"Kurier" vom 14.09.2010
Ressort: Chronik
Seite: 23
Ausgabe: Wi,Abend,Wi,Morgen
Eröffnung
"Für Verständnis bei den Nachbarn sorgen"Seit zweieinhalb Jahren gehört das Zinshaus Johnstraße 45 der Stadt Wien, bewohnt wird es von Punks aus dem In- und Ausland. Was am Anfang nicht nur in der direkten Nachbarschaft ein Aufreger war, hat sich mittlerweile eingeschliffen. Natürlich gibt es hin und wieder noch Beschwerden wegen Lärmbelästigung, die Bewohner der Pankahyttn fühlen sich aber in ihrem Grätzel bestens integriert - und laden ab sofort zu einer selbst gestalteten Ausstellung unter dem Titel "Punk in Wien".
Auf riesigen Tafeln wird chronologisch die Geschichte der Wiener Punkbewegung aufgearbeitet. Dabei wird hauptsächlich mit Plakaten, Zeitungsausschnitten, Zeitschriften und Fotos gearbeitet. Erklärungen zu einzelnen Objekten fehlen leider. "Während der Öffnungszeiten ist immer jemand von uns da, den man fragen kann", erklärt Anna, die selbst viel Zeit in die Planung und Gestaltung der Ausstellung gesteckt hat.
Kunst an der Wand
Highlights sind zwei riesige Wandgemälde, die die Schau sichtbar aufwerten. Filme und Computerstationen gibt es ebenfalls.
"Ganz nach unserem Motto ,Alles für alle kann jeder vorbeischauen, der sich interessiert. Vielleicht kommen ja auch viele Nachbarn, bei denen wir für Verständnis sorgen können", sagt Anna, die zwar nicht in der Pankahyttn lebt, sich aber selbst als Dauergast bezeichnet.
Seit dem Frühjahr wurde die Veranstaltungshalle im Hof um 500.000 Euro saniert, "die Bewohner haben bei den Arbeiten mitgeholfen", erklärt Heimo Rampetsreiter vom Fonds Soziales Wien, der das Projekt betreibt. Derzeit sind 19 Personen in dem 18-Zimmer-Haus gemeldet, die Betriebskosten zahlen die Bewohner selbst.
http://www.pankahyttn.isdrin.atBis 11. 12., jeden Di. 10 bis 14 Uhr und jeden Do. 15 bis 19 Uhr, Pankahyttn (14., Johnstr. 45), Eintritt frei.
Copyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2010.