Wer unser Haus betritt, soll uns lieber bewundern als unsere Einrichtung, meinte vor langer Zeit Lucius Annaeus Seneca.
Doch in unseren Zeiten leben wir nun mal lieber möbeliert. Während die Allgemeinheit für meist spartanische Mobilien extra bezahlt, bekommt sie ein Bankdirektor von seiner Bank quasi geschenkt. Dazu wird das vorhandene Inventar vorher von ihm ausgesucht!
360.000 Euro soll der Einrichtungswert der Bleibe von Ex-Bawag-Chefs Elster betragen. Die meisten Österreicher hätten diese Summe gerne für Grund, Hausbau und Einrichtung zur Verfügung.
Fähigkeiten und daraus resultierende Vorteile sollen keinen Neidkomplex auslösen, auch wenn sie darin besteht, Milliarden in den Karibik-Sand zu setzen - ein Bösendorfer-Flügel zwischen 30.000 und 100.000 Euro treibt allerdings Manchem den Hut hoch.
Zählt zur Einrichtung auch Literatur, die nicht Wenige im Kilopreis einhandeln. Beim Ex-Bawag-General dürften sich darunter keine humanistischen Werke befinden, oder zumindest wurden sie nicht gelesen. Bei Lexia sollte Helmut Elsner mehr der Bereich mit Strafrecht interessieren und es verwundert, dass zu diesem Studium noch nicht die Klausur hinter Gittern gewährt ist.
In Symbiose mit seinem Nachbar Ex-ÖGB-Fritzl Präsident Verzetnitsch sitzt der Ex-Bawag-General am Dach über Wien, dort haben sie es sich eingerichtet und sehen gemeinsam noch aufs gemeine Volk hinab.
Allerdings könnten sie in ihrem Swimming-Pool bald im doppelten Sinne der Bedeutung baden gehen.
Fritz Vertzetnitsch bürgte mit ÖGB-Mitgliedbeiträgen für Verluste der Bawag, wofür die Bawag beide Freunde mit Penthäusern belohnte. Doch wer belohnte hier?
Ein Vorstand ist eine Einrichtung, die es einem ermöglicht, nicht allein schuldig zu sein.
Schuld verteilt sich auf verschiedene Schultern und wird so lange hin und hergeschoben, bis niemand schuldig ist.
Helmut und Fritz pochen auf ihre Verträge, verwenden von Bürgern und Mitgliedern bezahlte Einrichtungen zur Durchsetzung der Rechtswirksamkeit.
ÖGB-Fritzl bemüht die Rechts-Vertretung der Arbeiterkammer zur Erlangung seines Pensionsrechts. Bei wem ist ein gewesener Präsident der Zentralgewerkschaft Arbeitnehmer? Bei den Beitragszahlern, oder dem Verein dem er vorsteht?
Für Helmuts bedenkliche Aktionen bürgen alle Österreicher, auch 274.000 jobsuchende anteilmäßig mit 110 Euro. Ebenfalls die 62.000 AMS-Schulungsteilnehmer. (Was ist das für Schulung? Eine Arbeitslosen-Schulung? Wenigsten Schulungsleiter und Arbeitslosen-Verwalter sind eine Wachstumsbranche!)
Nun sollen alle Österreicher noch die Durchsetzung der wohlerworbenen Rechte des Ex-Bankers finanziell einrichten!
060202 © www.unart-forum.com

