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von xenia am Donnerstag 11. Juni 2009, 17:35
Web 2.0: Der Mitmach-Spaß hat seinen PreisSchluss mit gratis: Warum Twitter, You-Tube und Facebook bald Geld für ihre Dienste verlangen werden. http://kurier.at/nachrichten/techno/1914908.phpAbonnements sind nur etwas für Betreiber von Porno-Seiten", sagte vergangene Woche Arianna Huffington im Zuge einer Podiumsdiskussion. Eine Ansicht, mit der die Chefin des wichtigsten US-Weblogs http://www.huffingtonpost.com allein dasteht. Ihr Web-2.0-Portal, bei dem User zum Inhalt beitragen, verwehrt sich vehement jenem Trend, den das Mitmach-Netz in den letzten Monaten erfasst hat: Ob YouTube, Twitter oder Facebook, beim Gros der sozialen Netzwerke wird überlegt, von den Nutzern Gebühren einzuheben. Auslöser für das radikale Umdenken ist die Finanzkrise, die vor allem den Mitmach-Plattformen zusetzt. Erstmals seit 2001 sind in der Branche Werbung und Risikokapital - beides Grundlagen der Geschäftsmodelle - rückläufig. Hinzukommt, dass die Betriebskosten explodieren, denn je mehr Nutzer ein Dienst anzieht, umso höher sind Server-, Strom- und Leitungskosten. Verlustreich "Die Nachfrage nach Angeboten, die meistens kostenlos sind, wächst exponentiell, trifft aber nicht auf exponentiell wachsende Einkünfte", sagte Urs Hölzle, Vice President of Operations bei Google kürzlich. Ein Dilemma, das Spencer Wang, Analyst bei Credit Suisse, in einer Studie belegt. Seiner Einschätzung nach wird YouTube heuer 470 Millionen US-Dollar Verlust machen. Den von Wang kalkulierten Ausgaben von 710 Millionen stehen Einnahmen von nur 240 Millionen Dollar gegenüber. Auch beim populären Online-Freundesnetzwerk Facebook gehen Experten davon aus, dass Verlust geschrieben wird. Genaue Zahlen traut sich Gründer Mark Zuckerberg nicht nennen. Er sagte lediglich, dass er für 2010 einen positiven Cashflow erwarte. Kaum Investoren Die simple Formel "Plattform gründen, Millionen Nutzer anlocken und mit Werbeschaltungen Geld verdienen" scheint ausgedient zu haben. Financiers investieren seit Ausbruch der Krise nur noch in Web-Dienste, die als Geschäftsmodell auf mehrere verschiedene Einnahmequellen bauen. Laut einer Studie des Branchendienstes Techcrunch gab es im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr 65 Prozent weniger Start-Up-Gründungen in den USA. Wenn in Internet-Plattformen investiert wird, dann in bereits etablierte Größen. So sicherte sich vor zwei Wochen ein russischer Investor für 200 Millionen Dollar 1,96 Prozent an Facebook. Der Kurznachrichtendienst Twitter konnte heuer immerhin 35 Millionen lukrieren. Neue Märkte Facebook Als aussichtsreichste Einkunftsquelle gilt in der Branche das "Freemium"-Modell, dass für Teile des Angebots Gebühren verlangt (siehe Hintergrund). Den Freiraum, den man durch das Mitmach-Netz "Web 2.0" zu schätzen gelernt hat, könnte also bald durch kostenpflichtige Bereiche eingeengt werden. Allerdings: Der "Alles gratis"-Mentalität jener Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, kommen Web-Angebote nur schwer bei. Die Einstellung, dass man sich vom MP3 bis zum Online-Netzwerk-Profil alles gratis besorgen kann, sitzt tief. Hinzu kommt, dass Anbieter schnell von der Konkurrenz unterboten werden. Würde Facebook einen noch so kleinen Mitgliedsbeitrag verlangen, würde Google als Reaktion ein neues, kostenloses Angebot starten? Möglicherweise ist "Google Wave", eine kürzlich präsentierte Mischform aus Online-Netzwerk und Live-eMail, schon dessen Vorbote. Das Handy könnte sich als Ausweg aus der Zwickmühle erweisen. Apple zufolge wurden in neun Monaten im an das iPhone angeschlossenen "App Store" über eine Milliarde Mini-Programme geladen - die Mehrheit kostenlos, doch vieles auch gegen Gebühr. Die Bereitschaft, für Apps und die daran angeschlossenen Internetdienste - von Twitter bis zum Flugzeiten-Rechner - zu bezahlen, scheint ungleich größer als für vergleichbare Dienste auf herkömmlichen Webseiten. Handy-Programme fühlen sich wie Eigentum an - und dürfen deswegen etwas kosten. Ein Umschwung, der den ersten Schritt ins Web 2.5 markiert.
dazu ein kommentar vom 11.06.2009 14:56 | KURIER | Gerald Reischl Die Masse arbeitet und einer wird reichIn den sozialen Netzwerken des Web 2.0 gibt es offensichtlich nur Idealisten. Die Frage ist aber, wie lange noch? http://kurier.at/interaktiv/kommentare/1914983.phpEs ist ein typisches Web-Phänomen: Da hat einer eine Idee, die bei den Internet-Nutzern gut ankommt, Millionen an Hits und einen regelrechten Hype auslöst; und quasi über Nacht wird er zum hundertfachen Dollar- oder Euro-Millionär. Wären wir noch im Schilling-Zeitalter, würden wir von Milliardär sprechen.
Eine solche Idee hatte der Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg, hatten die YouTube-Erfinder Chad Hurley und Steve Chen und hatten auch Stewart Butterfield und Caterina Fake mit dem Fotoportal Flickr. Nicht, dass ich ihnen ihre Idee oder ihre Millionen neidig wäre, allerdings lassen sie die Masse für ihren Reichtum arbeiten.
Nehmen wir das Beispiel Zuckerberg. Das, was diese Plattform so populär macht, nämlich der Inhalt der Seite, dafür sorgen die Nutzer. Sie füllen das Portal mit "Content" wie Texten, Bildern oder Applikationen an und sie sorgen dafür, dass die Plattform floriert, noch populärer und Zuckerberg noch reicher wird. Bei der Video-Plattform YouTube ist es genauso. Film-Freaks und Hobbyfilmer laden Videos rauf, die - wenn sie gut sind - von Millionen angeklickt werden. Geld verdienen sie damit aber nicht.
In den sozialen Netzwerken des Web 2.0 gibt es offensichtlich nur Idealisten. Die Frage ist aber, wie lange noch? Ein faires Web 2.5 wäre angebracht, die Portale müssten jeden, der guten Content bereitstellt, mitverdienen lassen. Beispiele gibt es viele, etwa das Foto-Portal iStockphoto. Dort können Hobby-Fotografen ihre Bilder hochladen. Sollten Fotos gekauft werden, können sie sich über Einnahmen freuen, die der Betreiber der Webseite in einem bestimmten Verhältnis mit den Fotografen teilt. Was bei Bildern funktioniert, sollte doch auch bei Texten, Videos oder interessanten News funktionieren.
eine analyse : Energiekosten zehren an den Firmenreserven Was kann eine Web-Seite schon kosten? Der Eindruck trügt, da die Infrastruktur im Hintergrund verborgen bleibt. http://kurier.at/nachrichten/techno/1914999.phpServer Je mehr Mitglieder, desto mehr Daten, desto mehr Parallel-Zugriffe: Für einen reibungslosen Betrieb wird diese Last auf unzählige Rechner aufgeteilt. Schätzungen zufolge betreibt Facebook 40.000 Server, aufgeteilt auf vier Datenzentren. Pro Jahr kostet die Miete 20 Millionen Dollar. Für die Anschaffung der Server gab Facebook in diesem Jahr Experten zufolge 60 Millionen Dollar aus.
Strom Das Magazin "New Scientist" schätzt, das sich der Energiebedarf aller Internet-Rechenzentren 2009 auf 152 Milliarden Kilowattstunden (KWh) beläuft. Damit könnte man alle Haushalte in Deutschland ein Jahr lang versorgen. Bei Facebook gehen Experten davon aus, dass für Strom jährlich 24 Millionen Dollar ausgegeben werden.
Bandbreite Je mehr Daten auf dem Portal lagern und je mehr Nutzer zeitgleich zugreifen, desto größer muss die Bandbreite sein. Sprich: Als Zuleitung ist ein riesiges Rohr, kein dünner Strohhalm notwendig. Laut Credit Suisse zahlt YouTube 360 Millionen im Jahr für eine Anbindung, die 30 Millionen Megabit/Sekunde bewältigt - eine Million mal schneller als ein privater Web-Anschluss. Eine Branchen-Regel: 10.000 Nutzer kosten im Monat zwischen 150 Euro (Twitter, Text), 400 Euro (Facebook, Fotos) und 3000 Euro (You-Tube, Videos). Laut dieser Rechung würde Facebook 96, Twitter 1,8 Millionen Dollar im Jahr zahlen.
Personal In den USA kostet eine IT-Fachkraft im Schnitt 100.000 Dollar/Jahr. Macht bei Facebook (ca. 800 Mitarbeiter) grob 80 Millionen, bei Twitter (ca. 40) vier Millionen Dollar.
Lizenzen Plattformen, die Musik (Last.fm) und Filme (YouTube) anbieten, zahlen Gebühren an die Rechteinhaber. Bei der TV-Plattform Hulu gehen etwa 70 Prozent der Werbeeinnahmen an die Copyright-Inhaber.
wie wirds weitergehen ? Zukunft heißt "Freemium" Ausblick http://kurier.at/nachrichten/techno/1914991.phpAls Finanzierungsmodell setzt sich "Freemium" durch. Ein Großteil eines Web-Dienstes bleibt kostenlos (Free), für Zusatzangebote (Premium) muss gezahlt werden. Jüngstes Beispiel ist die Musik-Seite Pandora.com. Für 36 Euro/Jahr wird bessere Audioqualität und Werbefreiheit geboten. Die Plattform rechnet, dass fünf Prozent das Angebot nutzen werden, was zwei Drittel des Umsatzes ausmachen würde. Twitter führt dieses Modell Ende 2009 ein. Firmen etwa sollen ein offizielles Nutzer-Konto gegen Gebühr anlegen. Google-Chef Eric Schmidt überlegt, bei YouTube "Freemium" einzuführen. Filme kann man, wie bei der Konkurrenz Hulu.com, per Abo in höherer Qualität konsumieren.
Facebook hat wiederum eine eigene Währung, die mit echtem Geld gekauft wird, im Test: Mit dieser sollen künftig virtuelle Geschenke für Freunde, Spiele oder Zusatzdienste bezahlt werden. Bei jeder Transaktion kassiert Facebook Provision. Laut Mark Zuckerberg "ist das Potenzial groß". und : "Man muss ins Ausland gehen" Egal, ob werbefinanziert oder mit Premiuminhalten - rentabel ist ein Startup erst ab etwa 100.000 aktiven Nutzern. http://kurier.at/nachrichten/techno/1914909.phpDer Werbemarkt leidet unter der Wirtschaftslage", sagt Christopher Clay, Gründer und Chef von http://www.soup.io. "Ich kann nur jedem jungen Start-up raten, sich nicht auf Werbung zu verlassen." Auch er wird seine Webseite, auf der Texte, Bilder, Videos und Audio-Aufnahmen der Nutzer in einem Echtzeit-Fluss, ähnlich Twitter, online gestellt werden, um kostenpflichtige Premium-Dienste erweitern. Zwar finden sich einige Förderstellen auf Bundes-("Impulse") oder Länderebene (in Wien etwa "Departure"), aber "in Österreich gibt es kaum Investoren, Business Angels (Unternehmer, die Start-ups mit Know-How und Kapital unterstützen, Anm.) oder Risikokapital", so Clay. Die Zeit bis zu dem Punkt, ab dem eine junge Firma auf eigenen Beinen stehen kann, sei deswegen sehr schwierig. Egal, ob werbefinanziert oder mit Premiuminhalten, rentabel ist ein Startup erst ab etwa 100.000 aktiven Nutzern - keine leichte Angelegenheit. Clay: "Man muss bereit sein, ins Ausland zu gehen." Im Silicon Valley, dem Mekka junger Start-ups, gibt es für jenen Karriere-Knackpunkt eine eigene Bezeichnung: Das "Ramen Profitability Level" ist dann erreicht, wenn so viel Geld gemacht wird, dass sich das Gründerteam von Instantnudeln (Ramen sind japanische Nudeln) ernähren kann. Ausnahme Um Nudeln muss sich das Start-up http://www.tupalo.com, bei dem Nutzer Lokale und Geschäfte auf einer virtuellen Landkarte markieren und bewerten, keine Sorgen mehr machen. Herold.at steigt mit 24 Prozent bei Tupalo ein. Für Gründer Michael Borras aber kein Grund, nur auf Werbeeinnahmen zu bauen. Tupalo wird gelisteten Unternehmen Zusatzinfos verkaufen - etwa Zugriffszahlen und Nutzerinteressen.
wie war das ursprünglich mit den gehaltskonten ? alles frei, alles gratis, jeder braucht eines, und nach ein paar jahren war davon keine rede mehr, eine gebühr nach der anderen wurde "notwendig"...
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Albert Einstein 
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xenia
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von OHB am Donnerstag 11. Juni 2009, 18:19
xenia hat geschrieben:Web 2.0: Der Mitmach-Spaß hat seinen PreisSchluss mit gratis: Warum Twitter, You-Tube und Facebook bald Geld für ihre Dienste verlangen werden. http://kurier.at/nachrichten/techno/1914908.phpAbonnements sind nur etwas für Betreiber von Porno-Seiten", sagte vergangene Woche Arianna Huffington im Zuge einer Podiumsdiskussion. Eine Ansicht, mit der die Chefin des wichtigsten US-Weblogs http://www.huffingtonpost.com allein dasteht. Ihr Web-2.0-Portal, bei dem User zum Inhalt beitragen, verwehrt sich vehement jenem Trend, den das Mitmach-Netz in den letzten Monaten erfasst hat: Ob YouTube, Twitter oder Facebook, beim Gros der sozialen Netzwerke wird überlegt, von den Nutzern Gebühren einzuheben. Auslöser für das radikale Umdenken ist die Finanzkrise, die vor allem den Mitmach-Plattformen zusetzt. Erstmals seit 2001 sind in der Branche Werbung und Risikokapital - beides Grundlagen der Geschäftsmodelle - rückläufig. Hinzukommt, dass die Betriebskosten explodieren, denn je mehr Nutzer ein Dienst anzieht, umso höher sind Server-, Strom- und Leitungskosten. Verlustreich "Die Nachfrage nach Angeboten, die meistens kostenlos sind, wächst exponentiell, trifft aber nicht auf exponentiell wachsende Einkünfte", sagte Urs Hölzle, Vice President of Operations bei Google kürzlich. Ein Dilemma, das Spencer Wang, Analyst bei Credit Suisse, in einer Studie belegt. Seiner Einschätzung nach wird YouTube heuer 470 Millionen US-Dollar Verlust machen. Den von Wang kalkulierten Ausgaben von 710 Millionen stehen Einnahmen von nur 240 Millionen Dollar gegenüber. Auch beim populären Online-Freundesnetzwerk Facebook gehen Experten davon aus, dass Verlust geschrieben wird. Genaue Zahlen traut sich Gründer Mark Zuckerberg nicht nennen. Er sagte lediglich, dass er für 2010 einen positiven Cashflow erwarte. Kaum Investoren Die simple Formel "Plattform gründen, Millionen Nutzer anlocken und mit Werbeschaltungen Geld verdienen" scheint ausgedient zu haben. Financiers investieren seit Ausbruch der Krise nur noch in Web-Dienste, die als Geschäftsmodell auf mehrere verschiedene Einnahmequellen bauen. Laut einer Studie des Branchendienstes Techcrunch gab es im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr 65 Prozent weniger Start-Up-Gründungen in den USA. Wenn in Internet-Plattformen investiert wird, dann in bereits etablierte Größen. So sicherte sich vor zwei Wochen ein russischer Investor für 200 Millionen Dollar 1,96 Prozent an Facebook. Der Kurznachrichtendienst Twitter konnte heuer immerhin 35 Millionen lukrieren. Neue Märkte Facebook Als aussichtsreichste Einkunftsquelle gilt in der Branche das "Freemium"-Modell, dass für Teile des Angebots Gebühren verlangt (siehe Hintergrund). Den Freiraum, den man durch das Mitmach-Netz "Web 2.0" zu schätzen gelernt hat, könnte also bald durch kostenpflichtige Bereiche eingeengt werden. Allerdings: Der "Alles gratis"-Mentalität jener Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, kommen Web-Angebote nur schwer bei. Die Einstellung, dass man sich vom MP3 bis zum Online-Netzwerk-Profil alles gratis besorgen kann, sitzt tief. Hinzu kommt, dass Anbieter schnell von der Konkurrenz unterboten werden. Würde Facebook einen noch so kleinen Mitgliedsbeitrag verlangen, würde Google als Reaktion ein neues, kostenloses Angebot starten? Möglicherweise ist "Google Wave", eine kürzlich präsentierte Mischform aus Online-Netzwerk und Live-eMail, schon dessen Vorbote. Das Handy könnte sich als Ausweg aus der Zwickmühle erweisen. Apple zufolge wurden in neun Monaten im an das iPhone angeschlossenen "App Store" über eine Milliarde Mini-Programme geladen - die Mehrheit kostenlos, doch vieles auch gegen Gebühr. Die Bereitschaft, für Apps und die daran angeschlossenen Internetdienste - von Twitter bis zum Flugzeiten-Rechner - zu bezahlen, scheint ungleich größer als für vergleichbare Dienste auf herkömmlichen Webseiten. Handy-Programme fühlen sich wie Eigentum an - und dürfen deswegen etwas kosten. Ein Umschwung, der den ersten Schritt ins Web 2.5 markiert.
dazu ein kommentar vom 11.06.2009 14:56 | KURIER | Gerald Reischl Die Masse arbeitet und einer wird reichIn den sozialen Netzwerken des Web 2.0 gibt es offensichtlich nur Idealisten. Die Frage ist aber, wie lange noch? http://kurier.at/interaktiv/kommentare/1914983.phpEs ist ein typisches Web-Phänomen: Da hat einer eine Idee, die bei den Internet-Nutzern gut ankommt, Millionen an Hits und einen regelrechten Hype auslöst; und quasi über Nacht wird er zum hundertfachen Dollar- oder Euro-Millionär. Wären wir noch im Schilling-Zeitalter, würden wir von Milliardär sprechen.
Eine solche Idee hatte der Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg, hatten die YouTube-Erfinder Chad Hurley und Steve Chen und hatten auch Stewart Butterfield und Caterina Fake mit dem Fotoportal Flickr. Nicht, dass ich ihnen ihre Idee oder ihre Millionen neidig wäre, allerdings lassen sie die Masse für ihren Reichtum arbeiten.
Nehmen wir das Beispiel Zuckerberg. Das, was diese Plattform so populär macht, nämlich der Inhalt der Seite, dafür sorgen die Nutzer. Sie füllen das Portal mit "Content" wie Texten, Bildern oder Applikationen an und sie sorgen dafür, dass die Plattform floriert, noch populärer und Zuckerberg noch reicher wird. Bei der Video-Plattform YouTube ist es genauso. Film-Freaks und Hobbyfilmer laden Videos rauf, die - wenn sie gut sind - von Millionen angeklickt werden. Geld verdienen sie damit aber nicht.
In den sozialen Netzwerken des Web 2.0 gibt es offensichtlich nur Idealisten. Die Frage ist aber, wie lange noch? Ein faires Web 2.5 wäre angebracht, die Portale müssten jeden, der guten Content bereitstellt, mitverdienen lassen. Beispiele gibt es viele, etwa das Foto-Portal iStockphoto. Dort können Hobby-Fotografen ihre Bilder hochladen. Sollten Fotos gekauft werden, können sie sich über Einnahmen freuen, die der Betreiber der Webseite in einem bestimmten Verhältnis mit den Fotografen teilt. Was bei Bildern funktioniert, sollte doch auch bei Texten, Videos oder interessanten News funktionieren.
eine analyse : Energiekosten zehren an den Firmenreserven Was kann eine Web-Seite schon kosten? Der Eindruck trügt, da die Infrastruktur im Hintergrund verborgen bleibt. http://kurier.at/nachrichten/techno/1914999.phpServer Je mehr Mitglieder, desto mehr Daten, desto mehr Parallel-Zugriffe: Für einen reibungslosen Betrieb wird diese Last auf unzählige Rechner aufgeteilt. Schätzungen zufolge betreibt Facebook 40.000 Server, aufgeteilt auf vier Datenzentren. Pro Jahr kostet die Miete 20 Millionen Dollar. Für die Anschaffung der Server gab Facebook in diesem Jahr Experten zufolge 60 Millionen Dollar aus.
Strom Das Magazin "New Scientist" schätzt, das sich der Energiebedarf aller Internet-Rechenzentren 2009 auf 152 Milliarden Kilowattstunden (KWh) beläuft. Damit könnte man alle Haushalte in Deutschland ein Jahr lang versorgen. Bei Facebook gehen Experten davon aus, dass für Strom jährlich 24 Millionen Dollar ausgegeben werden.
Bandbreite Je mehr Daten auf dem Portal lagern und je mehr Nutzer zeitgleich zugreifen, desto größer muss die Bandbreite sein. Sprich: Als Zuleitung ist ein riesiges Rohr, kein dünner Strohhalm notwendig. Laut Credit Suisse zahlt YouTube 360 Millionen im Jahr für eine Anbindung, die 30 Millionen Megabit/Sekunde bewältigt - eine Million mal schneller als ein privater Web-Anschluss. Eine Branchen-Regel: 10.000 Nutzer kosten im Monat zwischen 150 Euro (Twitter, Text), 400 Euro (Facebook, Fotos) und 3000 Euro (You-Tube, Videos). Laut dieser Rechung würde Facebook 96, Twitter 1,8 Millionen Dollar im Jahr zahlen.
Personal In den USA kostet eine IT-Fachkraft im Schnitt 100.000 Dollar/Jahr. Macht bei Facebook (ca. 800 Mitarbeiter) grob 80 Millionen, bei Twitter (ca. 40) vier Millionen Dollar.
Lizenzen Plattformen, die Musik (Last.fm) und Filme (YouTube) anbieten, zahlen Gebühren an die Rechteinhaber. Bei der TV-Plattform Hulu gehen etwa 70 Prozent der Werbeeinnahmen an die Copyright-Inhaber.
wie wirds weitergehen ? Zukunft heißt "Freemium" Ausblick http://kurier.at/nachrichten/techno/1914991.phpAls Finanzierungsmodell setzt sich "Freemium" durch. Ein Großteil eines Web-Dienstes bleibt kostenlos (Free), für Zusatzangebote (Premium) muss gezahlt werden. Jüngstes Beispiel ist die Musik-Seite Pandora.com. Für 36 Euro/Jahr wird bessere Audioqualität und Werbefreiheit geboten. Die Plattform rechnet, dass fünf Prozent das Angebot nutzen werden, was zwei Drittel des Umsatzes ausmachen würde. Twitter führt dieses Modell Ende 2009 ein. Firmen etwa sollen ein offizielles Nutzer-Konto gegen Gebühr anlegen. Google-Chef Eric Schmidt überlegt, bei YouTube "Freemium" einzuführen. Filme kann man, wie bei der Konkurrenz Hulu.com, per Abo in höherer Qualität konsumieren.
Facebook hat wiederum eine eigene Währung, die mit echtem Geld gekauft wird, im Test: Mit dieser sollen künftig virtuelle Geschenke für Freunde, Spiele oder Zusatzdienste bezahlt werden. Bei jeder Transaktion kassiert Facebook Provision. Laut Mark Zuckerberg "ist das Potenzial groß". und : "Man muss ins Ausland gehen" Egal, ob werbefinanziert oder mit Premiuminhalten - rentabel ist ein Startup erst ab etwa 100.000 aktiven Nutzern. http://kurier.at/nachrichten/techno/1914909.phpDer Werbemarkt leidet unter der Wirtschaftslage", sagt Christopher Clay, Gründer und Chef von http://www.soup.io. "Ich kann nur jedem jungen Start-up raten, sich nicht auf Werbung zu verlassen." Auch er wird seine Webseite, auf der Texte, Bilder, Videos und Audio-Aufnahmen der Nutzer in einem Echtzeit-Fluss, ähnlich Twitter, online gestellt werden, um kostenpflichtige Premium-Dienste erweitern. Zwar finden sich einige Förderstellen auf Bundes-("Impulse") oder Länderebene (in Wien etwa "Departure"), aber "in Österreich gibt es kaum Investoren, Business Angels (Unternehmer, die Start-ups mit Know-How und Kapital unterstützen, Anm.) oder Risikokapital", so Clay. Die Zeit bis zu dem Punkt, ab dem eine junge Firma auf eigenen Beinen stehen kann, sei deswegen sehr schwierig. Egal, ob werbefinanziert oder mit Premiuminhalten, rentabel ist ein Startup erst ab etwa 100.000 aktiven Nutzern - keine leichte Angelegenheit. Clay: "Man muss bereit sein, ins Ausland zu gehen." Im Silicon Valley, dem Mekka junger Start-ups, gibt es für jenen Karriere-Knackpunkt eine eigene Bezeichnung: Das "Ramen Profitability Level" ist dann erreicht, wenn so viel Geld gemacht wird, dass sich das Gründerteam von Instantnudeln (Ramen sind japanische Nudeln) ernähren kann. Ausnahme Um Nudeln muss sich das Start-up http://www.tupalo.com, bei dem Nutzer Lokale und Geschäfte auf einer virtuellen Landkarte markieren und bewerten, keine Sorgen mehr machen. Herold.at steigt mit 24 Prozent bei Tupalo ein. Für Gründer Michael Borras aber kein Grund, nur auf Werbeeinnahmen zu bauen. Tupalo wird gelisteten Unternehmen Zusatzinfos verkaufen - etwa Zugriffszahlen und Nutzerinteressen.
wie war das ursprünglich mit den gehaltskonten ? alles frei, alles gratis, jeder braucht eines, und nach ein paar jahren war davon keine rede mehr, eine gebühr nach der anderen wurde "notwendig"...
die gierigen werden auf der strecke bleiben es wird immer wieder neue gratis endverbraucher anbieter geben 
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OHB
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von knieriem am Dienstag 16. Juni 2009, 20:09
Strato will profitierenGeocities schließtYahoo wird im Laufe des Jahres seinen kostenlosen Website-Baukasten Geocities abschalten. Kunden können dann auf einen kostenpflichtigen Hosting-Service von Yahoo umsteigen. Alternativ offeriert Strato in Kooperation mit Yahoo ein Wechselangebot, bei dem Geocities-Kunden für 1,99 Euro im Monat einen werbefreien Webspace, zwei Domains und einen Homepage-Baukasten erhalten. www.strato.de/geocities
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von f.art reloaded am Dienstag 27. März 2012, 15:21
Ein interessanter Artikel für den Chef und den Softwarepopler dieses Forums: BO.LT macht euch zum Herrscher über Websites – von Klonen, Klau und CopyrightEs gibt Tage, da vergeht selbst mir die Lust auf das Internet. Und ich bin bereit zuzugeben, dass das Netz gemein, böse und gefährlich sein kann. Und wer bisher Pinterest für Copyright-verletzend hielt, wird vermutlich nun die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. BO.LT ist ein amerikanisches Startup, das Anfang 2011 in die private Betaphase ging. Per Facebook bekam ich am Wochenende einen Invite und schaute mir die Seite an. Es endete darin, dass ich zusah einen Dienst zu finden, der den Zugriff von BO.LT blockieren kann. weiter → KöLN FORMAT
Der alte Indianer sitzt am Fluss und wartet, bis die Leichen seiner Feinde vorübertreiben… Das Aufdecken von Kriegsverbrechen ist kein Verbrechen: Free Bradley Manning
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