Heimat geflohen waren. Aber das ist wieder eine andere Geschichte....

Die Unterbrechung der Verbindung nach Westen erinnerte ein bisschen an die alte deutsch-deutsche Teilung.

Doch zum Ausgleich dazu gab es an der Frauenkirche ein deutsch-deutsches Treffen!

Diese Frauenkirche habe mich auch in mehreren Stationen ihres Lebens gesehen:

1. als Schuttberg

2. als Baustelle mit Regalen voller numerierter alter Steine, die beim Wiederaufbau verwendet werden sollten

3. und nun als fast fertige Kirche

So stand ich nun bei Nacht, aber ohne Nebel an der halbfertigen Frauenkirche, um auf mein rendez-vous zu warten.

Und bald schon erschien aus dem Dunkel der Nacht eine wunderschöne junge Frau in feierlichem Schwarz. Vanessas Tochter, die damals an der Uni Dresden studierte.

Und sie hatte ein Lokal ausgesucht, das mir sehr zusagte: einen alten Gewölbekeller am Fluss, wo es sächsische Spezialitäten zu essen gab. Sogar die Speisekarte war zweisprachig, hochdeutsch und sächsisch.

Ich habe eine dreifach gute Erinnerung an jenen Abend: an Vanessas Tochter, an die Frauenkirche, und an das gute Essen und den Wein in jenem historischen Gewölbekeller.

Als ich damals mit Vanessa in Weimar herumirrte, hätte ich nicht daran gedacht, dass ich viele Jahre später einmal in einem wieder-vereinten Deutschland mit ihrer Tochter in der Nähe der wieder-aufgebauten Frauenkirche speisen würde.

Ein Stück erlebte deutsche Geschichte.
Glen
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