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UnARTs Tage

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UnARTs Tage

Neuer Beitragvon UnART am Mittwoch 30. April 2008, 22:48

30.April 2008

Vom falschen Fuß und dem höhnischen Rasenmäher

Es war keine Nacht für Masochisten. Kurz und schmerzlos kann sie solche nicht begeistern. Die durchschnittliche Schlafdauer von fünf bis sechs Stunden verkürzte sich auf vier. Das Erwachen geschah mit der Erinnerung an einen Traum, der gerade ausgeträumt war. In der Schlussphase stellte sich dieses Wachbewusstsein ein, welches wir gerne nochmals verschieben, indem wir uns wieder in den Polster kuscheln um weiter zu dösen. Heute wollte es nicht helfen. So streckst dich eben und stellst einen Fuß nach dem anderen vor das Bett. Ist es möglich, dass wir immer mit einem Fuß zuerst aufstehen? Bei mir ist es der rechte. Es ist Gewohnheit und weil ich rechts aus dem Bett steige.
Ist einer schlecht aufgelegt, sagt man im nach: „Er ist mit dem falschen Fuß aufgestanden!“
Um den linken zuerst hinauszustecken, müsste ich wohl aufgeschreckt werden, oder die Ruhestaat ist ein fremdes Bett mit linksseitigem Ausstieg.
Früher lag ich öfters in anderen Betten. Bekannt ist das nicht ernstzunehmende Rätsel:
„Warum stehen verheiratete Männer in der Nacht am häufigsten auf?“
„Weil sie nach Hause müssen!“

Aber heute bin ich bereits ruhiger und überlasse die Betreuung auswärtiger Angelegenheiten Nachfolgern.
Na, dann ist man halt früher wach, denk ich mir. Das gibt wenigstens Zeit die drei Printausgaben die morgentlich vor der Haustüre liegen mal gemütlich zu lesen. Häufig knallt die erste bereits um Drei ans Glas, um abprallend zwei Stufen hinab zu purzeln. Manchmal ärgert es, besonders bei schlechtem und kaltem Wetter der Zeitung im Bademantel nach zu steigen. Andererseits kommt die Lektüre gelegentlich rechtzeitig vorm Schlafengehen.

Schön ist es Heute. Da gehen tägliche Verpflichtungen etwas leichter von der Hand.
Die Vorwiese sieht bereits etwas verwildert aus – Zeit was zu tun. Der Rasenmäher wird aus dem Winterquartier gekarrt, mit Benzin und Öl versorgt und gestartet. Wenn er sich nur starten ließe! Die Kerze ist schnell ausgebaut und gereinigt, die Kraftstoffversorgung kontrolliert. 10, 15, 20 Startversuche – er will nicht, ist vermutlich auch mit den falschen Fuß aus dem Winterschlaf aufgestanden. Nach einer weiteren halben Stunde versucht es meine bessere Hälfte und schau her, das hinterfotzige Gerät rattert laut im Zweitakt, als ob er mich höhnisch spotten möchte. Doch jetzt ist keine Zeit für Ärger. Der Wind kommt auf. Eile ist angesagt.
Die Frühjahrsblumen sind großteils verblüht und werden Opfer des rotierenden Messers. Über 50 Quadratmeter verstreut knospen bereits die Mageriten. Ich fahre Steige mitten durch ihren Bewuchs und entscheide als Herr über alle Pflanzen: dichtere Flecken bleiben als Blumeninseln stehen.
Wenn die Margeriten blühen, gibt es ein Foto fürs Euch - falls mir die Hexen in der heutigen Walpurgisnacht nicht alles zusammentreten.
( °) ( °) dada.
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Doppeltes zum 1. Mai

Neuer Beitragvon UnART am Freitag 2. Mai 2008, 12:43

1. Mai 2008
Doppelter Feiertag

Schön war er ja nicht, der 1. Mai. Zumindest in Kärnten schaut es recht trüb aus. Gehört's sich überhaupt, dass es am Feiertag kein Schönwetter gibt. Sollte unser Bundeskanzler nicht dagegen wettern. Es könnte dem Image Österreichs bedenklich schaden. In Wien war das Wetter angeblich recht passabel. Kann es sein, das Gusi sich nur um Wien sorgt. Eigentlich nicht! Sonst hätte er Österreich nicht ohne Wenn und Aber an die EU ausgeliefert und Wien ist bislang noch ein Teil von Österreich. Dort erstrahlte Dr. Dr. Gusenbauer gottgleich von der Tribüne. Zu seiner Rechten das Wiener Oberhäupl und zur Linken ein hoher Gewerkschafter, oder umgekehrt. Ist auch nicht so wichtig, solange die Basis marschiert – im Defilee ihren Bonzen am „Tag der Arbeit“ huldigt.

Welche Tätigkeit gab es für mich? Schließlich ist es ja der „Tag der Arbeit“. Meiner „Besseren Hälfte“ hätte ich das Kochen abnehmen können. Aber wenn es um Freiwilligkeit geht, sollte man höflicherweise nicht im Weg stehen. Sie zauberte Schweins-Medaillions, „Medaillions de proc“ mit Tilsiter-Souce. Dazu Erdäpfel (Kartoffel) mit Thymian im Speckmantel. Das Ganze rundete ein Salat mit Paradeisern (Tomaten), grünen Paprika, Zwiebel, abgemacht in einer Marinade mit Basalmikum. Seien wir doch ehrlich! Das Mahl schmeckt weit besser, wenn man ohne Vorbereitung dazusitzt.

Weil ich bereits von den SPÖ-Göttern auf der Tribüne sprach: Dieser 1. Mai war auch ein kirchlicher Feiertag. Soll man sich über einen doppelten Feiertag überhaupt freuen? So was ist keine doppelte Freude, eher die doppelte Feier und ein Feiertag weniger im Kalender.
Was machen da Gläubige vor Gott und den Bonzen? Solche soll es ja auch geben. Unvereinbar ist vor Gott und der Welt heutzutage nichts mehr. Sogar erklärte Agnostiker sitzen repräsentativ in Kirchen oder setzen sich eine Kappa auf. Erfüllen die nun ihre Pflicht in der Kirche oder beim Umzug?
Marschiert wird bei den Christen am Himmelfahrtstag nicht. Bekannt ist es mir nur bei Wallfahrten und zu Fronleichnam wo sie in einer Prozession irgendetwas in Reih und Glied nach marschieren, wie die Spinner. Spinner ist in diesem Zusammenhang keine Beleidigung, sondern eine Entwicklungsstufe in der Metamorphose eines Schmetterlings. Auch Christus machte eine Wandlung. Aus dem einen Gott wurde ein Mensch, der durch die Opferung starb um am 40sten Tag zum Himmel aufzufahren. Deswegen heiß der Tag in der Schweiz auch Christi Auffahrt. Da oben sitzt Jesus nun zur rechten Hand Gottes und zu dessen linker der Heilige Geist, oder sonst wer? Aus dem einen und einzigen Gott wurden drei, eine sogenannte Trinität.
Wann ist der Erlöser nun tatsächlich aufgefahren? - Am 40sten Tag? Gestern gab ich Acht! Nicht mal ein €-Fighter war am Himmel. Eventuell ist das alte römische Glaubensbekenntnis stimmiger:
„er ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit
zu Richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.“

Zum Tag der Arbeit würde die „Christi Himmelfahrt“ auch nicht passen, da war seine Arbeit auf Erden gerade beendet.

Erdenbürger sehen nur die sozialdemokratische Trinität mit Gusenbauer und Häupel, die ihre Rollen als Gott und Erlöser noch nicht klar aufteilten. Die Gewerkschaft spielt jedoch mit Sicherheit den Heiligen Geist.
Ein wesentlicher Unterschied existiert zwischen kirchlichem Glauben und sozialistischen Glaubensbekenntnis. Christus kommt angeblich zurück, um uns zu erlösen. Die SPÖ muss sich selbst erlösen.
( °) ( °) dada.
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Von Schlaf, Fett und Fenstertag

Neuer Beitragvon UnART am Samstag 3. Mai 2008, 12:07

2.Mai 2008

Der entgangene Schlaf ist nachgeholt. Über sechs Stunden im Traumland entspannt, falls kein Alptraum dich aufschreckt. Eigentlich gibt es drei Schlafphasen. Die Einschlafphase, mit der Yogis die Transzendenz erfahren, der Tiefschlaf und die Traumphase bilden einen Zyklus. Letztere nennt sich auch REM-Phase, bei der die Augen sich unter geschlossenen Liedern wild nach allen Seiten bewegen. Manche erzählen da ohne Wahrheitsserum ganze Romane. Bei mir beißen sie auf Granit. Was Verständliches brachte ich angeblich noch nie heraus – nicht mal im Schlaf!
Beginnt ihr Herzenspartner im Zusammenhang mit eindeutigen Windungen zu stöhnen, sollten sie nicht eifersüchtig werden. Rücken sie ihm an die Haut. Zärtlichkeiten Skin by Skin finden bereitwillig empfangende Arme oder sonst was.
Früher, in meiner esoterischen Phase, weckte ich mich nach jeden Traum, indem ich mir einredete danach erwachen. So was nennt man Autosugestion.
Bereitligend war für Schreibzeug gesorgt, um traumhaft Erlebtes zu notieren. Am Tag ging es dann zur Analyse – zuerst täglich, dann sporadisch bis ich nicht mehr dazu kam. Das Aufwachen blieb. Mit der Zeit gelingt es wieder durchzuschlafen.
Manchmal lächle ich über den gestrigen und heutigen esoterischen Trend. Von mir wurde er vorgestern und vorvorgestern in einer Tiefe und Ausprägung durchlebt, wie es heute seines Gleichen suchen müsste. Obwohl das Kapitel zugeschlagen ist, möchte ich es nicht missen.
Im Tagebuch muss stehen: „Heute mit dem richtigen Fuß aufgestanden!“
Schön ist's! Ein wolkenloser Himmel mit klarem frischen Hellblau. Ein Maitag, selbst wie ein Traum. Herz was willst du mehr?

Auch meine Cholesterin-Werte muss ich Acht geben. Die Wissenschaftler streiten zwar unter sich, was nun schädlich wäre. Mal ist Fleisch schlecht, mal wieder notwendig und gesund. Alleine von Omega Fett-Säuren, Körndeln und Grünen mag ich nicht leben. Da wird Gesundheit zur Strafe.
Dann gibt es noch böses und gutes Cholesterin. Niedrig drehend oder hoch drehend, ich verwechsle es meist. Wichtig ist angeblich das Verhältnis von Gut und Böse. Dennoch soll es Leute geben, die mit bösem Cholesterin manchmal länger als die mit dem guten. Der Name leitet sich von der Galle ab und von „Fest“. Aber fest ist es nicht. Nicht mal ein Fett, wird behauptet. Das Fett könnte ich es frei nach dem Grundsatz „simile e simile“ (Gleiches mit Gleichem) behandeln.
Dann halte ich mich halt an Parcelsus: „Die Dosis macht die Medizin“. Ein Speiseplan quer durch das Nahrungsangebot mit viel Abwechslung kann doch nicht schaden? Manches liebt man doch besonders, das werden dann die kleinen Sünden, welche im Extrem auch große werden.
Heute gönne ich mir zur Feier des Tages ein Frühstücksei. Im kalten Wasser aufgesetzt lasse ich es bis zum Aufkochen. Dann wird die Platte abgeschaltet. Das Ei verbleibt noch drei Minuten bis ich es herausnehme. Für „Kernweich“ ist es etwa 4 Minuten zu belassen. Diese Kochweise beschränkt die Gefahr an Salmonellen zu erkranken. Leider legte mir die Allerliebste ein hartes Ei in die Frischei-Ablage. Fiel schon wen auf, ein hartes Ei ist nicht weichzukochen! Egal, wie lange sie es versuchen. Ziemlich alles bekommt man weich oder gar, nur kein hartes Ei.

Dieser Freitag ist ein Fenstertag – ein Tag zwischen Feiertag und Wochenende. Für viele ist er wie ein Feiertag, oder ein falscher Samstag. Eigentlich Zeit für einen 4-Tage-Kurzurlaub. Dementsprechend verhielt sich die Frequenz im UFo. Oder waren es die Nachwehen vom Aufmarsch des 1. Mai? Es trifft sich gut, dass unsere Techniker heute den Server ausbauen.
( °) ( °) dada.
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Re: UnARTs Tage

Neuer Beitragvon UnART am Dienstag 13. Mai 2008, 12:54

Bauch auf Reisen

Ging ihr Bauch schon auf Reisen? - meiner nur mit mir gemeinsam. Bin ich nun ein Despot, weil er nicht allein verreisen darf? Wo bleibt die Emanzipation? Mein Geist wäre ein Narr, würde er seinen Bauch nicht gleich berechtigen! Beleidigt ist der schnell. Wehe, wenn er reagiert!
Geist und Bauch leben in Partnerschaft. Wird einer dominant gerät das Gleichgewicht zum Schaden aller durch einander. Sie sind Einheit - erst gemeinsam vollkommen. Ein Zentaur oder Yin und Yang.

Die Zeitung schreibt allerdings von Schwangeren. Reisen erhöht die Gefahr auf frühzeitige Wehen und Infektionen.
Swangar, aus dem althochdeutschen, bedeutet schwerfällig. Schwängern ist demnach wohl ein Akt der Schwerfällig-Machung? Betrachtet man die selige Expression werdender Mütter, kann es allerdings nichts schlechtes sein,.

Am zweiten Sonntag im Mai feiern wir den Ehrentag der Mutter. Kinder basteln Geschenke, sagen Gedichte auf oder kaufen mit Vaters Geld ein Küchengerät. Größere Kinder packen ihre Mütter ins Auto, um in irgendeiner überfüllten Lokalität gemeinsam lange auf die Konsumation zu warten. In der Arneitz-Arena am Faaker See ließ Andy Borg seinen "Schmäh" zum Muttertagsfest laufen.
Was sind das für Mütter, die wir einmal im Jahr so ausgiebig feiern? Ergeben die sich ohne Ecken und Kanten in Selbstaufopferung einem traditionellen Rollenbild?
Weder, noch! Es sind Frauen mit individuell gewichteten Werten - im einzelnen abgestimmt mit Gesellschaft, Familie, den Bedürfnissen und Notwendigkeiten. Mütter sind sehr unterschiedlich, nur der Muttertag will ein „Idealbild“ darüber stülpen.

Frau Messner schreibt von einem beim Räumen gefundenen Muttertagsgedicht:

„Liebes, gutes Mütterlein,
heute sollst Du glücklich sein.
Heut zu Deinem Ehrenfeste
wünsch ich Dir das Allerbeste.“


Meine Mutter wäre bei der Verkleinerungsform „Mütterlein“ explodiert! Aber wer weiß, was ich so alles vergaß. Eine Amerikanerin soll sich an alles Vergangene bis in Detail erinnern. Ihr widerfährt nicht die Gnade des Vergessens.
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