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von knieriem am Mittwoch 29. Oktober 2008, 21:15
Erschreckend!
Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
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knieriem
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von xenia am Mittwoch 29. Oktober 2008, 21:52
und keiner hats verstanden / daraus gelernt / beherzigt...
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Albert Einstein 
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xenia
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von knieriem am Mittwoch 29. Oktober 2008, 21:57
xenia hat geschrieben:und keiner hats verstanden / daraus gelernt / beherzigt...
Gabs das schon mal irgendwann / irgendwo / irgendwie ?
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knieriem
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von xenia am Mittwoch 29. Oktober 2008, 22:04
höchstens bei "kleinigkeiten" wie einer heissen herdplatte...
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Albert Einstein 
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xenia
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von OHB am Mittwoch 29. Oktober 2008, 22:27
die geschichte wiederholt sich immer wieder in gewissen varieirende zeitabständen und mit andere akteure aber das grundsystem bleibt gleich 
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OHB
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von catusse am Mittwoch 29. Oktober 2008, 23:52
das ist direkt bestürzend! passt angegossen auf unsere zeit - aber alle, alle waren überrascht. .
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von M. am Donnerstag 30. Oktober 2008, 00:14
Schad dass "damals" der schöne "NaWerSagxDenn"-Banker-Thread versenkt wurde ..... wäre sehr interessant gewesen, dort jetzt anzuknüpfen zu können....
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht. - Erich Fried
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von UnART am Donnerstag 30. Oktober 2008, 02:20
Kurt Tucholsky ein Jules Verne des Finanzwesens 
( °) ( °) dada.
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von OHB am Donnerstag 30. Oktober 2008, 09:05
wieder einmal probleme einer verlorenen generation? denn sie wissen nicht was sie tun heureka das kann ja noch was werden die welt ein potemkinsches dorf 
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von OHB am Samstag 1. November 2008, 00:19
knieriem hat geschrieben:Erschreckend!
Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht. ein kuckucksei Ein Kerschhofer, kein Tucholsky Ein angeblich von Kurt Tucholsky verfasstes Gedicht aus dem Jahr 1930 zur Finanzkrise hat in den vergangenen Wochen für Aufregung gesorgt. Geschrieben wurde es aber 2008 vom Wiener Autor Richard Kerschhofer.© ORF Von der "Zeitbühne" zur "Weltbühne", wo Tucholsky die "Höhere Finanzmathematik" angeblich 1930 veröffentlicht hatte, brauchte es nur den Irrtum eines Verfassers eines Internetjournals, und schon war das Kuckucksei geboren.
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von calimero am Samstag 1. November 2008, 19:35
Irgendwie hat der Begriff "Derivate" nicht in die Zeit von 1930 gepasst....
Der Handel mit Derivaten ist relativ neu und hat erst in allerletzter Zeit sehr zugenommen. Vorher war das was sehr Exotisches.
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von OHB am Samstag 1. November 2008, 19:54
calimero hat geschrieben:Irgendwie hat der Begriff "Derivate" nicht in die Zeit von 1930 gepasst....
Der Handel mit Derivaten ist relativ neu und hat erst in allerletzter Zeit sehr zugenommen. Vorher war das was sehr Exotisches.
das wort wird auch der auslöser der erkennung gewesen sein 
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