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UnART-Diary

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UnART-Diary

Neuer Beitragvon UnART am Sonntag 30. April 2006, 19:05

Der neue Kurier-online bietet seinen Lesern BLOGs für Tagebuch, Kurzgeschichten und sogar für sexuelle Ausschweifungen. Tagebuch und Kurzgeschichten gibt es auf UnART fast so lange wie es das Forum gibt. Nach den letzten zwei Up-grates wurden sie allerdings kaum angenommen. Damit wer anfängt gibt’s ein UnART-Diary.

Ein verregneter Sonntag, bereits der dritte Tag in Serie der das Land ertränken will. Auf vom Hund kahl und festgetretenen Grund bilden sich Lachen, der tiefere, abgesetzte Terrassenteil steht unter Wasser. An der Begrenzung zur Wiese werde ich wohl mal einen Abzugsgraben mit dem Spaten stechen, oder gar ein Ablaufgitter einbauen. Irgendwann mal – das nächste Italien-Tief sorgt für Erinnerung.
Nicht alles von Italien ist im südlichen Österreich willkommen. Gemeint wird nicht die Mafia, die haben wir selber, sondern eben Sachen wie ein Italien-Tief, das sich an den Alpen staut und Landregen bringt, der nicht mehr aufhören will. Schönwetter ist allerdings unser eigenes Wetter, wie das sonnige Gemüt vieler Kärntner.

Jahrzehnte gab es an meiner östlichen Grundstücksgrenze seligste Ruhe, bis die neue Nachbarin ausgerechnet dort die Wiese umgrub und jede Menge Pflanzen, wie Blühendes setzt, mit kahlen knorrigen Ästen aus höheren Lagen und beachtliche Baumrinden drapiert. Die Gehflächen sind zwar nicht betoniert, aber mit Platten belegt – zur Abrundung gibt es einen viele Quadratmeter großen Haufen mit blanken Kugelsteinen im Durchmesser zwischen 20 und 50 Zentimeter. Der Stilbruch zu meiner Ökologie könnte nicht ärger sein. Bei mir wird die Kulturwüste Rasen verschmäht, bereichsweise Wildnis zugelassen – mein Rest vom Garten ist nicht parzelliert, penibel mit Metallplatten oder Baumarktprodukten abgegrenzt, keine verlegten breiten Laufflächen verhindern natürliches Wachstum, welches periodisch dem Rasenmäher zum Opfer fällt.
Eine Gärtnerei betreibt die Nachbarin nach eigenen Angaben nicht, obwohl mir ein Rätsel bleibt, wie vier Personen die auf über 40 Quadratmeter angebauten Produkte verzehren, noch dazu weil vieles immer gleichzeitig reifen will.
Mit der Ruhe aus Osten ist es wie gesagt vorbei, so ein Garten verlangt regelmäßige Pflege, womit sich der Kreis zum Landregen wieder schließt. Abgedeckte Frühbeete sind zu gießen, bei weinendem Himmel eben mit aufgespanntem Regenschirm. Auch sonst ist bei anhaltendem Italien-Tief regelmäßig nach dem Rechten zu sehen.

060430 @ UnART
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Re: UnART-Diary

Neuer Beitragvon UnART am Montag 9. Mai 2011, 19:24

Lass an die Press
Vor über 25 Jahren verschenkte euer UnART quasi seine Musikinstrumente. Viele Jahre tingelte ich, zeitweise als Musikprofi, durch Österreich und das angrenzende Europa. Wintersaisonen verbrauchte ich in Radtstatt oder anderen Wintersportorten und die Sommersaison unter anderem in Krumpendorf am Wörter See. Ansonsten standen in der Ballsaison Garnisonsbälle, etc. oder andere Großveranstaltungen wie Misswahlen am Programm, aber auch regelmäßige Fünf-Uhr-Tees, Messetermine, Wiesenfeste oder lauschige Baratmosphäre, wie als Ersatzband für Franco Andolfo in der Schloßbar in Velden.

http://www.youtube.com/watch?v=v7Jh6doKyxU

Damit ich nicht mehr zu spielen beginne, verschärbelte ich viele meiner Musikinstrumente zum Spottpreis. Nur die Wertschätzung des Käufers für die Instrumente war wichtig und dass sie bei ihm gut aufgehoben sind.
Die Rockgitarre Gibson Les Paul,
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eine Fender Stratocatster, Allround- und Sologitare mit klarem Ton,
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und der stärkste Gitarrenverstärker von Fender, alles zum Neupreis eines VW Golf, wechselten damals für etwas über ATS 10.000 den Besitzer. Sax, Klarinette, 12-Saitige und anderes erfüllte künftig den Zweck einer Dekoration. Endlich war etwas Zeit für meine Familie. Meinen Sohn erlebte ich vorher teilweise nur in den abgeschlossenen Entwicklungsschüben.
Anlässlich meines runden Geburtstages gab es den Nachbau einer Stratocaster mit kleinem Gitarrenverstärker und Mikrophon zum Geschenk. Der zusätzliche Gutschein eines Musikhauses wurde für ein Mischpult mit Endstufe (Verstärker) und Boxen eingelöst. Ein Jugendfreund, mit dem ich einen langen musikalischen Weg ging, kaufte sich ein Schlagzeug um knapp 3000 Euro. Als Jugendliche gründeten wir unsere erste Band mit dem Namen Intrepid. Später hießen wir Magic Sound und zur Endausscheidung der Talente 70, die Rosemaria Isopp (Autofahrer unterwegs) in der Grazer Messehalle moderierte, nannten wir uns GHG Secret. Heute trafen wir uns nach 35 Jahren erstmals wieder zur privaten Musiksession. Es herrschte musikalisches Verständnis vom ersten Ton an. Wir spielten die alten Hadern, als lägen nicht über 30 instrumentlose Jahre dazwischen. Ohne dass wir uns bemühten, gibt es bereits Buchungen für Geburtstagsfeiern und Gartenfeste. Wesentlich jüngere Musiker wollen bei uns mitzuspielen. Allerdings mögen wir nicht mehr voll einsteigen. Es soll nur Spaß machen ab und zu die Sau rauszulassen.
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Re: UnART-Diary

Neuer Beitragvon UnART am Samstag 14. Mai 2011, 14:43

Auf mehreren Kirchtagen

Gestern war wieder einmal einer jener Tage, an dem der 'Arsch' auf mehreren Kirchtagen tanzen soll. Es gab die Einladung zum Frühlingskonzert des Villacher Eisenbahnervereins. Vielleicht denkt wer: Was für Konzert machen schon Eisenbahner? Die Villacher Blasmusikkapelle ist nicht nur weil es dort Bekannte gibt etwas Besonderes. Sogar Eisenbahner sind leistungsfähig – naja, nicht alle, doch mit Postlern können sie offensichtlich locker mithalten. Das Konzert spielte unter der Devise 'Frankreich'; ein gutes Motto, wenn man die begleitende Kulinarik bedenkt. Kultur ist multifunktional! Diesmal gab es jedoch nur 'Fleischlabalan', wie man in Kärnten sagt. Vielleicht stand auf der Speisekarte themengemäss großartig 'Boulette' oder 'Fricandeau'',
Ein Konzert unter dem Motto 'Deutschland' verlänge eine weit umfangreichere Speisekarte. Für Norddeutsche gibt es die Übersetzung Hackbraten oder 'Frikadellen', für Berliner 'Buletten', Südwestdeutsche kennen so was unter 'Fleischküchle' und Bayern unter 'Fleischpflanzerl'. Könnte man Blaskonzerte für die Jugend mit dem Motto 'USA' attraktiver gestalten? Unsere Jugend erkennt amerikanische Kultur zwischen Weißgebäck gequetscht als 'Burger'. Diese Speisekarte lässt sich nur noch mit dem Hauptgericht 'Ketchup' (Beilage nach Wunsch) toppen.
Der zweite Kirchtag war auf der Seebühne am Wörther See. Euer UnART ist ein gefragter Chorsänger. Gleichgeschaltet mit der Wiener-Festwochen-Eröffnung, Sängern aus Innsbruck und Melk, ist 'Alle Menschen werden Brüder' mitzupläärrrren. Doch halt, wo bleiben die Schwestern? Bei den Söhnen der Österreichischen Bundeshymne gibt es ein Trara, zu den Brüdern der Europahymne hört man nichts. Ein Elysium ist wieder weiblich besetzt, aber das wird mit dem unterirdischen Strom noch eine andere Geschichte.
Der dritte Kirchtag war Otto Schenk bei Ex-Ministerin Sickl auf Schloss Albeck. Manchmal kommentierte ich für Medien die Schloss-Veranstaltungen. Ottilein hätte ich gerne gefragt, was er noch besser kann als Eislaufen oder den 'Sterbenden Schwan' und womit er seine Popularität begründet? Allgemein würde mich Schenks Auftritt köstlich unterhalten; vor allem, wenn ihm ein ironischer Gag auskommt und nicht er selbst personifizierte Ironie darstellt.

Um niemand vor den Kopf zu stoßen blieb ich zu Hause und gab mir via TV 'Österreich singt' mit der Eröffnung der Wiener-Festwochen. Herzlich lachend über den Witz des Wiener-Chorleiters öffnete ich alle Fenster und sang die Europahymne zeitgemäß: „Alle Brüder werden Schwestern, Gleichheit im Delirium... “. Mein Nachbar rief: „hast an Huscher? I' bin ka Schwesta!“
Das nächste Mal lasse ich 'Österreich singen', etwa so wie ich bereits Kärnten laufen lasse.
( °) ( °) dada.
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