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Kranke Finanzwelt

Aktuelles brisant verpackt.

Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon UnART am Donnerstag 10. November 2011, 21:01

Griechenland hat endlich seinen neuen Regierungschef. EU und Börsen jubeln.
Vorgestern war noch EZB-Vize Papademos der Favorit. Gestern kam der sozialistische Parlamentspräsidente Filippos BEZAHLNIEkos (Petsalnikos) ins Spiel. Wie will man mit solcher Vorbelastung Banken retten? Frankreichs Geldinstitute schrieben ihre Griechenland-Papiere bereits bis zu 60 Prozent ab. Heute schaut die Welt wieder ganz anders aus. Der nominierte Ex-Banker Papademos wird das Geld beim griechischen Volk einsparen und EU-Bürger dürfen ebenfalls ungefragt helfen. In Österreich heißt der Papademos (Staatspapi) Heinz Fischer. (Zusammensetzung von Demos (δῆμος), der altgriechische Begriff für Staat und Papa)
Warum einigten sich Parteien nicht gleich auf Papademos? War ihnen der Ex-Banker zu mächtig? Zwar brauchen ihn Parteipolitiker um unpopuläre Einsparungen nicht selbst erledigen zu müssen, aber der Banker wollte das Interregnum bis zu Neuwahlen über das Frühjahr ausdehnen und forderte weitere Vollmachten. Gab er es nun billiger oder zog die Deutschland-Frankreich-EU ihre unfolgsamen Hellenen an den Ohren?
Wenig änderte sich seit dem Mittelalter. Zu Zeiten des 1. römisch-deutschen Habsburgers wurden Regenten ebenfalls nicht vom Volk gewählt und die Parteien hießen Kurfürsten. 1273 krönten sie den Kompromiss-Kandidaten Rudolf I., der ihnen schwach genug schien ihre Hausmacht nicht zu schädigen. Stärkere Kandidaten mussten sich seinerzeit die Regentschaft erkaufen. Wie weit sich dieser Zustand in unsere Demokratien herüberrettete scheint wie ein Eisberg, der großteils unsichtbar unter Wasser schwimmt.
Italien wurde angeblich vom griechischen Virus angesteckt. Na ja, es handelt sich weniger um eine Epidemie oder treffender bezeichnet um eine Eudemie. Börsen nehmen sich, falls sie überhaupt ein Hirn haben, einen Kandidaten nach dem anderen vor. Die italienische Krankheit ist hausgemacht. Wussten sie, dass Syphilis, einst als 'Französische Krankheit' bekannt war und bei Franzmännern 'Italienische Krankheit' hieß? Aktuell ist sie als 'Bunga Bunga' zu begreifen.
Unterschiedliche Bezeichnungen gibt es auch beim 'Wiener Würstel' wie 'Frankfurter' in Deutschland und der Schweiz genannt werden. Im Bereich der EU gibt es ebenfalls Wiener Würstel, wenn man sich unsere Polit-Elite so betrachtet, aber das ist eine andere Geschichte.
( °) ( °) dada.
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon f.art reloaded am Freitag 11. November 2011, 01:47

UnART hat geschrieben:... Der nominierte Ex-Banker Papademos wird das Geld beim griechischen Volk einsparen und EU-Bürger dürfen ebenfalls ungefragt helfen. ....

Ich möchte bemerken, das Herr Lucas Papademos seit 1985 in der Bank von Griechenland gearbeitet hat und 1993 Vizechef dieses Institut wurde. Ab 1994 bis 2002 (Wechsel zur EZB als Vizepräsident). Somit hat der Herr zumindest einen Teil der Verantwortung zu tragen, was den Beschiss zum €-Wechsel betrifft.
Diesen Manipulator als "Rettungsanker" für Griechenland zu sehen, halte ich schon für einen Treppenwitz der Geschichte.
Der alte Indianer sitzt am Fluss und wartet, bis die Leichen seiner Feinde vorübertreiben…

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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon UnART am Freitag 11. November 2011, 02:36

f.art reloaded hat geschrieben:
UnART hat geschrieben:... Der nominierte Ex-Banker Papademos wird das Geld beim griechischen Volk einsparen und EU-Bürger dürfen ebenfalls ungefragt helfen. ....

Ich möchte bemerken, das Herr Lucas Papademos seit 1985 in der Bank von Griechenland gearbeitet hat und 1993 Vizechef dieses Institut wurde. Ab 1994 bis 2002 (Wechsel zur EZB als Vizepräsident). Somit hat der Herr zumindest einen Teil der Verantwortung zu tragen, was den Beschiss zum €-Wechsel betrifft.
Diesen Manipulator als "Rettungsanker" für Griechenland zu sehen, halte ich schon für einen Treppenwitz der Geschichte.

Österreichs Ex-Nationalbanker Klaus Liebscher schätzt Papademos seriös und integer ein. Ähnliche Töne vernimmt man EU-weit. Die werden schon wissen was sie wollen und das Volk darf erwarten was kommt.
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon f.art reloaded am Freitag 11. November 2011, 02:48

Fauxpas redigiert

f.art reloaded hat geschrieben:
UnART hat geschrieben:... Der nominierte Ex-Banker Papademos wird das Geld beim griechischen Volk einsparen und EU-Bürger dürfen ebenfalls ungefragt helfen. ....

Ich möchte bemerken, das Herr Lucas Papademos seit 1985 in der Bank von Griechenland gearbeitet hat und 1993 Vizechef dieses Institut wurde. Ab 1994 bis 2002 sogar Chef der Nationalbank (dann Wechsel zur EZB als Vizepräsident). Somit hat der Herr zumindest einen Teil der Verantwortung zu tragen, was den Beschiss zum €-Wechsel betrifft.
Diesen Manipulator als "Rettungsanker" für Griechenland zu sehen, halte ich schon für einen Treppenwitz der Geschichte.
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon majestix am Freitag 11. November 2011, 04:01

Lieber unartiger Heinz!

Die "Finanzwelt" ist nicht krank. Geld ist eine Ware, die den direkten Tauschhandel ersetzt. Diesen indirekten Tauschhandel betreiben Menschen im Auftrag anderer Menschen. Und diese Auftragsnehmer sind "die Finanzwelt". Schon die Bezeichnung "Finanzwelt" suggeriert eine andere, von der Realität abgehobene Welt.
Das trifft aber keineswegs zu. Hinter den Finanzinstituten stehen Menschen als Auftragsgeber, deren Gier nach MEHR vielleicht als krank zu bezeichnen wäre. Aber auch das trifft nicht für die Mehrheit zu. Der sog. kleine Sparer will zumindest die Inflation abgegolten haben, also keinen Wertverlust seiner Ersparnisse hinnehmen müssen.

Solange Banken nur soviel Geld als Kredit vergeben durften, als sie an Einlagen selbst zur Verfügung hatten, war "die Finanzwelt" noch in Ordnung. Hin und wieder gab es banca rotta, leere Kasse.
Dann kamen Staatsoberhäupter wie auch Politiker auf die Idee, Staatsgarantien gegen Geld zu tauschen, das sie der eigenen Bevölkerung nicht so einfach abknöpfen konnten. Und das ist das Dilemma. Der wahre Geldwert der gegenseitigen Verpflichtungen und Garantien war und ist nicht vorhanden.

Daß das System irgendwann zusammenbrechen muß, ist jedem mit Vernunft gesegnetem Menschen klar:

Kein Staat der Welt ist schuldenfrei, und kaum ein Staat kann seine Aufgaben ohne jährlich neue Schulden aufrecht erhalten.
Ich glaube, niemand weiß genau, wieviel an bedrucktem Papier als Zahlungsmittel weltweit kursiert, und mit welcher Wirtschaftsleistung der Wert der Zahlungsmittel begründet ist. Da gibt es lediglich grobe Schätzungen.
Stellte man diesen Schätzungen die absoluten Schulden aller Länder gegenüber, was natürlich nicht erfolgt bzw. nicht veröffentlicht wird, könnte man ja leicht feststellen, daß soviel Geld gar nicht vorhanden sein kann, wie angeblich verborgt wurde.

Nun sind demokratisch gewählte PolitikerInnen gern bereit, politische Wahlversprechen durch neue Schulden zu finanzieren, die irgendwann oder nie zu bezahlen sind.

Ich möchte Dir den Irrsinn an Hand österreichischer Realität vor Augen führen:
Jeder Erwerbstätige in Österreich (Männer und Frauen) liefert ca. 45% seines Bruttojahresverdienstes in Form von einkommensabhängigen Abgaben an den Staat ab. 30% davon zahlen die Dienstgeber zusätzlich.
100% der Bevölkerung zahlen 20% Mehrwertsteuer auf Konsumgüter und 10% auf Lebensmittel.

Trotzdem ist die Republik Österreich mit mehr als 60% des BIP verschuldet, und braucht zur Aufrechterhaltung des Status quo neuerlich Kredite, die von irgendwo kommen sollen.
Die österreichische Bevölkerung ist schon lange nicht mehr in der Lage, die von den gewählten Politikern eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Es ist also nur im Interesse der Politiker, daß das System erhalten bleibt. Koste es, was es auch immer kosten soll. Hinter mir die Sintflut, in 20 Jahren bin ich längst in Pension.

Wenn Griechenland derzeit eine Verschuldung von 200% des BIP hat, ist das eine relative Größe:
Steigt das BIP, sinkt die Verschuldung relativ, sinkt das BIP, steigt die relative Verschuldung.
Die Griechen sind aber nicht fähig, das BIP zu steigern. Das BIP wird eher sinken.
Griechenland ist für die EU als Wirtschaftszone völlig uninteressant. Für mich als Tourist auch. Ich kenne das Festland und fast alle Inseln. Die Präpotenz der Griechen gegenüber zahlungskräftigen Kunden habe ich mehrfach zur Kenntnis genommen. Es gibt auch andere, weitaus schönere Urlaubsregionen.

Ein weltweiter Schuldenschnitt ist meines Erachens unumgänglich, weil gerade die unterentwickelten Länder unter der derzeitigen Situation leiden.

Österreich wird von irgendwelchen Organisationen immer wieder kritisiert, weil Österreich im Verhältnis zum BIP weniger an Entwicklungshilfe leistet, als andere Staaten.
Geht´s noch dümmer? Österreich soll noch mehr Schulden auf sich nehmen, um vorwiegend in Afrika und Fernost Entwicklungshilfe zu leisten? Entwicklungshilfe wofür?

Krank ist nicht die Finanzwelt, sondern die Menschen, die davon profitieren wollen.
Das Leben ist ziemlich lebensgefährlich - Wer gesund stirbt, ist auch tot.
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon OHB am Freitag 11. November 2011, 11:28

Nobelpreisträger Krugman: EZB soll mehr Geld drucken

Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman rät den Europäern, für die Euro-Rettung die Notenpresse der Europäischen Zentralbank (EZB) anzuwerfen und so viele Italien-Anleihen wie nötig zu kaufen.

„Am Ende wird die EZB in den Abgrund blicken und sagen: Vergessen wir alle Regeln, wir müssen die Anleihen kaufen“, sagte Krugman dem deutschen „Handelsblatt“ (Freitag-Ausgabe). Der Preis eines Auseinanderbrechens des Euro sei zu hoch..................................

http://www.orf.at/#/stories/2088909/

mehr geld drucken
aufkaufen
vernichten
noch mehr geld drucken

der anfang vom ende?
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon f.art reloaded am Freitag 11. November 2011, 11:39

Herr Krugmann, der Befürworter Freier Märkte und sozialisierter Verluste, spricht in unruhigen Zeiten noch beunruhigendere Worte gelassen in die spekulativen Blasen raffgieriger Abzocker. Was das Anwerfen der (Banknoten)Druckerpresse betrifft: Wir dürfen ob dieser Option (?) den Untergang der "Wirtschaftsmacht" U.S.A. mit gebremsten Schaum verfolgen.

Was ist eigentlich mit Japan? Höchst verschuldeter Industriestaat mit den niedrigsten Zinsen auf Staatsanleihen. Was läuft hier verkehrt? :hmm:
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon majestix am Samstag 12. November 2011, 03:47

OHB hat geschrieben:noch mehr geld drucken

der anfang vom ende?

Ja sicher, der Anfang vom Ende der Finanzspekulationen hat schon begonnen. Das hat selbst ein BK Faymann in seiner intelektuellen Unbedarftheit mittlerweile kapiert.
Menschen mit Weitblick kaufen kein Gold oder Vorsorgewohnungen. Und schon gar keine buntbedruckten, fälschungssicheren Wertpapiere.
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon majestix am Samstag 12. November 2011, 04:24

f.art reloaded hat geschrieben:
Was ist eigentlich mit Japan? Höchst verschuldeter Industriestaat mit den niedrigsten Zinsen auf Staatsanleihen. Was läuft hier verkehrt? :hmm:

Es läuft nichts verkehrt, werter f.art:
Für China und Indien ist Japan als Produzent wichtiger, als Europa und die USA. Mittal beliefert Japans Autoindustrie mit billigem, aber hochwertigem Stahlblech, da kann unsere VOEST nicht mithalten.
Und Toyota, Mazda und Honda verkaufen ihre Produkte weltweit zu leistbaren Preisen, bei einem Markt von 8 Milliarden Menschen.
Wenn die deutschen Autobauer glauben, für ein heimisches Premiumklientel produzieren zu müssen, fallen sie auf die Schnautze wie Porsche, wo der Schwanz mit dem Hund wedeln wollte.
China liefert Seltene Erden - wenn überhaupt - wohin? Nach Japan. Und mit erheblichem Preisaufschlag in die USA.
Ich habe schon vor Jahren geschrieben, der schlafende Riese ist längst aufgewacht, aber niemand wollte es wahrhaben.
Wer kann China heute noch die Stirn bieten?
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon Gast am Samstag 12. November 2011, 07:06

majestix hat geschrieben:Lieber unartiger Heinz!

Die "Finanzwelt" ist nicht krank. Geld ist eine Ware, die den direkten Tauschhandel ersetzt. Diesen indirekten Tauschhandel betreiben Menschen im Auftrag anderer Menschen. Und diese Auftragsnehmer sind "die Finanzwelt". Schon die Bezeichnung "Finanzwelt" suggeriert eine andere, von der Realität abgehobene Welt.
Das trifft aber keineswegs zu. Hinter den Finanzinstituten stehen Menschen als Auftragsgeber, deren Gier nach MEHR vielleicht als krank zu bezeichnen wäre. Aber auch das trifft nicht für die Mehrheit zu. Der sog. kleine Sparer will zumindest die Inflation abgegolten haben, also keinen Wertverlust seiner Ersparnisse hinnehmen müssen.

Solange Banken nur soviel Geld als Kredit vergeben durften, als sie an Einlagen selbst zur Verfügung hatten, war "die Finanzwelt" noch in Ordnung. Hin und wieder gab es banca rotta, leere Kasse.
Dann kamen Staatsoberhäupter wie auch Politiker auf die Idee, Staatsgarantien gegen Geld zu tauschen, das sie der eigenen Bevölkerung nicht so einfach abknöpfen konnten. Und das ist das Dilemma. Der wahre Geldwert der gegenseitigen Verpflichtungen und Garantien war und ist nicht vorhanden.

Daß das System irgendwann zusammenbrechen muß, ist jedem mit Vernunft gesegnetem Menschen klar:

Kein Staat der Welt ist schuldenfrei, und kaum ein Staat kann seine Aufgaben ohne jährlich neue Schulden aufrecht erhalten.
Ich glaube, niemand weiß genau, wieviel an bedrucktem Papier als Zahlungsmittel weltweit kursiert, und mit welcher Wirtschaftsleistung der Wert der Zahlungsmittel begründet ist. Da gibt es lediglich grobe Schätzungen.
Stellte man diesen Schätzungen die absoluten Schulden aller Länder gegenüber, was natürlich nicht erfolgt bzw. nicht veröffentlicht wird, könnte man ja leicht feststellen, daß soviel Geld gar nicht vorhanden sein kann, wie angeblich verborgt wurde.

Nun sind demokratisch gewählte PolitikerInnen gern bereit, politische Wahlversprechen durch neue Schulden zu finanzieren, die irgendwann oder nie zu bezahlen sind.

Ich möchte Dir den Irrsinn an Hand österreichischer Realität vor Augen führen:
Jeder Erwerbstätige in Österreich (Männer und Frauen) liefert ca. 45% seines Bruttojahresverdienstes in Form von einkommensabhängigen Abgaben an den Staat ab. 30% davon zahlen die Dienstgeber zusätzlich.
100% der Bevölkerung zahlen 20% Mehrwertsteuer auf Konsumgüter und 10% auf Lebensmittel.

Trotzdem ist die Republik Österreich mit mehr als 60% des BIP verschuldet, und braucht zur Aufrechterhaltung des Status quo neuerlich Kredite, die von irgendwo kommen sollen.
Die österreichische Bevölkerung ist schon lange nicht mehr in der Lage, die von den gewählten Politikern eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Es ist also nur im Interesse der Politiker, daß das System erhalten bleibt. Koste es, was es auch immer kosten soll. Hinter mir die Sintflut, in 20 Jahren bin ich längst in Pension.

Wenn Griechenland derzeit eine Verschuldung von 200% des BIP hat, ist das eine relative Größe:
Steigt das BIP, sinkt die Verschuldung relativ, sinkt das BIP, steigt die relative Verschuldung.
Die Griechen sind aber nicht fähig, das BIP zu steigern. Das BIP wird eher sinken.
Griechenland ist für die EU als Wirtschaftszone völlig uninteressant. Für mich als Tourist auch. Ich kenne das Festland und fast alle Inseln. Die Präpotenz der Griechen gegenüber zahlungskräftigen Kunden habe ich mehrfach zur Kenntnis genommen. Es gibt auch andere, weitaus schönere Urlaubsregionen.

Ein weltweiter Schuldenschnitt ist meines Erachens unumgänglich, weil gerade die unterentwickelten Länder unter der derzeitigen Situation leiden.

Österreich wird von irgendwelchen Organisationen immer wieder kritisiert, weil Österreich im Verhältnis zum BIP weniger an Entwicklungshilfe leistet, als andere Staaten.
Geht´s noch dümmer? Österreich soll noch mehr Schulden auf sich nehmen, um vorwiegend in Afrika und Fernost Entwicklungshilfe zu leisten? Entwicklungshilfe wofür?

Krank ist nicht die Finanzwelt, sondern die Menschen, die davon profitieren wollen.
"Hinter den Finanzinstituten stehen Menschen als Auftragsgeber, deren Gier nach MEHR vielleicht als krank zu bezeichnen wäre. Aber auch das trifft nicht für die Mehrheit zu. Der sog. kleine Sparer will zumindest die Inflation abgegolten haben, also keinen Wertverlust seiner Ersparnisse hinnehmen müssen."


"Der sog. kleine Sparer will zumindest die Inflation abgegolten haben, also keinen Wertverlust seiner Ersparnisse hinnehmen müssen."

Und damit beginnt die Krankheit - auch wenn es am Anfang (hier) nur nach einer unbedeutenden Verkühlung aussieht.


Das "Ich bekomme etwas, weil ich schon so viel habe" IST die Krankheit.

Und die Kur ist: NIEMAND bekommt etwas, weil er/sie/es bereits so viel hat.


Im übrigen ist das ein sehr schön gestaltes Posting, dem ich, soweit ich ihm folgen kann, zustimme.
Es ist immer 'Spiel und Spaß'. Bis jemand verletzt wird.
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon UnART am Samstag 12. November 2011, 12:37

Hallo Majestix,
deinem gut fundierten Beitrag kann ich mit wenigen Einschränkungen zustimmen.
Die Finanzwelt sind ja Menschen, die sich darin bewegen, welche Regeln bestimmen und nach gutdünken verändern. Sie schaffen ein System, dass schon lange siecht und nur durch Kunstgriffe am Leben gehalten wird. Mit Nichts Werte und Gewinn zu schaffen kann auf die Dauer nicht gutgehen. Im bildlichen Vergleich löscht man Feuer mit Öl .
Damit kommen wir zum Geld. Geld ist keine Ware, wird jedoch zur Bereicherung weniger und zum Schaden vieler in diesem Sinne missbraucht.
Klar, dieses Pauschalurteil ist Schwarz/Weiß, doch die Relativierung von Sinn und Unsinn füllt ein Buch.
( °) ( °) dada.
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon f.art reloaded am Samstag 12. November 2011, 12:50

Schubsen Sie das n aus dem ersten Wort der Überschrift, und wir sind uns einig, werter UnART.
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Krake Finanzwelt

Neuer Beitragvon Gast am Samstag 12. November 2011, 13:29

Finaz? Sinablkirchn und Stinatz ...
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon majestix am Sonntag 13. November 2011, 01:11

f.art reloaded hat geschrieben:Schubsen Sie das n aus dem ersten Wort der Überschrift, und wir sind uns einig, werter UnART.


Gute Idee, vielleicht sollte man alle n wegschubsen, die am Ende eines Wortes stehen, und die Mehrzahl bedeuten. Österreich hätte dann nicht mehr Milliarden an Defizit, sondern nur mehr eine Milliarde.
Eine kreativere Entschuldung ist fast nicht vorstellbar.

Warren Buffett hat auch ein passables Rezept zur Eindämmung des Staatsdefizites:
Wenn das Defizit über 3% des BIP steigt, sind per Gesetz sämtliche Regierungsmitglieder und Mandatare von der Wiederwahl ausgeschlossen.
Da wäre automatisch Schluß mit irrealen Fordungen eines Herrn Neugebauer und mit Wahlzuckerln
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Re: Kranke Finanzwelt

Neuer Beitragvon majestix am Sonntag 13. November 2011, 01:42

UnART hat geschrieben: Geld ist keine Ware, wird jedoch zur Bereicherung weniger und zum Schaden vieler in diesem Sinne missbraucht.
Klar, dieses Pauschalurteil ist Schwarz/Weiß, doch die Relativierung von Sinn und Unsinn füllt ein Buch.


Darüber kann man endlos diskutieren. Natürlich ist Geld nur ein Zahlungsmittel, und keine Ware im klassischen Sinn. Da aber Geld im Sinn des Tauschhandels, der ja nach wie vor Grundlage der Ökonomie ist, an Stelle einer realen Ware tritt, wird es selbst zur Ware.

Es wäre jedem anzuraten, Bruno Kreiskys Empfehlung zu folgen: Lernens Geschichte! Fast alles, was passiert, hat es schon gegeben, und alles, was einmal passiert ist, ereignet sich immer wieder einmal.

Auf Pump leben mit laufender Geldentwertung hat schon das Imperium Romanum zu Fall gebracht. (Das im Detail zu erläutern führt hier aber zu weit)

Nun halte ich die Kreditwirtschaft nicht grundsätzlich für schlecht. Im historischen Kontext hat sie vieles ermöglicht, was sonst nicht zu realisieren gewesen wäre. Daß das Kreditwesen eine ungeregelte Eigendynamik bekommen konnte, ist die Schuld ahnungsloser Volksvertreter. Finanzminister wie Kaunitz oder Koren hätten die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Österreich ganz sicher verhindert.
Und Mizzi Fekter? Schwafelt nur Unsinn.

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