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Angst vor weiteren Pleiten
Finanzkrise erreicht neuen Höhepunkt.
Mit einem Kursrutsch haben die New Yorker Börsen am Montag auf den neuen Höhepunkt der Finanzkrise reagiert: Der Dow Jones Industrial Index verlor mehr als 500 Punkte oder 4,42 Prozent auf 10.917,51 Zähler. Das bedeutete den größten Tagesverlust seit Juli 2002.
Der S&P-500-Index fiel um 4,65 Prozent auf 1.193,53 Zähler. An der NASDAQ verlor der Composite-Index 3,60 Prozent auf 2.179,91 Punkte. Der NASDAQ 100 gab 3,49 Prozent auf 1.705,46 Punkte ab.
Angst um Versicherungskonzern
Vor allem die Probleme des einst weltgrößten Versicherungskonzerns American International Group (AIG), der sich auf die Suche nach Finanzierungshilfen mache, bereite an der Börse Bauchschmerzen, so ein Händler. Die Anleger spürten wohl, dass noch einiges durchgestanden werden müsse.
Mit dem "Untergang" der Investmentbank Lehman Brothers, welche am Montag Antrag auf Gläubigerschutz (Chapter 11) gestellt hatte, hätten die Anleger unterdessen wohl bereits mehr oder weniger gerechnet. Dennoch zog die Nachricht den gesamten Sektor in Mitleidenschaft.
Lehman-Aktien wertlos
Finanztitel wurden denn auch quer durch die Bank abgestraft. Die Aktien von Lehman Brothers Holdings verloren fast gänzlich an Wert und brachen um 94,25 Prozent auf 0,21 US-Dollar ein.
Merrill Lynch sprang nach dem Rettungsangebot der Bank of America zwar zeitweise bis auf 22,68 Dollar hoch, schloss dann aber nur noch mit einem Plus von 0,06 Prozent auf 17,06 Dollar. Die Papiere der Bank of America, die der Übernahme für 50 Milliarden Dollar in Aktien zugestimmt hatte, fielen um 21,31 Prozent auf 26,55 Dollar.
"Frage, wer der Nächste ist"
Auch die Titel anderer Investmentbanken wurden in Mitleidenschaft gezogen. Ein Börsianer sprach von einer "Vertrauenskrise". "Die Frage ist nun, wer der Nächste sein könnte." Citigroup-Aktien verloren 15,14 Prozent auf 15,24 Dollar.
Die größte US-Bank, die zu den Gläubigern von Lehman Brothers gehört, versuchte am Montag ohne Erfolg, ihre Investoren zu beruhigen. Goldman Sachs gab 12,13 Prozent auf 135,50 Dollar ab. Die Investmentbank will am Dienstag ihre Quartalszahlen vorlegen. Analysten rechnen damit, dass sich die Bank weiter über Wasser halten wird.
AIG massiv eingebrochen
Die Aktien des Versicherers AIG brachen schließlich um 60,79 Prozent auf 4,76 Dollar ein. Anleger fürchten Börsianern zufolge, dass die Probleme des Versicherungskonzerns auf seine Geschäftspartner übergreifen könnten. Die Details zum Rettungsplan des Konzerns überzeugten allem Anschein nach noch nicht vollends an der Börse.
Staat New York hilft AIG
Der von der Finanzmarktkrise schwer getroffene US-Versicherungsriese darf ab sofort Vermögenswerte seiner Töchter in Höhe von 20 Milliarden Dollar als Sicherheiten bei der Aufnahme neuer Darlehen verwenden, teilte der für die behördliche Aufsicht zuständige Gouverneur des Bundesstaates New York mit.
Einem Bericht der "New York Times" zufolge hatte AIG bereits die US-Notenbank um einen Überbrückungskredit von 40 Milliarden Dollar gebeten. Damit solle eine Herabstufung des Kreditratings verhindert werden, das den Versicherer in weitere Finanzierungsschwierigkeiten stürzen würde.
Internationaler Rettungsfonds
Angesichts der dramatischen Zuspitzung verständigte sich ein internationales Konsortium zehn großer Kreditinstitute, darunter auch die Deutsche Bank, auf einen Rettungsfonds im Volumen von 70 Milliarden Dollar.
Notenbanken pumpten zur Stabilisierung Milliardensummen in die Geldmärkte, die US-Zentralbank Fed akzeptiert nun erstmals sogar Aktien als Sicherheit für Rettungsdarlehen an Banken.
Nicht nur in den USA, an den Börsen weltweit herrschte Ausverkaufsstimmung: Europas Börsen sackten im Schnitt um vier Prozent ab.
ATX auf tiefsten Stand seit 2005
Auch der Wiener Leitindex ATX fiel 121,38 Punkte oder 3,65 Prozent auf 3.199,82 Einheiten, und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2005.
Tiefrot auch in Asien
Auch in Asien rutschen die Märkte tief in die roten Zahlen - am Dienstag auch jene, die am Monatg wegen eines Feiertags geschlossen waren. Der Nikkei-Index in Tokia gab etwa um fünf Prozent nach.
Die Tokioter Notenbank musste innerhalb weniger Stunden zweimal intervenieren, um für zusätzliche Liquidität auf dem Markt zu sorgen. Nachdem die Bank of Japan bereits am Vormittag 1.500 Milliarden Yen (10,01 Mrd. Euro) auf den Markt gepumpt hatte, folgte am Nachmittag eine weitere Finanzspritze von 1.000 Milliarden Yen.
Der Dollar setzte seine Talfahrt fort. Eher sichere Staatsanleihen verbuchten Gewinne. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht noch kein Licht am Ende des Tunnels - im Gegensatz zu Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der dieses schon vor Monaten zu erkennen glaubte.
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http://www.orf.at/080916-29525/index.htmlhttp://www.wienerborse.athttp://www.federalreserve.govhttp://www.boerse-frankfurt.de/DE/index.aspx?pageID=1Finanzkrise - Bartenstein will Konjunkturpaket
Wien, 16. September 2008
Die Wiener Börse ist noch immer im Minus, Wirtschaftsminister Bartenstein kann sich ein Konjunkturpaket vorstellen.
12.20 Uhr: Bartenstein für Konjunkturpaket
Der Wirtschaftsminister erwägt ein Konjunkturpaket, um dadurch Österreichs Wachstum und Beschäftigung anzukurbeln. Er spricht von einer dreistelligen Euro-Millionenhöhe. Sollten sich die aktuellen Entwicklungen an den Weltbörsen so fortssetzen, will Bartenstein einen Konjunkturgipfel einberufen. © oe24