xenia hat geschrieben:ein kommentar vom 11.10.2009 20:13 | KURIER | Josef Votzi
Die Politik braucht eine kräftige Brise "Piefke"
Was sich Faymann & Pröll bei Merkel & Westerwelle abschauen sollten.
http://kurier.at/interaktiv/kommentare/1945956.phpSonntag vor zwei Wochen wurde gewählt. Am Tag danach Generationswechsel an der Parteispitze beim Wahlverlierer. Die Wahlgewinner verhandeln bereits seit einer Woche ruck, zuck über eine neue Regierung. Da wird nicht wochenlang sondiert und taktiert. Denn dass sie miteinander regieren wollen, haben sie schon vor der Wahl gesagt - obwohl einer von ihnen politisch noch in ganz anderen Händen war.
Es sind unsere gern geschmähten deutschen Nachbarn, die uns dieser Tage eindrucksvoll vorhüpfen, dass Politik auch anders sein kann: Nicht vor und nach Wahlen künstlich aufgeregt, um zwischendurch bleierner Lähmung zu verfallen - wie hierzulande üblich.
Die Christdemokratin Angela Merkel und der Sozialdemokrat Frank Walter Steinmeier hatten Deutschland vier Jahre in einer schwarz-roten Koalition regiert. Beide stellten vor der Wahl klar: Es waren vier gute Jahre, aber das war's. Merkel wünschte sich das, was jetzt vor der Tür steht: Die schwarz-gelbe "Tigerenten-Koalition" mit Westerwelles FDP. Der deutsche Wähler musste so am 28. September nicht die Koalitionskatze im Sack kaufen. Wo Schwarz draufstand, war Gelb (= die liberale FDP) drin. Wo Gelb draufstand, musste man mit Schwarz rechnen. Jeder Wähler konnte so mit seiner Stimme auch für die Koalition seiner Wahl die Weichen stellen.
Von Merkel lernen
Können Sie sich vorstellen, dass ein Werner Faymann und ein Josef Pröll vor der nächsten Wahl Sätze wie diese sagen? "Wir haben jetzt einige Jahre miteinander regiert. Das war bisweilen ganz schön. Aber jetzt freut es uns nicht mehr."
Bei uns wird vor Wahlen schamlos taktiert. Mit Floskeln, die jedes Volksschulkind schon im Schlaf aufsagen kann: "Jetzt ist einmal der Wähler am Wort" - "Wir werden nach der Wahl mit allen Parteien Gespräche führen."
Bei uns wird nach Wahlen unverschämt taktiert. Die berühmt-berüchtigten "Sondierungsgespräche", die sich über Monate hinzogen, schafften es so auch bereits zum Unwort des Jahres. "Wir müssen sehen, mit wem es die größte Übereinstimmung für ein gemeinsames Regierungsprogramm gibt."
Als ob nicht jeder schon vor der Wahl wüsste, wofür der andere im Grunde steht.
Das ist kein Plädoyer für eine Koalition zwischen den heimischen Schwarzen und der heimischen Abart der FDP - sei es in Blau oder Orange. Eine Neuauflage dieses unheiligen Experiments braucht niemand außer die, die à la Meischberger & Co. davon millionenschwer profitierten.
Das ist ein Plädoyer für eine geistige Anleihe bei unseren deutschen Nachbarn: Klare Ansagen bringen klare Verhältnisse. Schwammiges Schlaucherltum made in Austria vermehrt den Chor der Rufer nach dem starken Mann, den keiner braucht.
Wir haben unbestreitbar den besseren Schmäh und die genussreichere Küche.
Zum Überleben reicht das weder in guten noch in den mageren Jahren, die vor uns liegen. Dafür braucht es dringend eine kräftige Brise "Piefke".
jessasmariandjosefgleidreikreizmochundakerzerlaunzünd
steht uns gor a wiederaunschluss bevor
DIE POLITIK BRAUCHT EINE KRÄFTIGE (B)PRISE PIEFKE


