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Das Milgram - Experiment

Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon M. am Sonntag 28. Dezember 2008, 17:32

calimero hat geschrieben:Du kannst es auch so nehmen, dass seine zweite Aussage, mitten im Versuch ("Weitermachen, sonst bekommen Sie das Geld nicht!"), eine Lüge ist.
Allerdings glaube ich nicht, dass so eine Aussage gemacht wurde.
Ich denke, es wurde nur am Anfang gesagt, dass das Geld in jedem Fall behalten werden dürfe, beim Weitermachen mitten im Experiment wurde das Geld nicht mehr erwähnt.
Aus diesem Grund verstehe ich den Einwand von Virginia nicht, dass z.B. eine arme Frau, die das Geld benötigte, aus diesem Grund weitermachte.
Ich sehe das anders .... es wurde eine Art "Vertrag" geschlossen ... die wichtigsten Punkte waren klar. Ganz wurscht wie sich so etwas weiter entwickelt ... eine später getroffene konträre Aussage ändert absolut nichts daran und jeder muss selbst agieren wenn es für ihm selbst nicht vereinbar ist.

Das sind doch Dinge die tagtäglich erlebt werden, das müsste bereits etwas "selbstverständliches" und absolut zumutbares sein. Das passiert bei einem stinknormalen Einkauf, wo vielleicht ein Produkt mit einem falschen Preis ausgezeichnet ist, bei einer Handwerksarbeit die nicht vereinbarungsgemäß ausgeführt wurde .... was weiß ich .... ein Kind, das davor vereinbarte Abmachungen nicht eingehalten hat, im zwischenmenschlichen Bereich .... ein Partner der nicht hält, was man sich von ihm versprochen hat :-)
Eine solche Situation kann nicht als "Ausrede" verwendet werden .... denn dann wäre weder Kindererziehung noch vieles andere Stinknormale aushaltbar.... also das "Leben" schlechthin unzumutbar...

Das ist schlicht und einfach - ein zwar mit wunderschönen "Fachbegriffen" verbrämter und schön und wichtig vorgetragener ... Blödsinn.
Eine Wissenschaft der Ausreden/Schönreden/Vernebelungs-Erzeugung ... und der Selbstpräsentation.

Natürlich wäre es ganz einfach zu sagen: "Hey sind sie wo ang´rennt? Vielen Dank ... nein, ohne mich" - und nix passiert, ausser das das Experiment hier zu ende ist ...... und man sich möglicherweise - wenn man es haben will - um das Geld streiten muss.... na und??!!

Wer sich "beeindrucken" lässt, egal ob von Autorität .... übergestylter "akademischer" Präsentation, oder übertriebener Darstellung von Emotion ... dem ist eh nicht wirklich zu helfen, auch nicht durch Verbote ... oder Herunterreden eines Experiment, das tatsächlich nur schlicht und einfach zeigt .... wie dämlich der einzelne Mensch noch immer in atypischen Situationen reagiert - hier genügt tatsächlich ja/nein .... soviel zur "Bildungsgesellschaft".... und hier geht es gar nicht um "Gewaltbereitschaft" ... sondern um allgemeine Unfähigkeit, die "Gewaltbereitschaft" dabei ist maximal Desinteresse .... das eben auch hier nicht halt macht.

So einfach ist das .... und das ohne Anspruch darauf ein "Held" zu sein....
Vielleicht ist Mensch nur nicht auf a-typische Situationen trainiert ... abgerichtet ... erzogen ... geschult ... was weiß ich. Noch immer nicht seit Milgram 1....

Aber das mit den mind. 2 "Lügen" verstehe ich noch immer nicht....
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Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon M. am Sonntag 28. Dezember 2008, 17:57

Mich erinnert das Ganze an das Märchen "des Kaisers neue Kleider"....
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Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon calimero am Sonntag 28. Dezember 2008, 17:59

Aber das mit den mind. 2 "Lügen" verstehe ich noch immer nicht....


??? Wo steht das? (Ich hab ja nur von einer Lüge geschrieben, nix von einer zweiten.)

Vielleicht ist Mensch nur nicht auf a-typische Situationen trainiert ... abgerichtet ... erzogen ... geschult ... was weiß ich.


Ja, das kann sein. Ich glaube aber, dass es "sturere" Menschen gibt (die in jeglicher Situation auf ihrer Wertehaltung bestehen und diese Werte auch einhalten - wiederum Geschwister Scholl als Beispiel) und Menschen, die nicht "stur" sind, die dann anders handeln.
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Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon M. am Sonntag 28. Dezember 2008, 18:01

Denn sonst hätte er ja zuerst gelogen.


Diese Aussage impliziert doch noch mindestens eine zweite Lüge??? In etwa. ... dann hätt er vor mir gelogen.. oder so ähnlich.


Ich glaube nicht, dass das mit "Sturheit" zu tun hat .... und mit Werten....
Zuletzt geändert von M. am Sonntag 28. Dezember 2008, 18:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon calimero am Sonntag 28. Dezember 2008, 18:07

Nein, keine zweite Lüge. :lol:

Zwei von einander abweichende Aussagen. Eine falsch, eine richtig.
Wobei ich eben nicht weiß, ob überhaupt das Geld bei der zweiten Aussage angesprochen wurde.

Zuerst wurde den Versuchspersonen erklärt, sie dürften das Geld in jedem Fall behalten (erste Aussage).

Dann wurde gesagt, sie müssten weitermachen. (Ob da das Geld erwähnt wurde?) (zweite Aussage)

Wenn jetzt bei der zweiten Aussage das Geld erwähnt wurde (oder auch nur der Eindruck gewonnen worden wäre, dass kein Geld ausbezahlt würde, wenn die Versuchsperson nicht weitermachen würde), dann wäre die erste Aussage eine Lüge.

Wenn es hingegen so wäre, dass eine eventuelle Aussage, das Geld wäre pfutsch im Falle des Abbruches, gemacht worden wäre, wäre diese (die zweite Aussage) eine Lüge. Und die erste Aussage die Wahrheit.
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Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon M. am Sonntag 28. Dezember 2008, 18:10

calimero hat geschrieben:Nein, keine zweite Lüge. :lol:

Zwei von einander abweichende Aussagen. Eine falsch, eine richtig.
Wobei ich eben nicht weiß, ob überhaupt das Geld bei der zweiten Aussage angesprochen wurde.

Zuerst wurde den Versuchspersonen erklärt, sie dürften das Geld in jedem Fall behalten (erste Aussage).

Dann wurde gesagt, sie müssten weitermachen. (Ob da das Geld erwähnt wurde?) (zweite Aussage)

Wenn jetzt bei der zweiten Aussage das Geld erwähnt wurde (oder auch nur der Eindruck gewonnen worden wäre, dass kein Geld ausbezahlt würde, wenn die Versuchsperson nicht weitermachen würde), dann wäre die erste Aussage eine Lüge.

Wenn es hingegen so wäre, dass eine eventuelle Aussage, das Geld wäre pfutsch im Falle des Abbruches gemacht worden wäre, wäre diese (die zweite Aussage) eine Lüge. Und die erste Aussage die Wahrheit.


Das Geld sehe ich als Nebensache .... denn das kann man sich immer noch holen, wenn man das will.
Meiner Meinung gehts eher um: "ich weiß nicht, wie man etwas beendet .... ich bin es gewohnt, getrieben ... geführt, geregelt ... zu werden. Ich kenn ja nix anderes .....und die anderen, die wissen schon was sie tun und wenn nicht, auch wurscht ... schuld sind dann sie und basta - Schlussstrich" :lol:
Der mögliche Verlust des Geldes ist ein anerzogener Leidensdruck ... der bei uns jeder Grundlage entbehrt ... meistens. 1400 Milliarden wurden vernichtet, ein einziger hat sich bis jetzt die Kugel gegeben.... denke einmal nach, wieviele Menschen was alles erzeugen (auch ideell) müssen, um das auf "normale" Art
zu erwirtschaften... so schlimm kann also - und schon gar nicht möglicher - Geldverlust nicht sein.

Das ist das idiotische daran.

Unsere Wissensgesellschaft ist eine Datenträger-Gesellschaft, sunst nix.... humaner BuchWissenTräger ... ein bissl etwas besseres als "Papier" oder Metall ..... aber wahrscheinlich macht das auch Sinn, wenn man bedenkt wie es mit den Rohstoffen steht... und solange es noch jemanden gibt, der weiß wie man mit diesen wandelten Bibliotheken umgeht :lol: sich ihr "Wissen" zu nutze machen kann...

Mir fällt tatsächlich immer mehr auf .... "Wissen" wird rezitiert ... und nicht gelebt... genauso wie die Inhalte der verschiedenen Religionen .... und wer das auch tut ist brav und anständig und darf bleiben.

Das ist Schwachsinn.
Und ich glaube tatsächlich dass das auch mit dem Durchschnittsalter unserer Gesellschaft zu tun hat...
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Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon virginia am Sonntag 28. Dezember 2008, 22:03

calimero hat geschrieben:Du kannst es auch so nehmen, dass seine zweite Aussage, mitten im Versuch ("Weitermachen, sonst bekommen Sie das Geld nicht!"), eine Lüge ist.
Allerdings glaube ich nicht, dass so eine Aussage gemacht wurde.
Ich denke, es wurde nur am Anfang gesagt, dass das Geld in jedem Fall behalten werden dürfe, beim Weitermachen mitten im Experiment wurde das Geld nicht mehr erwähnt.
Aus diesem Grund verstehe ich den Einwand von Virginia nicht, dass z.B. eine arme Frau, die das Geld benötigte, aus diesem Grund weitermachte.


Es ist kein Einwand, es war eine Frage. Denn das könnte durchaus sein. Weiß man aber aus dem Experiment nicht. zumindest hab ich nicht gesehen, dass irgendwo erhoben wurde, welche Motivation die Testpersonen hatten, überhaupt am Experiment mitzumachen.

Und ich denke, das wäre nicht unerheblich.
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Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon virginia am Sonntag 28. Dezember 2008, 22:06

calimero hat geschrieben:Nein, keine zweite Lüge. :lol:

Zwei von einander abweichende Aussagen. Eine falsch, eine richtig.
Wobei ich eben nicht weiß, ob überhaupt das Geld bei der zweiten Aussage angesprochen wurde.

Zuerst wurde den Versuchspersonen erklärt, sie dürften das Geld in jedem Fall behalten (erste Aussage).

Dann wurde gesagt, sie müssten weitermachen. (Ob da das Geld erwähnt wurde?) (zweite Aussage)



Nein, das Geld wurde nicht extra erwähnt. Die Aussagen waren standardisiert - dh. sie waren immer gleich. Nur wenn die Versuchsperson gefragt hat, was mit dem Geld ist, wurde ihr mitgeteilt, dass sie es behalten dürfe.
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Re: Das Milgram - Experiment

Neuer Beitragvon xenia am Donnerstag 18. März 2010, 02:08

und es funktioniert noch immer :

Stromschlag bei falscher Antwort

Teilnehmer einer französischen TV-Show sollten Kandidaten in einem Fragespiel bestrafen. Was sie nicht wussten: Alles war nur gespielt.

http://kurier.at/nachrichten/1987014.php
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein

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