Wer ist online?

Insgesamt sind 2 Besucher online :: 0 registrierte, 2 Gäste
Der Besucherrekord liegt bei 237 Besuchern, die am Montag 5. März 2012, 17:15 zeitgleich online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

basierend auf den in den letzten 5 Minuten aktiven Besuchern

Statistik

3 Beiträge


Geburtstage

Heute hat kein Mitglied Geburtstag

Neuestes öffentliches Bild


Das neuste Usergaleriebild
Bewertung: Nicht bewertet
Kommentare: 0

Kalender

<< Mai 2012 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31

Fest u. Feiertage Kalender-Ereignisse
01.05. - 1. Mai
13.05. - Muttertag
17.05. - Christi Himmelfahrt
27.05. - Pfingstsonntag
28.05. - Pfingstmontag

"Jemanden töten ist wie eine Fliege erschlagen"

"Jemanden töten ist wie eine Fliege erschlagen"

Neuer Beitragvon trebbiatore am Donnerstag 8. September 2011, 19:23

©standard



Zehn Jahre lebte Giuseppe Di Bella im Zeugenschutzprogramm, sein Gesicht will er immer noch nicht zeigen. Gianluigi Nuzzi hat er in den vergangenen Jahren seine Lebensgeschichte erzählt.

Giuseppe Di Bella, einst Mitglied der 'Ndrangheta in Norditalien, und Gianluigi Nuzzi, Journalist, haben ein Buch über die Ausbreitung der Mafia geschrieben - Mit Tobias Müller sprachen sie über die Lust am Morden und Familienbande
Standard: Was ist Ihrer Meinung nach das Schlimmste an der 'Ndrangheta?

Di Bella: Die Präpotenz. Wenn die 'Ndrangheta etwas möchte, eine Firma, ein Geschäft, dann tut sie alles dafür. Sie bringen jeden um, der sich querstellt.

Standard: Als Sie noch dabei waren, hatten da manche Leute Gewissensbisse?

Di Bella: (lacht) Nein. Wenn jemand umgebracht wurde, wurde gefeiert, dass der Mord gelungen ist. Wir sind essen gegangen und haben darauf angestoßen. Manchmal haben wir in der Disco beschlossen, jemanden umzubringen, haben das erledigt und sind wieder tanzen gegangen.

Standard: Woran liegt das? Kann man da einfach einen Schalter umlegen?

Di Bella: Ich kann das nicht erklären. Die Mitglieder leben alle in einer eigenen Welt. Jemanden töten ist wie eine Fliege erschlagen. Es gab bei uns einen, der hat mehr als 100 Morde begangen. Für ihn war das eine Freude, jemanden umzubringen, er war unglücklich, wenn er nicht gemordet hat.

Nuzzi: Sie müssen bedenken, dass diese Organisationen nicht nur durch das Verbrechen verbunden sind, sondern auch durch Blutsbande. Alle Ehen sind arrangiert, man heiratet unter Cousins ersten Grades, alle sind verwandt. Außerdem wird sehr viel Kokain genommen. Wenn Sie pro Tag mehrere Gramm schnupfen und in der Tasche Päckchen von 500er-Noten haben, dann werden Sie glauben, Sie sind ein Superheld.

Standard: Warum sind Sie zur 'Ndrangheta gegangen?

Di Bella: Es hat mir gefallen, dass ich leicht Geld verdienen konnte. Am Anfang habe ich je nach Aufträgen 500.000 Lire pro Monat verdient, später zwei Millionen. In sehr guten Monaten waren es aber auch schon einmal 200 Millionen (etwa 100.000 Euro, Anm.). Außerdem hat mich Coco Trovato (damals Boss der 'Ndrangheta in Lecco bei Mailand, Anm.) fasziniert. Ich war beeindruckt von seinem Mut, seiner Präpotenz, seiner Lust, Neues zu schaffen.

Standard: Sie waren Teil der Gründergeneration der 'Ndrangheta im Norditalien der 70er-Jahre. Wieso war sie dort so erfolgreich?

Di Bella: Weil der Norden nicht vorbereitet war und die 'Ndrangheta sehr viel Gewalt angewendet hat. Wenn sie ein Lokal haben wollte und es nicht bekommen hat, haben die Mitglieder es einfach angezündet.

Standard: Im Buch bringen Sie den Aufstieg der Lega Nord mit der 'Ndrangheta in Verbindung. Was für eine Rolle hat die Partei gespielt?

Nuzzi: Die Lega hat in den 1990ern plötzlich sehr viel Zustimmung bekommen. Die 'Ndrangheta hat immer Beziehungen zu den Parteien, die gerade mächtig sind. In einem abgehörten Gespräch hat ein 'Ndrangheta-Soldat seinen Vorgesetzten gefragt, ob sie nun rechts oder links seien. Die Antwort: Wir halten zu denen, die uns erlauben, Geschäfte zu machen.

Standard: Arbeitet die Organisation auch in Österreich?

Nuzzi: Bei aktuellen Ermittlungen kommt Wien als Treffpunkt für den Ankauf von Waffen vor. Es gibt einen Kronzeugen namens Judice, der darüber ausgesagt hat.

Standard: In letzter Zeit wurden zahlreiche Verdächtige verhaftet. Sind das Fortschritte im Kampf gegen die Mafia?

Nuzzi: Man kann nicht sagen: So viele wurden verhaftet, das ist ein Erfolg. Man muss die Geldflüsse verfolgen, wir brauchen ganz dringend die Möglichkeit, grenzübergreifend Geld und Güter zu beschlagnahmen. Die 'Ndrangheta hat Einheiten in Kapstadt, in Neuseeland, überall. Erst wenn wir ein einheitliches, europäisches Anti-Mafia-Gesetz haben, kann der Kampf gegen die Mafia beginnen.

Giuseppe di Bella (60) war 25 Jahre lang die rechte Hand des 'Ndrangheta-Bosses Coco Trovato. 2001 beschloss er, gegen die Organisation auszusagen. Er lebt an einem geheimen Ort in Italien.

http://derstandard.at/1315005791733/Maf ... erschlagen
Benutzeravatar
trebbiatore
Träger des 1. Dan im UnART-Aikido
 
Beiträge: 7309
Registriert: Montag 20. Februar 2006, 09:05

Re: "Jemanden töten ist wie eine Fliege erschlagen"

Neuer Beitragvon UnART am Donnerstag 8. September 2011, 19:33

trebbiatore hat geschrieben:"Jemanden töten ist wie eine Fliege erschlagen"

Ups, ich bin ein vielfacher Mörder. :shock:
( °) ( °) dada.
Benutzeravatar
UnART
Site Admin
 
Beiträge: 14310
Registriert: Freitag 17. Februar 2006, 05:33
Wohnort: Trg, diazezet da vare impalaeriezh Roma, a zo ur gêr a gKarintia, Aostria. Lec'hiet eo war ribloù

Re: "Jemanden töten ist wie eine Fliege erschlagen"

Neuer Beitragvon trebbiatore am Donnerstag 8. September 2011, 20:53

UnART hat geschrieben:
trebbiatore hat geschrieben:"Jemanden töten ist wie eine Fliege erschlagen"

Ups, ich bin ein vielfacher Mörder. :shock:

besser als süditaliener mit hundert morden am gewissen....ohne fliegen 8)
Benutzeravatar
trebbiatore
Träger des 1. Dan im UnART-Aikido
 
Beiträge: 7309
Registriert: Montag 20. Februar 2006, 09:05


Zurück zu GESELLSCHAFT, FAMILIE & ERZIEHUNG

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste