Buchfriedenspreis an algerischen Autor Sansal


Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat heute Mittag in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Die Ehrung gehört zu den bedeutendsten kulturellen Auszeichnungen in Deutschland und ist mit 25.000 Euro dotiert. Heuer sollte damit eingestandenermaßen auch ein Signal zur Stärkung der Demokratiebewegung in Nordafrika gesetzt werden.
Sansals Romane sind in Algerien verboten, dennoch übt der Schriftsteller weiter Kritik am Regime in seiner Heimat. In seiner Dankesrede sagte der 62-Jährige, er empfinde die Auszeichnung als rührende und aufmunternde Geste: „Sie zeugt davon, dass Sie sich dafür interessieren, wie wir Völker des Südens versuchen, uns vom Joch unserer bösartigen und archaischen Diktaturen zu befreien.“
In seiner Laudatio bezeichnete der Schweizer Literaturwissenschaftler Peter von Matt den 62-Jährigen als „unbändigen Erzähler“. Sansal sei „witzig und weise, unerbittlich in den Diagnosen dessen, was schlecht läuft, gnadenlos hart im Urteil über die Habgier der Mächtigen und immer von Mitleid bewegt“. Der Stiftungsrat, der jedes Jahr den Preisträger auswählt, hatte den Friedenspreis für Sansal damit begründet, er engagiere sich „gegen jede Form von doktrinärer Verblendung, Terror und politischer Willkür“.
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