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Wo geht’s hier zur Schulreform?

Aktuelles brisant verpackt.

Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon UnART am Sonntag 15. August 2010, 22:08

Erwin Pröll, der Vorsitzende der Landeshauptleute, verweist auf eine Absprache mit dem Kanzler, dass alle Lehrer den Ländern gehören. Seine Behauptung akkordiert sich allerdings nicht mal mit den Kollegen. Rote Landeshauptleute schießen quer und sogar der Orange in Kärnten will davon nichts wissen. Zeit für die Wiederauferstehung von Bernd Schilcher. Bereits 2007 schrieb Die Presse:
Der Unruhestifter ist wieder da. Bernd Schilcher will die Schule reformieren.
Schilcher, übernehmen Sie! Mit ihrer Einladung, die Expertengruppe zur Schulreform zu leiten, hat die Bildungsministerin eine glückliche Hand bewiesen: In erster Linie dient sie damit sich selbst ...

Wer dachte, die glücklose Unterrichtsministerin wäre nun rücktrittsreif, irrt. Claudia Schmied kontert: Sommerlochtheater des Niederöstereichischen Landeshauptmannes und betont: Lehrer gehören dem Bund. Landeskompetenzen würden einen Fleckerteppich der Bildung ergeben.
So raufen sie schon lange Zeiten, die Roten und die Schwarzen, der Bund und die Länder. Warum? - auch Lehrer beißen keine fütternde Hand. Wer bezahlt, übt Macht aus. Parteien wollen aus dem Fundus der abhängigen Lehrer ihre Mandatare rekrutieren, doch darüber hinaus geht es um politischen Einfluss auf Eltern und bis in die Schulklassen hinein.

Aber wo geht es hier zur Schulreform? Für Linke liegt der „Stein der Weisen“ in der Gesamtschule. Eigentlich handelt es sich ja um eine „Einheitsschule – wo hatten wir so etwas schon? - um angeblich Chancengleichheit zu wahren – eine Einheitsschule für den Einheitsmenschen, am besten einen geschlechtslosen ohne Hautfarbe und kulturellen Hintergrund.
Diese Gesamtschule ist keine Reform, sondern Produkt sozialistischer Urängste ferner Vergangenheit, unter heutigen Gegebenheiten längst zu entsorgen. Selbst wenn Länder wie Finnland bei PISA-Studien gut abschneiden, lassen sich Bildungssysteme nicht 1 : 1 übertragen, und warum soll es gerade die Gesamtschule bewirken? Integration in einem wild zusammengewürfelten Haufen ist kaum vorstellbar und ein eventuell verbesserter Bildungsdurchschnitt geht zu Lasten Begabter. Soll doch zusammenkommen, was zusammen gehört. Wie Sportler sich in der Leistung messen und sich gegenseitig vorwärtspeitschen, frägt auch Bildung nicht nach Herkunft, Religion oder ... warum soll es durch fundamentalen Durchschnitt ein Handicap geben, welches Österreich im internationalen Spiel zum Mittelmaß verkommen lässt.

Eine wirksame Schulreform muss von innen wirken und nicht von einem politischen bereits stinkenden Kopf verordnet werden. Raus mit der Politik aus der Bildung, damit Lehrer wieder Aufgabe und Freude im Beruf finden. Nur Motivierte können Schüler im Unterricht mitreißen, diese begeistern. Das verlangt autonomes Schulmanagement, in dem sich Lehrer selbst fordern, bestätigen und verwirklichen. Sonst heißt es weiterhin:
Was ist der Unterschied zwischen der Schule und einem Knochen?
Antwort: Der Knochen ist für den Hund, die Schule ist für die Katz
. (Quelle: Unbekannt)

Im Thema „Autonome Schulen“ geht es um den Bund, der nur mehr Rahmenbedingungen stellt, um Kommunen (Gemeinden), die Schulen im Auftrag der Infrastruktur und weiters mit besonderem Bedarf schaffen und verwalten, die einen autonomen Direktor befähigen seinen Lehrkörper im Sinne des Unterrichtzieles selbst zu bestellen.
Das Thema ist allerdings noch verständlicher und ausführlicher zu überarbeiten.
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon contraindicatio am Montag 16. August 2010, 14:53

Eine Gesamtschule mit einem jahrgangsübergreifendem Kurssystem wäre alles andere als eine Einheitsschule. Manche Konservative schalten aber, sobald sie das Wort Gesamtschule hören, sofort auf taub und stur.

:)


Mehr Schulautonomie ist sowieso Topfn. Es sei denn, es gibt für alle Schüler am Ende ihrer Schullaufbahn einheitliche Prüfungen. Der Bund soll nicht nur Strukturen zur Verfügung stellen, sondern auch einen einheitlichen Lehrplan.

8)
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon UnART am Montag 16. August 2010, 18:41

contraindicatio hat geschrieben:Eine Gesamtschule mit einem jahrgangsübergreifendem Kurssystem wäre alles andere als eine Einheitsschule. Manche Konservative schalten aber, sobald sie das Wort Gesamtschule hören, sofort auf taub und stur. :)
Mehr Schulautonomie ist sowieso Topfn. Es sei denn, es gibt für alle Schüler am Ende ihrer Schullaufbahn einheitliche Prüfungen. Der Bund soll nicht nur Strukturen zur Verfügung stellen, sondern auch einen einheitlichen Lehrplan. 8)

Konservativ ist eher die Gesamtschule – ein nicht mehr zeitgemäßer sozialistischer Wert. Es ist ja leider das Problem vieler Sozialisten, überbordenen Ideologien nachzuhängen. Wenn's so weitermachen überholen sie bald die erzkonservative Kirche.

Autonome Schulen erfüllen gleich mehrere Erfordernisse. Sie sind das beste Rezept Motivation und Feuer in die Bildung zu bringen. Es ist eine Art „Selbstständigkeit“ sich zu beweisen. Autonomie schafft Vielfalt und regionalen Erfordernissen angepasste Schwerpunktschulen. Und, Schüler können auf Grund ihrer Interessen, wie auch ihrer Talente, standes-, religions- und kulturübergreifend wählen. Last but not least: Autonome Schulen brechen endlich den Einfluss der Politik.

Der Bund sorgt lediglich für Grundstrukturen, welche schultypischen Grundlehrplan und -prüfung umfassen. Darüber hinausgehende Erfordernisse sind Sache der autonomen Schulen. Der Bund überwacht noch diese Grundstrukturen und deren Erfüllung. (Schulen, Lehrer und Schülerleistung)
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon f.art reloaded am Montag 16. August 2010, 18:45

UnART hat geschrieben:... Autonomie schafft Vielfalt und regionalen Erfordernissen angepasste Schwerpunktschulen. Und, Schüler können auf Grund ihrer Interessen, wie auch ihrer Talente, standes-, religions- und kulturübergreifend wählen. Last but not least: Autonome Schulen ...

... lassen endgültig die sozial Schwächeren auf der Strecke.
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon UnART am Montag 16. August 2010, 19:00

f.art reloaded hat geschrieben:
UnART hat geschrieben:... Autonomie schafft Vielfalt ...
... lassen endgültig die sozial Schwächeren auf der Strecke.

Das darf selbstverständlich nicht geschehen. Es soll sich doch etwas verbessern. Im Prinzip handelt die verständliche Sorge genau von der erwähnten Urangst.
Sozial Schwächere haben das Recht jede Schule zu besuchen. Kriterien sind nicht finanzielle Potenz oder Abstammung, sondern andere Vermögen wie Talent und Leistungswille.
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon contraindicatio am Montag 16. August 2010, 20:27

UnART hat geschrieben:Konservativ ist eher die Gesamtschule – ein nicht mehr zeitgemäßer sozialistischer Wert. Es ist ja leider das Problem vieler Sozialisten, überbordenen Ideologien nachzuhängen. Wenn's so weitermachen überholen sie bald die erzkonservative Kirche.



Verstehe ich nicht. Was wäre so schlimm daran, Kinder ihren Begabungen gemäß in unterschiedlichen Kursen zu unterrichten. Wer sich schwer in Mathe tut, ist eben mit jüngeren beisammen, kann sich gleichzeitig aber zB in Sprachen mit älteren messen.

Klar ist das schwierig zu verstehen. Das kann sich ein glernter Österreicher ned vorstellen, dass sowas möglich ist. Womöglich würden da ja Talente gefördert.

Wie xagt, wenn das Wort "Gesamtschule" fällt, ist der Rollladen dicht.

:D

Andererseits ist mMn mehr Autonomie nur mehr Quargel der gleichen Sorte unterschiedlich aufgmascherlt, denn die Grundzüge müssen ohnedies einheitlich sein. Sollten die Bundesländer allerdings selbst für die Bildung zahlen, wäre das schon okay. Kärnten hat dann kein Geld für Bildung und stellt die Hilfsarbeiter für Restösterreich.

:twink:
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon Gast am Montag 16. August 2010, 21:06

UnART hat geschrieben:Eigentlich handelt es sich ja um eine „Einheitsschule – wo hatten wir so etwas schon? - um angeblich Chancengleichheit zu wahren – eine Einheitsschule für den Einheitsmenschen, am besten einen geschlechtslosen ohne Hautfarbe und kulturellen Hintergrund.
UnART hat wieder einmal 'was aufgeschnappt, es wie gewohnt nicht verstanden und räsoniert jetzt wieder tagelang in seinem Forum ... bis sein Unverständnis vor dem nächsten fremden Scheunentor scheut. Viel Spaß.

Und allen anderen: Gute Unterhaltung.

Ein paar müssen sich halt dafür opfern ... :bigsmile:
UnART hat geschrieben:ein eventuell verbesserter Bildungsdurchschnitt geht zu Lasten Begabter. Soll doch zusammenkommen, was zusammen gehört. Wie Sportler sich in der Leistung messen und sich gegenseitig vorwärtspeitschen, frägt auch Bildung nicht nach Herkunft, Religion oder ... warum soll es durch fundamentalen Durchschnitt ein Handicap geben, welches Österreich im internationalen Spiel zum Mittelmaß verkommen lässt.
Peitschalbub UnART in seinem Element (s.o.) :roll:

(Versuch eines Hinweises:
Jeder, der versucht, sich über den Durchschnitt zu erheben, tritt mindestens 1 anderen unter den Durchschnitt ...

Mathematik 101

Aber viel Spaß mit der Elite-Napola.

Und jetzt weiter wie oben ... :bigsmile:)
Es ist immer 'Spiel und Spaß'. Bis jemand verletzt wird.
Dann ist es Sport.
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon f.art reloaded am Montag 16. August 2010, 22:59

Gast hat geschrieben:...

Aber viel Spaß mit der Elite-Napola.

...

:oooh: :oooh: :oooh:
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon UnART am Montag 16. August 2010, 23:49

contraindicatio hat geschrieben:Verstehe ich nicht. Was wäre so schlimm daran, Kinder ihren Begabungen gemäß in unterschiedlichen Kursen zu unterrichten. Wer sich schwer in Mathe tut, ist eben mit jüngeren beisammen, kann sich gleichzeitig aber zB in Sprachen mit älteren messen.
Klar ist das schwierig zu verstehen. Das kann sich ein glernter Österreicher ned vorstellen, dass sowas möglich ist. Womöglich würden da ja Talente gefördert.
Wie xagt, wenn das Wort "Gesamtschule" fällt, ist der Rollladen dicht.
Andererseits ist mMn mehr Autonomie nur mehr Quargel der gleichen Sorte unterschiedlich aufgmascherlt, denn die Grundzüge müssen ohnedies einheitlich sein. Sollten die Bundesländer allerdings selbst für die Bildung zahlen, wäre das schon okay. Kärnten hat dann kein Geld für Bildung und stellt die Hilfsarbeiter für Restösterreich.
:twink:

Wer wird schon Hilfsarbeiter für einen Mundl? Abgesehen davon kannst mit dem Kärntner Landeshauptmann Händchen halten. Ihr seid einer Meinung. ;)
Doch schauen wir uns die Schule an. Österreich hat eines der teuersten Bildungssyteme - im Vergleich zu den Kosten sehr ineffizient. Da kommen Träumer mit überbrachten Ideologien und meinen: Verstehe ich nicht. Was wäre so schlimm daran, Kinder ihren Begabungen gemäß in unterschiedlichen Kursen zu unterrichten. Wer sich schwer in Mathe tut, ist eben mit jüngeren beisammen, kann sich gleichzeitig aber zB in Sprachen mit älteren messen.
So schön das auch klingt, dazu sind Ganztagsschule und mehr Lehrer notwendig. Wie stellst dir die „unterschiedlichen Kurse“ vor. Finden alle unterschiedlichen Mathe-Kurse gleichzeitig statt, damit der Stundenplan nicht ausufert (mehr Lehrer) oder gibt es extra Nachmitagstunden für jene, die nicht ins Profil passen? (Umbauten, Verpflegung, und auch mehr Lehrer (Arbeitszeit)) Kosten steigen, aber das ist nicht alles. Die Ganztagsschule wird damit kein Angebot sondern ein Muss, was Eltern entmündigt. Damit sind wir bei der Einheitsschule, die Erziehung übernimmt der Staat.
Einigen Eltern, besonders Doppelverdienern (ganztägig), kommt es ja entgegen und für wohlstandsverwahrloste Kinder/Jugendliche wär es vielleicht ein Segen, wenn sie sich nicht den ganzen Nachmittag und länger Spiele und Videos reinziehen. Doch was wird mit allen anderen, denen Familie noch ein Wert ist? Geht es um ein Rollenbild, in dem die Familie nur mehr als Erzeuger und Arbeitsressource vorkommt.
Ganztagsschulen soll es dennoch zur Abrundung des Angebots geben. Aber im Prinzip sollstenautonome Schulen Angebot schaffen, Lehrer motivieren und eine Politik auszubremsen, die Bildung für ihre Zwecke missbraucht!
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon contraindicatio am Dienstag 17. August 2010, 09:28

Das Kurssystem funktioniert in den USA und in Finnland u. Großbritannien, warum soll's bei uns ned funktionieren? Wenn zB Mathe am Programm steht, gehen die einen zum Grundkurs, diejenigen, die weiter sind, besuchen den Kurs für Fortgeschrittene. Ist eigentlich ganz einfach.

:twink:

Aber mit der Schulautonomie bin ich bei Dir. Wenn der Bund schon für Kärntens Banken zahlt, soll er wenigstens für autonome Kärntner Schulen nicht zahlen müssen. Dort wird dann Haiderei und Haidertum unterrichtet.

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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon UnART am Dienstag 17. August 2010, 11:00

contraindicatio hat geschrieben:Das Kurssystem funktioniert in den USA und in Finnland u. Großbritannien, warum soll's bei uns ned funktionieren? Wenn zB Mathe am Programm steht, gehen die einen zum Grundkurs, diejenigen, die weiter sind, besuchen den Kurs für Fortgeschrittene. Ist eigentlich ganz einfach. :twink:
Aber mit der Schulautonomie bin ich bei Dir. Wenn der Bund schon für Kärntens Banken zahlt, soll er wenigstens für autonome Kärntner Schulen nicht zahlen müssen. Dort wird dann Haiderei und Haidertum unterrichtet. 8)

Zu CI spricht AD*
Wie das Kurssystem in den USA funktioniert ist inzwischen bekannt - Analphabeten mit High School-Abschluss etc.. Mitnehmen können wir von dort den Schwerpunktunterricht und die Talentförderung, von England die fesche Schuluniform ;) und von Finnland die Sauna, ähhh ... das Engagement der Lehrer.
Zum Kurssystem: Für schwache, normale und fortgeschrittene Schüler benötigen wir zumindest 3 Klassen mit akkordierten Stundenplan, damit der nicht auf das 3-fache aufgeblasen wird – was bedeutet dass es mindestens 3 Lehrer für ein Fach geben muss, welches bisher 1 Lehrer in verschiedenen Klassen hintereinander unterrichtete.
Das System ist übrigens nicht neu. Hauptfächer waren in Hauptschulen Jahrzehnte-lang in Leistungsgruppen geteilt und davor gab es einen A- und B-Zug. Wo ist da die Reform?
Zu deiner Kärnten-Phobie:
Länder sind im vorgeschlagenen Modell ohne Einfluss auf die Bildung. Es gibt das Grundkonzept des Bundes und die autonomen Schulen der Kommunen. Nimmst du an, dass die vielen roten Bürgermeister der Bezirksstädte eine Haiderei betreiben. Übrigens, Haider verstarb meines Wissens vor einiger Zeit.
*advocatus diaboli
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon contraindicatio am Dienstag 17. August 2010, 14:12

Nur den Kommunen mehr Freiraum zu gewähren stellt für mich auch keine Reform dar. Nur eine Aufsplitterung des Systems, völlig unnötig. Da haben wir dann Schulautonomie und am Ende steht eine Zentralmatura. Sehr sinnvoll.

:)

Wir brauchen einfach ein System, das weniger starr ist. Warum soll nicht mehr auf den einzelnen Schüler eingegangen werden, anstatt ihn wie heutzutage in ein Korsett zu zwingen, das nach unten nivelliert. Es gibt nun mal unterschiedliche Begabungen, denen ist Rechnung zu tragen. Vorzug eines Kurssystems wäre auch, dass die SchülerInnen mehr untereinander interagieren. Weniger starrer Klassenverband, mehr "Zwanglosigkeit".

Autonomie klingt gut, bringt aber rein gar nix. Grundsätzlich bin ich aber natürlich auch dafür, dass es unterschiedliche Systeme geben soll. Das Kurssystem für Eltern, die glauben, ihre Kinder sind förderungswürdig. Das bisherige System für Eltern, die Angst davor haben. Und dann natürlich ein total autonomes System für Eltern, die ihre Kinder unter die Fittiche von Bezirkskaisern geben wollen. Am Ende steht ohnedies die Zentralmatura, die Wege dorthin sollen halt unterschiedlich sein.

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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon UnART am Donnerstag 16. September 2010, 16:56

Mit einem weniger starrem System rennst bei mir offene Türen ein. Aber Autonomie und Zentralmatura sind keine Pendants, wenn der Bund die Rahmenbedingungen vorgibt und darüber hinaus autonome Schulen auf regionale Bedürfnisse eingehen dürfen oder eigene Wege versuchen. Vielfalt statt Einfallt heißt es immer. Nur mit Vielfalt kann es zu Entwicklungen (Mutation) kommen, die der dumpfen Einfalt verschlossen bleibt.
Kompetenzstreit um Lehrer zwischen Bund und Land gründet auf dem jeweiligen politischen Einfluss auf Lehrer. Autonome Schulen im Kommunenbereich können den Einfluss stark zurückdrängen, damit sich Lehrer ihrer Kernaufgabe widmen und nicht die falschen unterrichten.

Links:
Ausländerreport - Schule
2 Stunden Schulreform
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon UnART am Donnerstag 21. Oktober 2010, 15:54

Während Bund und Länder die Schulreform in einen Kompetenzstreit über die Zuständigkeit bei Lehrern sehen ist IHS-Chef Bernhard Felderer auf den richtigen Weg.
Schulen: IHS empfiehlt AutonomieVon WZ Online
Wien. Bei einer Reform der Schulkompetenzen muss nach Ansicht des Instituts für Höhere Studien (IHS) ein Ausbau der Schulautonomie im Mittelpunkt stehen. So sollten etwa die Schulen ihre Lehrer einstellen und auch ihren Direktor bestimmen können, so IHS-Chef Bernhard Felderer...
http://www.wienerzeitung.at/default.asp ... cob=523425

Erst Autonomie in der Personalpolitik mindert parteipolitischen Einfluss auf Schulen und bei Lehrern.

Link: Autonome Schulen
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Re: Wo geht’s hier zur Schulreform?

Beitragvon UnART am Freitag 22. Oktober 2010, 17:19

Der Kurier ganz in seinem Element,
während die Wiener Zeitung zum Thema: „Schulen: IHS empfiehlt Autonomie“, titelt,
findet das Qualitätsblatt seine Aufreißer-Schlagzeile nach Kurier-Linie:
Felderer: „Kein Grund für Verländerung der Schule“
Martina Salomon sieht in ihrem Kommentar die Schuld an der Bildungmisere gar beim Koralmtunnel, "weil das Geld für Wichtigeres benötigt wird..."
Haben wir nun ein finanzielles oder strukturelles Problem?

An sich klingt IHS-Chef Felder vernünftig:
Der Reform-Plan der Experten: Den Ländern soll nur noch formale Macht zugestanden werden – die reale Entscheidungsgewalt solle zwischen Bund und Schulen aufgeteilt werden. In der Praxis hieße das, der Bund würde ein einheitliches Lehrer-Dienstrecht sowie Inhalte und Ziele des Unterrichts vorgeben – und diese mit Bildungsstandards und Zentral-Matura überprüfen. Die Schulen wiederum könnten sich Lehrer und Direktoren selbst aussuchen. Felderer: „Eine Verländerung ohne mehr Schulautonomie wäre eine Katastrophe.“
Die Vorstellung der ÖVP-Landeshauptleute Pröll und Pühringer, wonach jedes Bundesland zum Beispiel die Dauer der Volksschule vorgeben dürfe bzw. eine Gesamtschule ablehnen oder einführen können soll, hält Felderer für „absurd“. „Für neun Bildungssysteme ist Österreich zu klein.“ – Philipp Hacker - © 22.10.2010 KURIER

Länder- oder Bundeskompetenz: - Wie bereits bemerkt, stellen weder Länder- noch Bundeskompetenz bei Lehrern eine wirksame Reform gegen die Bildungsmisere dar. Es geht auch nicht um die Absicherung eines vereinheitlichten oder verländerten Lehrer-Dienstrechts für Vertragsbedienstete oder gar Besoldete. Zum Teufel noch mal! - alle machtgeilen parteipolitischen Ansprüche sind aus dem Schulbereich zu drängen. Politik hat nichts in der Bildung verloren, dafür gibt es Akademien, welche wir teuer bezahlen.
„Alle Personal-Autonomie den Schulen“! - Lehrer dürfen sich je nach Eignung und Bedürfnissen bei Schulen bewerben – sei es eine Ganztagsschule, eine Gesamtschule, eine Schwerpunktschule oder … Allgemein gültig ist ein Standard-Dienstvertrag, darüber hinausgehende Rechte und Pflichten sind schulautonom.
Bildungsstandard: - Ebenso verhält es sich mit den Bildungsstandards, deren Level österreichweit geltender Regelung bedarf. Die Kontrolle unterliegt dem Bund. Ob diese Prüfungsvorgaben Zentral-Prüfung und Zentral-Matura heißen ist so was von „schnurz“. Ein Bildungsstandard stellt lediglich das Grundgerüst für einheitliche Qualität dar und erlaubt Schulübertritte. Autonome Schulen vermitteln und prüfen dazu jeweils ihre eigenen Schwerpunkte.
Bezahlung: - Der Bund leistet finanziell eine Schülerkopfquote. Freiwillige Mehrleistung obliegt Schulen bzw. Gemeinden. Ähnlich verhält es sich mit Schulschließungen wegen zu geringer Schülerzahl. Es wird Sache der Kommune, solche Schulen zu erhalten. Damit erledigt sich das unwürdige gegenseitige politische Abputzen zwischen Parteien, Gemeinden, Ländern und Bund, mit dem Bürger für dumm verkauft werden.

Erst Vielfalt bringt Mutation für die beste Bildung. Im natürlichen Prozess eifern der viele nach. Einheitsschulen mit Planlehrern sind ebenso zum Scheitern verurteilt wie die ehemalige Planwirtschaft.
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