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Lokalaugenschein PankahyttnLokalaugenschein PankahyttnEs ist 16.30, ich stehe vor dem Haus in der Johnstraße, in dem die Punks leben. Ich hab einen Begleiter mitgenommen – man weiß ja nie... An den Fenstern hängen Tücher mit Sprüchen – von den „Runen-SS“ ist nichts zu sehen, auch keinerlei Hinweis auf eine Verbindung zwischen „Sozialarbeiter“ und „SS“. Allerdings sind einige Tücher verwickelt, und nicht zu Gänze lesbar.
Die Türe ist versperrt, es sind 5 Klingeln angebracht: 1. Stock, 2. Stock, 3. Stock, 4. Stock, 5. Stock. Also einfach reingehen geht nicht. Ich schau mir also zuerst an, was da zu sehen ist. Die Fenster schauen so aus, als wären sie vor kurzem erneuert worden. Einige sind geschlossen, andere offen. An der Türe hängen Plakate: „Rassismus ist hier nicht erwünscht“. Am Fenster ist ein älteres Plakat angeschlagen. Am 14.7. hat ein Sommerfest stattgefunden. Die Punks haben dazu die Nachbarn zu Kaffee und Kuchen eingeladen und sich gleichzeitig dafür entschuldigt, dass es etwas lauter werden könnte. Was machen wir jetzt? Wir kommen nicht rein. Da ist eine Trafik im selben Gebäude. Mein Begleiter und ich beschließen, zuerst Mal die Nachbarschaft zu den Punks zu befragen.
Re: Lokalaugenschein Pankahyttn
reporter ohne grenzen? ![]()
Re: Lokalaugenschein Pankahyttn
na klar, ich hab ja geschrieben, ich schau mir das selbst an, und versuch mir ein Bild zu machen - wir kennen ja die Position der punks noch nicht
Ein "Betroffener" ?Wir betreten die Trafik. Eine gute Gelegenheit, nach kindersicheren Feuerzeugen zu suchen, die Kinder jederzeit in Betrieb nehmen können. Ein junger Mann steht dort und plaudert mit der Trafikantin. (Wobei ich jetzt natürlich nicht weiß, ob das eine Angestellte ist oder die Inhaberin – das hab ich sie nicht gefragt. Daher Trafikantin mit Vorbehalt). Er trägt Armeehosen, ein Leibchen, auf seinen Oberarmen befinden sich Tätowierungen. Seine Haare sind bis auf einen Streifen in der Mitte kurz geschoren und grün gefärbt, der Mittelstreifen ist lang und violett und auf die linke Kopfhälfte frisiert. In seiner Nase und in den Lippen sind Piercings.
Die freundliche Trafikantin fragt nach meinen Wünschen. Ich frage, ob sie „more“ hat und beschreibe ihr das Aussehen der Packung. Der junge Mann scheint sie zu kennen, er unterstützt mich sofort sehr freundlich. Sie hat sie nicht, der junge Mann rät mir, „moods“ zu probieren, die seien so ähnlich. Ich kenne moods (mit Vanille), Freunde von mir rauchen sie. Mir sind sie zu stark. Ich kaufe also eine kleine Packung moods und natürlich ein Feuerzeug. Diesmal mit Streifen – ich möchte ja wissen, ob mein kleiner Freund das Ding betätigen könnte. Der junge Mann ist so freundlich, dass ich ihn gleich frage, ob er zu den Punks im Haus gehört. Überrascht höre ich seine Antwort: „Nein, Gott sei Dank nicht“. Verdutzt frage ich ihn: Aber irgendwie schaust du schon so aus. Er grinst und meint: „Ja, aber zu denen gehör ich nicht“. Ich frag nach: „Wieso, sind die irgendwie nicht o.k.“? Er zögert und meint: „Naja, die machen Lärm und hängen nur so herum. Die arbeiten nicht, schlafen den ganzen Tag und in der Nacht gibt es Krawall und die Polizei ist dauernd da.“ Jetzt bin ich wirklich ziemlich verdattert – also stimmt es doch? Sie sind eine Belästigung für die Nachbarschaft! Ich frag also weiter: „Sag Mal, kennst du die?“ Er: „Nein“. Ich: „Woher weißt du das dann, wohnst du hier?“ Er: „Nein, aber ich hab davon gehört“... Spannend. Er weiß es also nicht, aber hat davon gehört. Gut. Also keine zuverlässige Quelle: „Hörensagen“. Ein "Betroffener"??
Re: Lokalaugenschein PankahyttnWar spannend!
Nach meinen ersten Lokalaugenschein wollt ich ja nicht mehr hin, weil damals schon nix los war. Und jetzt war noch weniger los. Die Transparente - wie in der Nacht, nicht alle lesbar... Der Erdgeschossraum, den ich damals als "Gemeinschaftsraum" zu erkennen geglaubt habe - geschlossen. Der Platz davor - keine Tische, keine Sessel, keine Punks - leer. Keine ohrenbetäubende Musik, Straßenlärm - eigentlich fad. Nicht einmal ein 10A - ohne Fahrer, der die Johnstraße in eine Rutsche verwandelt. Abwarten - und die Idee - die Trafik shine on you crazy diamond
Re: Lokalaugenschein Pankahyttn
Ich hab aber beim Runtergehen einen 10A gesehen - du nicht?
Re: Ein "Betroffener" ?
Da war ich auch baff - mein ertser Gedanke war: "Du verleugnest dein eigen Fleisch und Blut" - nein natürlich nicht, ich hab mir nur gedacht, der traut sich nicht, es zuzugeben. Allerdings, er war schon in der Trafik, bevor wir reingekommen sind plauderte nett mit der Trafikatin und ist auch noch lange, nachdem wir draußen waren, noch immer drinne gewesen.... Interessant irgendwie - Punks gegen Punks, gute Punks gegen böse - das hat mich verwirrt... shine on you crazy diamond
Re: Lokalaugenschein Pankahyttn
Ja, nur der ist nicht ohne Fahrer quer über die Straße Richtung Schönbrunn geschlittert - das wär "Äktschn" gewesen shine on you crazy diamond
Re: Lokalaugenschein Pankahyttn
So viel Äktschn brauch ich nicht - oder zumindest halt eine andere
Eine AnrainerinAber: Da ist ja die Trafikantin. Sie ist ja den ganzen Tag da und wird mehr wissen. Ich frag also sie, was sie so über die Punks denkt. Also, die sind wirklich schlimm. Die haben das Haus besetzt – alles wüste Typen. Die wollen die Gemeinde erpressen, weil sie einen Hauptvertrag haben möchten. Und die Gemeinde will ihnen aber nur Einzelverträge geben, und das lehnen die ab. Eine Sauerei eigentlich, was da in Österreich alles erlaubt ist. Außerdem sei dort alles verdreckt, die schlafen den ganzen Tag und in der Nacht machen sie Radau... erfahre ich von ihr.
Ich sage ihr, dass ich mir das selbst gerne anschauen würde. Sie meint: „die lassen sie nicht rein!“ Sie erzählt weiter, dass die Punks für die Nachbarn eine echte Belastung seien. Ich frag sie, ob sie mit ihnen schlechte Erfahrungen gemacht habe. Sie meint: „Nein, ich hab ja mit ihnen nichts zu tun. Ich bin ja nur tagsüber da, da schlafen die ja. Und am Abend bin ich ja nicht da“. Woher sie denn weiß, dass die Punks für die Nachbarn ein Problem seien? Frag ich sie. Ich mein, ob sich die Nachbarn beim Zigarettenkaufen über die Punks beschweren oder so. „Nein“, meint sie, „das nicht“. Aber sie hätte schon gehört, dass es da Probleme gegeben hat..... Hm..... Selbst hat sie keine negativen Erfahrungen, kennt auch keine Leute, die schon welche gemacht haben – aber sie hat gehört, dass es schon so was gegeben haben soll. Ich werde immer neugieriger.....
WartenNachdem wir uns für die freundlichen Auskünfte bedankt haben, gehen mein Begleiter und ich wieder raus und überlegen, was wir weiter machen. Da sehen wir 2 junge Männer, die auf die versperrte Türe zugehen, einer sperrt auf und sie treten ein. Shit – wir waren zu langsam. Die beiden haben überhaupt nicht wie Punks ausgesehen. Waren das vielleicht Sozialarbeiter? Ziemlich jung dafür. Na egal, verpasste Chance. Wir rauchen eine Zigarette und beschließen zu warten. Wäre doch gelacht, wenn nicht wieder ein Punk auftauchen würde.
Re: Eine Anrainerin
Auch wieder spannend - das mit dem Schlafen könnt ja hinkommen - es war ja tote Hose. Allerdings - heute (ca. 14.30 Uhr) U3-Sation Johnstraße: 5 Punks, 5 Hunde (sicher auf dem Weg in die Mariahilferstraße) - die haben nicht geschlafen - wahrscheinlich waren die nur zu Besuch.... Interessant der Lärm in der Nacht (lt. Trafikantin). Die Trafik sperrt um 18.30 - gut, ich hab nicht gefragt, ob sie gleich ums Eck wohnt und mein damaliger nächtlicher Augenschein könnte auch die Ausnahme gewesen sein.... shine on you crazy diamond
Re: Warten
Nö! getarnte Punks - die Gfraster sind zu allem fähig... shine on you crazy diamond
Re: Warten
Ich hab sie jedenfalls nicht als solche "identifizieren" können - du?
Re: Lokalaugenschein PankahyttnAuch nicht - aber die sind da rein gegangen - die müssen was damit zu tun haben. Dubios
shine on you crazy diamond
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