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nochmals zu Mißhandlung
Re: nochmals zu MißhandlungNachsatz.... ich finde es gut und wichtig, dass wenigstens der Standard genau solche Artikel bringt. Sie sind ganz, ganz wichtig.
Schade, dass sich eine so große Zeitung wie der Kurier nicht dazu durchringen kann, auch so etwas Ähnliches zu bringen.
Re: nochmals zu Mißhandlungkinder groß ziehen ist zwar kein beruf
jedoch eine berufung viele junge menschen sollten eine elternschule besuchen aber freiwillig gehen fast keine hin und zwingen da heißt es gleich wieder diktatur ![]()
Re: nochmals zu Mißhandlung
Na ja, ein bisserl Druck würde schon helfen. Ich mein so ein Kurs in Babypflege alleine machts ja auch nicht. Da wird im Grunde genommen nur das physische Drumherum gelehrt, was aber die Psyche der Babys und der Eltern betrifft wird leider nichts gemacht. Soviel ich weiß gibt es ja noch Hebammen die zu den Problemfällen auf Hausbesuch kommen, aber leider nur bei den Problemfällen. Ich könnte mir vorstellen dass man mit regelmäßigen Hausbesuche und Kursen das Problem einigermaßen händeln könnte, sprich die Zahl der Kindesmißhandlungen würde innerhalb weniger Jahre Signifikant fallen.
Re: nochmals zu Mißhandlung
schon richtig aber wenn freiwillig dann geht keiner hin wirds vorgeschrieben steigen wieder alle auf die barrikaden und der tenor - wir haben ja eh die jugendwohlfahrt so schauts aus bei uns ![]()
Re: nochmals zu Mißhandlung
Wenn keiner Freiwillig hin geht dann muß man die Leute halt a bisserl schubsen. Am besten wäre eine Kombination mit dem Mutter/Kind-Pass betreffs der Vorsorgeuntersuchungen. Bei jedem Untersuchungstermin müsste dann die Mutter oder der Vater, wer halt grad hingeht, eine Bestätigung über einen absolvierten Kurs mit Prüfung mitbringen. Ist die Bestätigung da ist alles ok, wenn nicht gibts eine Meldung bei der Fürsorge oder Jugendamt. Die Kurse müssten halt von Gesundheitsamt mit Unterstützung des Jugendamtes abgehalten werden. Mit halbherzigen Gehns bitte wollns ned vielleicht doch a bisserl was lernen wird man nichts verändern können.
Re: nochmals zu MißhandlungElba, wär gar keine schlechte Idee. Oder.....gekoppelt mit Familienbehilfe z.B. Wär auch eine Möglichkeit.
Re: nochmals zu Mißhandlung
Die Koppelung an die Familienbeihilfe könnte eine Zusätzliche Motivation sein. Sollte man eine(n) Kurs oder Schulung "vergessen" gibt es solange bis der Nachweis über einen erfolgreichen Besuch eines Kurses oder einer Schulung nur die halbe Familienbeihilfe. Nach erbrachten Nachweis könnte der bis dahin aufgelaufene Betrag dann ausbezahlt werden. Ich bin mir fast sicher das die "Erziehung" übers Geldbörsel noch immer die probateste Methode ist den Menschen zum Nachdenken zu bringen. Geldstrafen würden nichts bringen, die werden halt irgendwie bezahlt. Wenn aber immer wieder wer kommt (vor allem unangemeldet) und nachschaut wie es da in der Familie zugeht könnte wahrscheinlich vieles im Vorfeld verhindert werden.
Re: nochmals zu MißhandlungJa, wär gut. Nur, du brauchst die Leute dazu. Ist eine Frage der Finanzierbarkeit. Außer....man sucht andere Lösungen. Wie sehr geschult müssen denn die Leute sein, die nachschauen gehen? Braucht man da eine spezielle, langdauernde Schulung oder Ausbildung dazu?
Wie wäre es mit willigen Pensionisten oder Studenten? Diese Kontrolle könnte doch fast jeder durchführen, oder?
Re: nochmals zu Mißhandlung
Und ich bin der Meinung, dass du zwar sagen kannst was du willst, trotzdem nicht Recht hast. Deine Äußererung "dass sich der KURIER nicht durchringen kann" ist jedoch entbehrlich. Nicht alles, was du nicht liest, ist nicht geschrieben. "Kurier" vom 02.12.2007 Seite: 11 Ressort: Chronik Dieter Strasser Länder, Ti, Morgen Kindesmisshandlung Der Feind im Haus: Wenn Eltern töten Die Schicksale misshandelter Kinder machen Schlagzeilen. Warum müssen Kinder innerhalb der eigenen Familie sterben? Am Heiligen Abend 1988 prügelt ein Mann seinen zweijährigen Neffen tot. Mutter und Onkel packen den kleinen Körper in eine Tasche und werfen sie in die Mur. Ein Vater quält 1997 seinen zweieinhalb Jahre alten Sohn zu Tode, weil er in die Hose gemacht hatte. 2003 wird in Wien ein zehnjähriges Mädchen nach einer Folterorgie vom Vater im Spital abgeliefert, ihr Genitalbereich mit Zigaretten verbrannt, die Rippchen der Reihe nach gebrochen. Der siebzehn Monate alte Luca starb vor vier Wochen. Er wurde bis in seinen Tod geschunden. Diese Misshandlungen sind in ihrer Grausamkeit exzessiv. Ungewöhnlich sind sie nicht. Die größte Gefahr droht Kindern immer noch in der eigenen Familie, es ist ein chronisches Leiden, an dem die Gesellschaft krankt. Schätzungen nach werden in Österreich jährlich 100.000 Kinder misshandelt - die Dunkelziffer ist hoch. Dunkle Seiten Biologische Faktoren können Grausamkeiten gegenüber Kindern nicht ausreichend erklären. Das Diktat der Evolution führt dennoch direkt ins Reich der Verhaltensbiologie: zu den dunklen Seiten der Elternschaft. "Im gesamten Tierreich sind die ersten Reaktionen auf Nachkommen nicht immer positiv", sagt der Wiener Verhaltensforscher John Dittami: "Mutterliebe muss man dressieren und lernen." Ohne eine stabile Eltern-Kind-Bindung bleiben Kinder den Eltern fremd. Die tieferen Defizite unserer Natur liegen da vergraben, wo Tiere die Kontrolle verlieren und Väter zuschlagen. Dittami: "Aggressivität ist eine Reaktion auf das soziale Umfeld, ein natürlicher Mechanismus, um mit selbst erlittener Aggression zurecht zu kommen." Es ist der Stress des täglichen Lebens und wirtschaftlicher Not und der Krach in Beziehungen, der sich am Ende an den Schwächsten entlädt. Die Akzeptanz der Gewalt im Kinderzimmer hat eine historische Dimension. "Noch vor hundert Jahren tolerierte die Gesellschaft stillschweigend das Töten von Kindern", sagt der Erziehungswissenschafter Johannes Gstach. Bis heute wird das Argument der "g'sunden Watschen" gerne in Erziehungsfragen eingebracht. Gstach: "Allerdings ist das soziale Korrektiv hoch. Vor dem Nachbarn tut man so was eher nicht." Risikolage Es gibt soziale Milieus, die für Kinder eine erhöhte Risikolage mit sich bringen. Wenn etwa in den USA ein Stiefvater den Platz des leiblichen Vaters einnimmt, wächst die Chance, dass Kleinkinder getötet werden, um das 70-Fache, so die kalifornische Anthropologin Sarah Hrdy. "Stiefväter sind in solchen Fällen mit einer für sie unbekannten Situation konfrontiert", sagt John Dittami, "und sie haben eigentlich keinerlei Bindung zu den Kindern." Kann aber der Gesetzgeber die Brutalität im Kinderzimmer wirksam kontrollieren? Hinweise auf Misshandlung landen in vielen Fällen zunächst bei der Jugendwohlfahrt und nicht bei der Polizei. Selbst nach dem Fall Luca stehen Ärzte und Sozialarbeiter einer generellen Verpflichtung, alle Verdachtsfälle sofort bei der Exekutive zu melden, skeptisch gegenüber. http://www.kinderschutz.at ![]() Quis custodiet ipsos custodes?
Re: nochmals zu Mißhandlung
Hm, eine Gretchenfrage.... Soviel bekannt ist möchte ja der Staat seine Dienerschaft in diversen Ämtern abbauen, vielleicht könnte man ja da ansetzen. Natürlich müssten dies Leute Schulungen und Unterweisungen erhalten. Da könnte z.B. das AMS aushelfen, gibt es doch zu Hauf Kurse die nicht geführt werden weil es keine Interessenten dafür gibt, das Geld jedoch schon ausgegeben wird. In etwa wäre diese Arbeit mit der Arbeit eines Bewährungshelfer zu vergleichen. So ein Bewährungshelfer hat vielfältige Arbeit zu erledigen, z.B. Hilfe bei Amtswegen, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, er hat regelmäßige Treffen mit seinen Schützlingen und damit auch die Möglichkeit leichte Lenkung zu betreiben. Man könnte da ja viele der Pädagogikstudenten und Lehramtsaspiranten dafür verwenden, die müssten dann wenigsten nicht mit Taxifahren und Messebau ihr Geld verdienen sondern mit ihrem Sach- und Fachwissen das sie sich während des Studiums angeeignet haben. Natürlich kostet das Geld, was kostet heute kein Geld, aber besser für solche Vorsorge Geld ausgeben als hinterher Geld für Schadensbeseitigung ausgeben. Das Problem werden wir leider nicht lösen können, dazu sitzen wir viel zu weit weg von den maßgeblichen Stellen. Aber wer weiß, vielleicht lest ja der eine oder andere der hohen Herren bei uns mit und kann davon was anwenden. Ich glaub aber nicht dass wir dabei erwähnt werden, dazu sind wir viel zu unbedeutend.....
Re: nochmals zu MißhandlungTrab....zuerst einmal DANKE für den Artikel!
Nein, ich habe ihn noch nicht gelesen, ich bin beim Lesen der Printausgaben immer hinten nach. Online ist mir nichts aufgefallen. Dass du sauer bist, wenn ich die Konkurrenz lobend erwähne, verstehe ich auch. (naja, im Online Standard besteht ja noch die Möglichkeit, zu den Artikeln zu posten.....zum "Interaktiv" des Kuriers sag ich jetzt lieber nix....) Der von dir gebrachte Artikel ist hinsichtlich der Erklärung, woher diese Aggressivität kommt, sehr gut. Z.B., dass Stiefväter mit ihren Stiefkindern oft nichts anfangen können. Auch, dass das Reaktionen auf selbst erlittene Mißhandlung sind. Eine Bitte jetzt von mir (ich weiß, schäbig, denn dann könnt man sich ja das Lesen der Kurier Printausgabe ersparen... Ohne, dass man dich vorher ärgern muss? ![]()
Re: nochmals zu Mißhandlung
Hoffentlich!!!!
Re: nochmals zu Mißhandlung
glab ih eher net!
Re: nochmals zu MißhandlungIch halte sämtliche diesbezüglichen Spekulationen für reine Theorie:
Erstens kann man nicht alle Eltern überwachen, zweitens wie kämen ordentliche Eltern, die ihre Kinder lieben, eigentlich dazu, sich überwachen zu lassen dritten sind das ja höchst selten Vorsatzdelikte, sonder Affekthandlungen. Es ist unbestreitbar, dass Kinder nerven können. Und bei fremden Kindern stört einen das noch viel mehr. Wenn ein überforderter (Stief)Elternteil einmal auszuckt, denkt der oder die sicher nicht über die Folgen nach. Und das Kindergeld oder sonstwas ist in diesem Moment völlig wurscht. Man kann auch gar nicht verallgemeinern, solche Ergnisse spielten sich nur in diesem oder jenem Milieu ab. Man kann vielleicht behaupten, dass ein Randgruppendasein die Gewaltbereitschaft gegen Kinder erhöht (ob das stimmt, weiß ich nicht), aber als alleinige Ursache trifft es sicher nicht zu. Problematisch sind vielleicht Patchworkfamilien, jedenfalls aber häufig wechselnde LebenspartnerInnen und zu junge Eltern. Man studiere nur den Kurier-Artikel http://kurier.at/nachrichten/chronik/125010.php : Die 19-Jährige hatte im heurigen Jahr ihren Ehemann verlassen und war von Deutschland zu einer Verwandten nach Wien gezogen, um hier ein neues Leben zu beginnen. Ihre zwei kleinen Kinder ließ sie bei ihrem Mann zurück. In der Bundeshauptstadt lernte sie dann den 33-Jährigen kennen, der wie sie gelegentlich in einem Hotel als Reinigungskraft tätig war. Das paßt vordergründig nicht zum Thema, ich denke aber, dass das Verlassen der eigenen Kinder manifester Liebesentzug ist, was ja auch eine Form der Mißhandlung darstellt. Es gibt nicht nur physische, sondern auch psychische Gewalt. Das Leben ist ziemlich lebensgefährlich - Wer gesund stirbt, ist auch tot.
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