Insgesamt ist 1 Besucher online :: 0 registrierte, 1 Gast Der Besucherrekord liegt bei 237 Besuchern, die am Montag 5. März 2012, 17:15 zeitgleich online waren.
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast
basierend auf den in den letzten 5 Minuten aktiven Besuchern
Geburtstage
Heute hat kein Mitglied Geburtstag
Kalender
 |
Mai 2012 |
 |
|
Dein Tagebuch kannst du sperren oder andere mitschreiben lassen
von f.art am Freitag 20. Juli 2007, 17:11
Wie soll man dieses Thema angehen? Wie über Gefühle schreiben, die mit der Zeit eher schmerzhafter werden? Wie sollte man überhaupt mit dem Verlust umgehen? Ich möchte das Thema in dieser Rubrik angehen, weil meine Mutter eine Persönlichkeit war. Ich glaube, jede Mutter ist auf ihre Art eine grosse Persönlichkeit. Vom ersten Geburtsschmerz bis zum letzten Atemzug war sie immer für mich da. Es ist nun ein Jahr her, als meine Mutter nach langer, schwerer Krankheit in einer Lungenklinik verstarb. Die letzten Monate musste ich sie pflegen. Da mein Vater vor Jahren durch einen Schlaganfall erblindete und Demenz hat, eine schwere Zeit für mich. Auch er beansprucht Pflege und bleibt auch in Zukunft in unserem Haus. Das Leben ging weiter, die Aussenwelt erwartete Kontinuität in der Arbeit wie im Privaten. So fühlt man sich die letzten Stunden allein gelassen. Gar Hilflos. Obwohl das Ende absehbar, konnte ich mich nicht damit abfinden. Zum Schluss stellte sich mir die Frage, Apparatemedizin für zwei bis vier Wochen Lebensverlängerung oder natürlich entschlafen. Eine Situation, über die man gerne diskutiert, aber persönlich Abstand halten möchte. Ich habe mich gegen die Apparate ausgesprochen. Auch nach einem Jahr ist der Seelenschmerz gross. Man funktioniert. Doch in ruhiger Minute kommen die Gedanken, ob alles richtig war; worüber oder warum man sich über Kleinigkeiten gestritten hat. Wieso man die letzten Stunden ihres Lebens versäumt hat und nicht bei Ihr war. Sicherlich wird es auch in diesem Forum Mitglieder geben, die ähnliches erlebt haben. Ich habe mir die Frage gestellt, ob dieses persönliche Erlebnis Thema sein darf.
f.art
-
f.art
- Träger des 1. Dan im UnART-Aikido
-
- Beiträge: 8347
- Registriert: Sonntag 9. April 2006, 04:43
- Wohnort: Hagen iW.
-
von M. am Freitag 20. Juli 2007, 17:14
es tut mir wirklich sehr leid f.art!
Zuletzt geändert von M. am Freitag 20. Juli 2007, 17:15, insgesamt 1-mal geändert.
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht. - Erich Fried
-

M.
- Träger des 1. Dan im UnART-Aikido
-
- Beiträge: 9149
- Registriert: Sonntag 12. März 2006, 13:19
- Wohnort: Wien
von OHB am Freitag 20. Juli 2007, 17:15
wenn es zur persönlichen aufarbeitung dir dienlich ist so sehe ich kein problem warum du es nicht bringen sollst
sich von der seele reden/schreiben ist eine gute medikamentation
-

OHB
- Triumphator im UnART-Universum
-
- Beiträge: 42963
- Registriert: Sonntag 19. Februar 2006, 17:47
- Wohnort: vindobona fenum horreum aqua litus
von knieriem am Freitag 20. Juli 2007, 17:16
Mein Beileid, f.art
Copyrighthinweis: © knieriem - Wien, 1833 - in alle Ewigkeit. Alle Inhalte dienen der persönlichen Information. Eine Änderung, Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. Gerichtsstand: Wien
-

knieriem
- Meister des UnART-Aikido
-
- Beiträge: 10872
- Registriert: Montag 20. Februar 2006, 02:11
-
von maria am Freitag 20. Juli 2007, 17:21
f.art hat geschrieben:Wie soll man dieses Thema angehen? Wie über Gefühle schreiben, die mit der Zeit eher schmerzhafter werden? Wie sollte man überhaupt mit dem Verlust umgehen? Ich möchte das Thema in dieser Rubrik angehen, weil meine Mutter eine Persönlichkeit war. Ich glaube, jede Mutter ist auf ihre Art eine grosse Persönlichkeit. Vom ersten Geburtsschmerz bis zum letzten Atemzug war sie immer für mich da. Es ist nun ein Jahr her, als meine Mutter nach langer, schwerer Krankheit in einer Lungenklinik verstarb. Die letzten Monate musste ich sie pflegen. Da mein Vater vor Jahren durch einen Schlaganfall erblindete und Demenz hat, eine schwere Zeit für mich. Auch er beansprucht Pflege und bleibt auch in Zukunft in unserem Haus. Das Leben ging weiter, die Aussenwelt erwartete Kontinuität in der Arbeit wie im Privaten. So fühlt man sich die letzten Stunden allein gelassen. Gar Hilflos. Obwohl das Ende absehbar, konnte ich mich nicht damit abfinden. Zum Schluss stellte sich mir die Frage, Apparatemedizin für zwei bis vier Wochen Lebensverlängerung oder natürlich entschlafen. Eine Situation, über die man gerne diskutiert, aber persönlich Abstand halten möchte. Ich habe mich gegen die Apparate ausgesprochen. Auch nach einem Jahr ist der Seelenschmerz gross. Man funktioniert. Doch in ruhiger Minute kommen die Gedanken, ob alles richtig war; worüber oder warum man sich über Kleinigkeiten gestritten hat. Wieso man die letzten Stunden ihres Lebens versäumt hat und nicht bei Ihr war. Sicherlich wird es auch in diesem Forum Mitglieder geben, die ähnliches erlebt haben. Ich habe mir die Frage gestellt, ob dieses persönliche Erlebnis Thema sein darf.
f.art
*
Es wird für mich - auch für andere - ein Thema werden. Nur daran zu denken, dass ich sowohl Mutter als auch Vater verlieren werde ...............entsetzlich!
Ich weiß nicht, ob ich die Kraft haben werde, damit fertig zu werden. Daher kann ich auch gar keinen Trost spenden. Den werde ich wohl selbst später benötigen - woher? Keine Ahnung. Ich mag gar nicht daran denken - noch sind beide, Mutter und Vater gesund, trotz des hohen Alters.
Ich widme ihnen so viel Zeit, wie möglich. Sie waren für mich immer da - die Liebe, die sie mir entgegenbrachten und bringen - ist wohl einmalig.
Vielleicht kann man sich damit trösten - dass man über so viele Jahre ihr Kind sein durfte.
Zuletzt geändert von maria am Freitag 20. Juli 2007, 17:29, insgesamt 1-mal geändert.
Weck nicht die Löwin in mir!
-

maria
- Minister des UnART-Universums
-
- Beiträge: 18002
- Registriert: Montag 20. Februar 2006, 02:17
von f.art am Freitag 20. Juli 2007, 17:28
Danke für eure Bekundungen. Es geht mir eher um ein sensibles Thema als Diskussion. Die schnell lebende Gesellschaft bemüht sich, gerade solche Themen auszugrenzen. Warum verschweigen? Zu intim? Zu pietätlos? Es ist der natürliche Werdegang im Leben eines jeden Einzelnen. Der Umgang des Erlebten ist unterschiedlich. Darüber zu schreiben könnte interessant sein. Wenn auch in einem öffentlichem Forum.
-
f.art
- Träger des 1. Dan im UnART-Aikido
-
- Beiträge: 8347
- Registriert: Sonntag 9. April 2006, 04:43
- Wohnort: Hagen iW.
-
von maria am Freitag 20. Juli 2007, 17:34
f.art hat geschrieben:Danke für eure Bekundungen. Es geht mir eher um ein sensibles Thema als Diskussion. Die schnell lebende Gesellschaft bemüht sich, gerade solche Themen auszugrenzen. Warum verschweigen? Zu intim? Zu pietätlos? Es ist der natürliche Werdegang im Leben eines jeden Einzelnen. Der Umgang des Erlebten ist unterschiedlich. Darüber zu schreiben könnte interessant sein. Wenn auch in einem öffentlichem Forum.
*
Die Zeit ist nicht schnell-lebiger als früher - es gibt nach wie vor 24 Stunden am Tag - die Prioritäten sind verlagert - da liegt wohl das Hauptproblem.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++ ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Was soll man da an Gefühlen von Fremden noch erwarten? Nichts!
Wenn dann selbst betroffen, ein Liebster erkrankt, verstirbt - schaut die Welt wohl für manche anders aus. Traurig, aber wahr - eine Gesellschaft der Egoistin - gefühllos und kalt.
Vertrauen darf man nur auf die eigene Kraft und die Unterstützung von Freunden - anders schafft man das wohl nicht.
Weck nicht die Löwin in mir!
-

maria
- Minister des UnART-Universums
-
- Beiträge: 18002
- Registriert: Montag 20. Februar 2006, 02:17
von f.art am Freitag 20. Juli 2007, 17:42
Helle, weiss geschliffene Zähne sind wichtiger als der Charakter. Schon wahr, werte maria. Dennoch wage ich den Versuch einer Diskussion, ganz ohne persönliche Wertungen.
-
f.art
- Träger des 1. Dan im UnART-Aikido
-
- Beiträge: 8347
- Registriert: Sonntag 9. April 2006, 04:43
- Wohnort: Hagen iW.
-
von M. am Freitag 20. Juli 2007, 17:45
f.art hat geschrieben:Danke für eure Bekundungen. Es geht mir eher um ein sensibles Thema als Diskussion. Die schnell lebende Gesellschaft bemüht sich, gerade solche Themen auszugrenzen. Warum verschweigen? Zu intim? Zu pietätlos? Es ist der natürliche Werdegang im Leben eines jeden Einzelnen. Der Umgang des Erlebten ist unterschiedlich. Darüber zu schreiben könnte interessant sein. Wenn auch in einem öffentlichem Forum.
1.) Nein ist es nicht, der Tod gehört zum Leben aber... für fast jeden hört diese Logik beim Tod eines eigenen geliebte Menschen - auf. 2.) Ich weiß nicht wie es anderen geht, aber für mich ist persönlicher Schmerz absolute Privatsache - und für andere tabu, außer ich selbst gestatte es.... was selten vorkommt. Schmerz zu teilen, Gefühle anzusprechen ....ist ..... einfach eine Vertrauenssache! Fakten anzusprechen ... aber nicht. Somit geht es nicht um das, ob man den Tod ansprechen soll ....sondern eher darum wie man mit eigenen Gefühlen umgeht.
Zuletzt geändert von M. am Freitag 20. Juli 2007, 18:00, insgesamt 2-mal geändert.
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht. - Erich Fried
-

M.
- Träger des 1. Dan im UnART-Aikido
-
- Beiträge: 9149
- Registriert: Sonntag 12. März 2006, 13:19
- Wohnort: Wien
von maria am Freitag 20. Juli 2007, 17:46
f.art hat geschrieben:Helle, weiss geschliffene Zähne sind wichtiger als der Charakter. Schon wahr, werte maria. Dennoch wage ich den Versuch einer Diskussion, ganz ohne persönliche Wertungen.
*
Ich wage auch immer wieder eine Diskussion - auch jetzt (trotzdem ich ständig eine auf den Deckel bekomme) - es war mir ein besonderes Anliegen, diesbezüglich zu schreiben. Die Ignoranz anderer - gehört auch zum Thema - das Übel der heutigen Gesellschaft.
Weck nicht die Löwin in mir!
-

maria
- Minister des UnART-Universums
-
- Beiträge: 18002
- Registriert: Montag 20. Februar 2006, 02:17
von smART am Freitag 20. Juli 2007, 17:58
Das Schlimme ist, daß nur wenige fähig sind Mitgefühl glaubhaft mitteilen zu können! Ich gehöre leider nicht dazu! Mir fehlt dafür die Ausdrucksmöglichkeit!
Daher schlicht geschrieben : Mein Beileid!
Aktueller Ignotonneninhalt : contraindicatio, OHB, trebbiatore, f-art reloaded;
-

smART
- Meister des UnART-Aikido
-
- Beiträge: 9690
- Registriert: Samstag 18. Februar 2006, 21:31
- Wohnort: DAUERTRAUERSCHWERSTARBEITERSIEDLUNG
von maria am Freitag 20. Juli 2007, 18:12
smART hat geschrieben:Das Schlimme ist, daß nur wenige fähig sind Mitgefühl glaubhaft mitteilen zu können! Ich gehöre leider nicht dazu! Mir fehlt dafür die Ausdrucksmöglichkeit!
Daher schlicht geschrieben : Mein Beileid!
*
Wenn es ehrlich rüberkommt - egal wie, erkennt das der Betroffene. Es bedarf nur eines Drückens - ich bin auch kein Mensch großer Reden oder Worte- allerdings zuzugeben, dass einem die Worte fehlen oder dass man gewissen Situationen machtlos gegenübersteht oder selbst verwirrt oder hilflos ist, zeigt schon von Menschlichkeit und Größe.
Weck nicht die Löwin in mir!
-

maria
- Minister des UnART-Universums
-
- Beiträge: 18002
- Registriert: Montag 20. Februar 2006, 02:17
von Spyke_ am Freitag 20. Juli 2007, 18:42
f.art hat geschrieben:Danke für eure Bekundungen. Es geht mir eher um ein sensibles Thema als Diskussion. Die schnell lebende Gesellschaft bemüht sich, gerade solche Themen auszugrenzen. Warum verschweigen? Zu intim? Zu pietätlos? Es ist der natürliche Werdegang im Leben eines jeden Einzelnen. Der Umgang des Erlebten ist unterschiedlich. Darüber zu schreiben könnte interessant sein. Wenn auch in einem öffentlichem Forum.
****************************************************************************"Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden." Ist es gut, zu trauern und die Traurigkeit seligzupreisen ? Es gibt zwei Arten von Traurigkeit: eine Traurigkeit, die die Hoffnung verloren hat, der Liebe nicht mehr traut und der Wahrheit und daher den Menschen von innen zersetzt und zerstört -- aber auch eine Traurigkeit, die aus der Erschütterung durch die Wahrheit kommt, den Menschen zur Umkehr bringt, zum Widerstand gegen das Böse. Diese Traurigkeit heilt, weil sie den Menschen neu zu hoffen und zu lieben lehrt. Aus: Josef Ratzinger, Benedikt XVI. JESUS von Nazareth. Möge Deine Mutter Ruhe und Frieden finden. V.
-
Spyke_
- Träger der UnART-Tapferkeitsmedaille
-
- Beiträge: 136
- Registriert: Samstag 14. Juli 2007, 11:14
von xenia am Freitag 20. Juli 2007, 19:13
für mich gibt es eine ganz andere traurigkeit, wenn ich an meinen verstorbenen vater denke : eine trauer um einen menschen, voller liebe, dankbarkeit, zusammengehörigkeitsgefühl und und und, gefühle, denen auch der tod nichts anhaben kann...
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Albert Einstein 
-

xenia
- Triumphator im UnART-Universum
-
- Beiträge: 34186
- Registriert: Montag 20. Februar 2006, 02:16
von Spyke_ am Freitag 20. Juli 2007, 19:46
DER TOTENGRÄBER
Als ich einst eine meiner toten Seelen begrub, trat der Totengräber zu mir und sagte: "Von allen, die hier ihre Toten begraben, mag ich nur dich." Ich sage: "Du schmeichelst mir ausserordentlich - doch, warum magst du mich ?" Da antwortete er: "Die anderen kommen wehklagend und gehen wehklagend. Nur du kommst lachend und gehst wieder lachend."
Kahlil Gibran - DER NARR
-
Spyke_
- Träger der UnART-Tapferkeitsmedaille
-
- Beiträge: 136
- Registriert: Samstag 14. Juli 2007, 11:14
Zurück zu USER TAGEBUCH
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast
|