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beim H P M

Re: beim H P M

Beitragvon calimero am Dienstag 16. Juni 2009, 11:08

Mir fällt jetzt ad hoc die Kritik von ihm ein...im Buch Die Europafalle.
Lt. Lissabonner Vertrag (den ich zugegebenermaßen nicht gelesen habe) soll der EUGH mehr Kompetenzen erhalten, das EU Parlament hingegen weniger. Das heißt, eine Institution kann mehr entscheiden, hat mehr Kontrolle und auch mehr das Sagen. Diese Konzentration an EINER Stelle, das wird von ihm kritisiert.
Ich habe zuwenig Einblick, bin ja kein Jurist. (er schon)
Aber dass Konzentration von Macht an nur eine Stelle schlecht ist, das kann ich mir locker vorstellen. Gewaltenteilung ist immer gut, eine Seite kontrolliert die andere.
Dann ist HPM für mehr Subsidiarität. (lt. Wikipedia:
Subsidiarität (von lat. „subsidium“, dt. Hilfe, Reserve) ist eine politische und gesellschaftliche Maxime, die Eigenverantwortung vor staatliches Handeln stellt. Danach sollen bei staatlichen Aufgaben zuerst und im Zweifel untergeordnete, lokale Glieder wie Stadt, Gemeinde oder Kommune für die Lösung und Umsetzung zuständig sein, während übergeordnete Glieder zurückzutreten haben.
)
Das heißt, die Nationen sollten mehr selbst entscheiden. Tatsache ist aber, dass gerade in Brüssel immer mehr und mehr entschieden wird.
Das kann natürlich Vorteile haben - Vereinheitlichung z.B.
Das hat aber auch selbstverständlich Nachteile, wenn z.B. Österreich nicht mehr darüber entscheiden kann, wieviel Transitverkehr über seine Autobahnen rollt.
HPM sieht nicht alles an der EU schlecht. Er hebt hervor, dass es der EU gelungen ist, Frieden in Europa zu stiften. DAS ist ein Riesenpluspunkt!

Aber...und das wird immer übersehen, wenn über ihn geschrieben wird....er übt Kritik an herrschenden Zuständen. Wobei er jedoch auch gleichzeitig Vorschläge macht, wie man es anders machen könnte.
Dass andere EU Politiker anscheinend auch seiner Meinung sind, darüber wird ja nicht geschrieben.
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Re: beim H P M

Beitragvon calimero am Dienstag 16. Juni 2009, 11:18

Noch zum Transit (das sind jetzt meine eigenen Gedanken):

In Wikipedia steht z.B. (hinsichtlich der EU)

Das Subsidiaritätsprinzip wird also seit über vierzig Jahren angewendet. Es entspricht zweierlei Erfordernissen: der Notwendigkeit des Gemeinschaftshandelns und der Verhältnismäßigkeit der Aktionsmittel gemessen an den Zielen. Den großen Initiativen der Kommission lag stets eine Rechtfertigung der Notwendigkeit des Handelns zugrunde.


"Verhältnismäßigkeit der Aktionsmittel, gemessen an den Zielen"....

nehmen wir noch einmal das Transitproblem her...

Was waren da die "Ziele"? Ein Lebensmittel z.B. von A nach B zu karren, dann wieder retour. Weil es "wirtschaftlichen Überlegungen" entsprach? Und die Umwelt? War da das "Ziel" nicht sehr kurzsichtig, neoliberal angedacht?
"Notwendigkeit des Handelns"....was für Notwendigkeit? Wirtschaftliche, neoliberale Ziele zu befriedigen? Von irgendwelchen Multis abhängig und gegängelt?
Wie sehr ist/war die EU abhängig/unabhängig von den wirtschaftlichen Multis? Hatten etwa die das Sagen?

HPM schreibt in der Europafalle, dass man die Chance in der EU gehabt hätte, ein umweltfreundliches, gerechtes und soziales Europa - ein "Vorzeigeeuropa" zu schaffen.
Das hat man vertan. Aufgrund neoliberaler Interessen.

Naja, und dem kann ich nichts mehr beifügen, der Ansicht bin ich auch.
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Re: beim H P M

Beitragvon Gast am Dienstag 16. Juni 2009, 15:55

calimero hat geschrieben:...
HPM schreibt in der Europafalle, dass man die Chance in der EU gehabt hätte, ein umweltfreundliches, gerechtes und soziales Europa - ein "Vorzeigeeuropa" zu schaffen.
Das hat man vertan. Aufgrund neoliberaler Interessen.

Naja, und dem kann ich nichts mehr beifügen, der Ansicht bin ich auch.
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Re: beim H P M

Beitragvon calimero am Dienstag 16. Juni 2009, 16:07

Nein, hoffentlich noch nicht. Aber man müsste sich darauf besinnen, dass man nicht auf zwei Sesseln gleichzeitig sitzen kann. Entweder handelt man zum Wohle der EU-Bürger oder derjenigen der gesamten Welt. Wobei das mit der gesamten Welt nicht funktioniert. Und die Umwelt sowieso beim Teufel ist.
Nehmen wir den vielgehassten chinesischen Knoblauch her. Warum gibt es hier keine Schutzzölle seitens der EU? Als ob in Europa kein Knoblauch angebaut werden könnte. Was hat die EU für Interesse, Tausende von Kilometern billigen, wahrscheinlich belasteten chinesischen Knofel zu importieren.
Ich sehe es ein, dass Lebensmittel, die hierzulande nicht wachsen oder eine Spezialität eines Landes sind, importiert werden. Aber Zwiebel und Knoblauch?
Es läge an der EU, da Bestimmungen, bzw. Zölle einzuführen, um dem einen Riegel vorzulegen. Warum tut man nichts? Wessen Interessen vertritt man da?
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Re: beim H P M

Beitragvon contraindicatio am Dienstag 16. Juni 2009, 16:16

calimero hat geschrieben:Nehmen wir den vielgehassten chinesischen Knoblauch her. Warum gibt es hier keine Schutzzölle seitens der EU?


Da wern dann viele zu jammern anfangen, wenn der chinesische Elektroschrott und die meisten Kleidungsstücke teurer werden.

:(


Viel wichtiger ist die Frage, warum kaufen die Menschen chinesischen Knoblauch?

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Re: beim H P M

Beitragvon Gast am Dienstag 16. Juni 2009, 16:24

contraindicatio hat geschrieben:...
Viel wichtiger ist die Frage, warum kaufen die Menschen chinesischen Knoblauch?

:worried:
Möchte mich hier anschließen:

Die wahre Macht liegt beim Konsumenten.


(Sicha, es is' a bissi mühsam ... und kostet (auch finanziell). Aba es hält die Produkte fern, die nicht gekauft werden.

Aber, wie geschrieben: Mühsam.

Unbequem sowieso.)
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Re: beim H P M

Beitragvon knieriem am Dienstag 16. Juni 2009, 16:32

Gast hat geschrieben:
contraindicatio hat geschrieben:...
Viel wichtiger ist die Frage, warum kaufen die Menschen chinesischen Knoblauch?

:worried:
Möchte mich hier anschließen:

Die wahre Macht liegt beim Konsumenten.


(Sicha, es is' a bissi mühsam ... und kostet (auch finanziell). Aba es hält die Produkte fern, die nicht gekauft werden.

Aber, wie geschrieben: Mühsam.

Unbequem sowieso.)


Die WTO (Ziel der WTO ist der Abbau von Handelshemmnissen und somit die Liberalisierung des internationalen Handels mit dem weiterführenden Ziel des internationalen Freihandels.) machts möglich, der Konsument kauft (billig).

Da hat die EU keinen Einfluss darauf, schon gar nicht über Schutzzölle.
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Re: beim H P M

Beitragvon calimero am Dienstag 16. Juni 2009, 16:32

Ich kaufe prinzipiell keinen chinesischen Knoblauch, auch keinen ausländischen Zwiebel. Nicht einmal Erdäpfel aus dem Ausland. Und ich mache dagegen relativ lautstark (am Markt z.B. ) Stimmung. Frage laut, ob der Knofel denn eh aus dem Inland (Eferding oder so) käme. Das hören dann die Leute, die sich mit mir beim Standl anstellen. Ich husse auch lautstark gegen chinesischen Knoblauch.
Aber....beim Spar z.B. gibt es nur diesen Knofl! Wenn jetzt die berufstätige Mutter irgendwann am Abend noch spät Einkaufen huscht, dann hat sie womöglich nicht die Zeit, den Knoblauch woanders zu kaufen.
Sicher ist es der Konsument, der kauft. Aber wenn es z.B. in den Supermärkten schon nichts mehr anderes gibt, als billige Ramschware, wird sie mangels Zeit gekauft.
Rewe könnte hier lenken, oft geschieht es ja Gottseidank auch. Wenn ich z.B. nach Kärnten auf Urlaub fahre, finde ich dort auch beim lokalen Supermarkt meinen heißgeliebten Glundner Kas vor. Nicht so ganz in der Superqualität, aber immerhin!
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Re: beim H P M

Beitragvon calimero am Dienstag 16. Juni 2009, 16:35

Ja, Knieriem, darum geht es. Wir sind alle Mitglied der WTO, dort wird bestimmt und die EU hat nichts mehr mitzureden.
Die Grundidee (ich hab mich da schon früher ein wenig informiert) ist ja nicht schlecht. Man unterstützt die kleinen Länder, die Dritte Welt. Nur - die Auswirkungen sind sowohl für Europa als auch für die Umwelt desaströs! Von der dortigen Kinderarbeit usw. gar nicht zu reden.
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Re: beim H P M

Beitragvon Gast am Dienstag 16. Juni 2009, 16:57

knieriem hat geschrieben:
Gast hat geschrieben:
contraindicatio hat geschrieben:...
Viel wichtiger ist die Frage, warum kaufen die Menschen chinesischen Knoblauch?

:worried:
Möchte mich hier anschließen:

Die wahre Macht liegt beim Konsumenten.


(Sicha, es is' a bissi mühsam ... und kostet (auch finanziell). Aba es hält die Produkte fern, die nicht gekauft werden.

Aber, wie geschrieben: Mühsam.

Unbequem sowieso.)


Die WTO (Ziel der WTO ist der Abbau von Handelshemmnissen und somit die Liberalisierung des internationalen Handels mit dem weiterführenden Ziel des internationalen Freihandels.) machts möglich, der Konsument kauft (billig).

Da hat die EU keinen Einfluss darauf, schon gar nicht über Schutzzölle.
Hmm ... hat mit meinem Posting (Konsument setzt seine Vorstellungen um) eher weniger zu tun (mit dem derzeitigen Konsumenten schon mehr).

Wenn der Konsument auf (oberflächlich betrachtet) billig verzichtet, wird das Produkt nicht mehr angeboten.
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Re: beim H P M

Beitragvon Gast am Dienstag 16. Juni 2009, 17:01

calimero hat geschrieben:Ich kaufe prinzipiell keinen chinesischen Knoblauch, auch keinen ausländischen Zwiebel. Nicht einmal Erdäpfel aus dem Ausland. Und ich mache dagegen relativ lautstark (am Markt z.B. ) Stimmung. Frage laut, ob der Knofel denn eh aus dem Inland (Eferding oder so) käme. Das hören dann die Leute, die sich mit mir beim Standl anstellen. Ich husse auch lautstark gegen chinesischen Knoblauch.
Calimero, die Unbequeme
calimero hat geschrieben:Aber....beim Spar z.B. gibt es nur diesen Knofl! Wenn jetzt die berufstätige Mutter irgendwann am Abend noch spät Einkaufen huscht, dann hat sie womöglich nicht die Zeit, den Knoblauch woanders zu kaufen.
Sicher ist es der Konsument, der kauft. Aber wenn es z.B. in den Supermärkten schon nichts mehr anderes gibt, als billige Ramschware, wird sie mangels Zeit gekauft.
Ja, es ist mühsam
calimero hat geschrieben:Rewe könnte hier lenken, oft geschieht es ja Gottseidank auch. Wenn ich z.B. nach Kärnten auf Urlaub fahre, finde ich dort auch beim lokalen Supermarkt meinen heißgeliebten Glundner Kas vor. Nicht so ganz in der Superqualität, aber immerhin!
Es gibt Hoffnung?!
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Re: beim H P M

Beitragvon peter1406 am Dienstag 16. Juni 2009, 17:07

Da hat die EU keinen Einfluss darauf, schon gar nicht über Schutzzölle.[/quote]Hmm ... hat mit meinem Posting (Konsument setzt seine Vorstellungen um) eher weniger zu tun (mit dem derzeitigen Konsumenten schon mehr).

Wenn der Konsument auf (oberflächlich betrachtet) billig verzichtet, wird das Produkt nicht mehr angeboten.[/quote]

Nun in der heutigen Zeit wird vermehrt bei diskountern eingekauft. Nicht umsonst verzeichnen Läden wie ALDI (Hofer),BILLA ,LIDL,Netto, Pennymarkt...usw ein Plus am Umsatz.
Mit freundlichen Grüßen
Peter
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Re: beim H P M

Beitragvon Gast am Dienstag 16. Juni 2009, 17:17

peter1406 hat geschrieben:
Gast hat geschrieben:Wenn der Konsument auf (oberflächlich betrachtet) billig verzichtet, wird das Produkt nicht mehr angeboten.


Nun in der heutigen Zeit wird vermehrt bei diskountern eingekauft. Nicht umsonst verzeichnen Läden wie ALDI (Hofer),BILLA ,LIDL,Netto, Pennymarkt...usw ein Plus am Umsatz.
Diese Ketten reagieren schnell auf verändertes Kaufverhalten.

Wenn mehr regionale Produkte nachgefragt werden, dann werden eben mehr regionale Produkte angeboten.
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Re: beim H P M

Beitragvon UnART am Dienstag 16. Juni 2009, 17:29

WTO, und Förderung der Entwicklungsländer ist wohl ein Witz. Die Maßnahmen in diese Richtung sind nicht mal als Feigenblatt zu brauchen. Ausbeutung ist ein treffenderer Ausdruck.
Im Moment kaufen die Reichen mit ihrem Spielgeld zig-Millionen Hektar Agrarflächen in armen Ländern.

PS: Der Gelundene Käse ist eine Kärntner Spezialität und gehört zur Sorte der Kochkäse. Im kärntnerischen wird er auch als Glundner Kas [glúntnə(r)] oder harber Kas bezeichnet. (Wiki)
Einen guten Glundnan bekommst im Hofverkauf oder in einem Buschenschank. In Märkten angebotener ist meist ein Industrieprodukt.
( °) ( °) dada.
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Re: beim H P M

Beitragvon Gast am Dienstag 16. Juni 2009, 17:47

calimero hat geschrieben:...
Die Grundidee (ich hab mich da schon früher ein wenig informiert) ist ja nicht schlecht. Man unterstützt die kleinen Länder, die Dritte Welt. Nur - die Auswirkungen sind sowohl für Europa als auch für die Umwelt desaströs! Von der dortigen Kinderarbeit usw. gar nicht zu reden.
Die beste Unterstützung für die Dritte Welt wäre, deren Landwirtschaft die eigene Bevölkerung versorgen zu lassen.
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