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Beim ÖOC....

Beim ÖOC....

Beitragvon majestix am Donnerstag 3. September 2009, 01:47

Wallner ist ein Ehrenmann, Forsthuber ebenso, aber über die verschwundenen € - Millionen der Jahre ab seit 2006 und auch davor wissen die Herren nichts, weil die Kassabücher verschwunden sind.
Wenn überhaupt, hat sich nur Jungwirth möglicherweise bereichert. Und der 73-jährige Wallner kann sich an nichts mehr erinnern.
Plötzlicher M.Alzheimer nach 15 Jahren Selbstbereicherung und Wichtigtuerei?
Als Generaldirektor der Casinos Austria hatte er alle Bilanzzahlen auf Anfrage parat.
Und beim ÖOC will er sich auf Freunde und Mitarbeiter verlassen haben, denen er blind vertraute?

Wallner, Forsthuber und Genossen gehören unverzüglich aus dem Amt gejagt und mit Strafanzeigen und Schadenersatzforderungen eingedeckt.

Wer braucht ein aus Steuern finanziertes ÖOC überhaupt? Das ist ein privater Verein gemäß Vereinsgesetz, wie jeder kleine Sparverein auch.
Das IOC, das Milliarden abkassiert von Sponsoren wie VISA, das seine Kunden ausquetscht und abzockt ?
Wer braucht die mittlerweile zum gewinnorientierten Unternehmen pervertierte olympische Idee heute noch?

NIEMAND!

Dabei sein, ist alles. Koste es, was auch immer.
Und den ehrenwerten Herren Wallner und Forsthuber wurden Steuergelder in den A. geschoben, über deren Verwendung sie nicht Bescheid wissen wollen.
Aber Wallner und sein Kassier Forsthuber sind ja ehrenwerte Männer, die sich nie an der olympischen Idee bereichern wollten.
Alles klar?
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon smART am Donnerstag 3. September 2009, 09:16

Jaja, mit der Ehr´ gehts hierzulande zunehmend schlaffer zu! Brauchst noch eine Erklärung dafür, warum es so ist? Die könntest in einem Buch lesen welches früher weit verbreitet war, aber nun so schlecht wie vergriffen ist. :pfeifen:


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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon OHB am Donnerstag 3. September 2009, 10:24

smART hat geschrieben:Jaja, mit der Ehr´ gehts hierzulande zunehmend schlaffer zu! Brauchst noch eine Erklärung dafür, warum es so ist? Die könntest in einem Buch lesen welches früher weit verbreitet war, aber nun so schlecht wie vergriffen ist. :pfeifen:


aber geh
bekommst auf jeden flohmarkt
immer noch
8)
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon xenia am Freitag 4. September 2009, 13:45

ÖOC-Boss Wallner erklärt Rücktritt

Leo Wallner, Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), tritt mit 23. September von seinem Amt zurück.

Bild Bild : apa
Jungwirth (li.) und Wallner (re.) während "rosigerer" Zeiten.

http://kurier.at/sport/1935806.php


Es hatte sich angekündigt. ÖOC-Chef Leo Wallner nimmt seinen Hut. Er war mit insgesamt 19 Jahren an der Spitze des Olympia-Komitees der längstdienendste Präsident. Diesen Schritt kündigte der 73-Jährige am Freitagvormittag in einer Aussendung für die in knapp drei Wochen angesetzte Außerordentliche Hauptversammlung des ÖOC an. Wallner ist der zehnte ÖOC-Präsident.

Der ehemalige Generaldirektor der Casinos Austria setzte diesen Schritt in Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen rund um angebliche finanzielle Ungereimtheiten im ÖOC. "Mit ist bewusst, dass für eine Neustrukturierung auch personelle Veränderungen notwendig sind", erklärte Wallner. "Der gewählte Zeitpunkt gewährleistet, dass eine ordentliche Übergabe in neue Hände erfolgen kann, was für das ÖOC und für den österreichischen Sport wichtig ist."

Der am 4. November 1935 in Amstetten geborene Wallner hatte die Funktion vom knapp vier Monate davor verstorbenen Kurt Heller am 12. Dezember 1990übernommen.

Artikel vom 04.09.2009 11:10 | apa | lm



Olympia-Affäre: Wer wusste Bescheid?

Fedor Rodmann war der Bewerbungschef von Salzburg 2014 und meint, dass alle Beteiligten über die Geldflüsse informiert waren.

Bild Bild : apa
Rodmann: "Keiner braucht tun, als habe er nichts gewusst."

http://kurier.at/sport/1935728.php


In der Affäre um dubiose Geldflüsse im Zuge der Olympia-Bewerbung von Salzburg hat sich nun auch der ehemalige Geschäftsführer Fedor Radmann zu Wort gemeldet.

Der deutsche Ex-Bewerbungschef von Salzburg 2014 stellte klar, dass alle Beteiligten über die finanzielle Flüsse Bescheid wussten. "Nach meiner Auffassung braucht keiner tun, als habe er nichts gewusst und etwas ist im Geheimen passiert. Das ist schon im Bereich des Lächerlichen", meinte Radmann in einem mit dem ORF geführten Telefoninterview.

Unterdessen hat Schwimm-Präsident Paul Schauer in seiner Eigenschaft als ÖOC-Vorstandsmitglied ebenfalls im ORF öffentlich über einen baldigen Abschied von ÖOC-Präsident Leo Wallner nachgedacht. "Eine Blutauffrischung zu verlangen, ist auf jeden Fall richtig", sagte Schauer.

Artikel vom 04.09.2009 11:17 | apa | jom



Olympia-Affäre: Das Unsummen-Spiel

ÖOC-Boss Leo Wallner wusste von der Gründung des ominösen Vereins - für horrende Honorare fehlen schlüssige Erklärungen

Bild Bild : KURIER
Faksimile: Wallners Unterschrift

http://kurier.at/sport/1935336.php


Leo Wallner ist ein Ehrenmann", sagt Dieter Kalt, ÖOC-Vorstandsmitglied. Ernst Wolner, Tennis-Verbandspräsident, sagt das Gleiche. ÖOC-Präsident Wallner habe eben nur zu viel Vertrauen gehabt, dafür zu wenig (ergo keine) Kontrolle ausgeübt.

Daher sei es erst möglich gewesen, dass dubiose Geldflüsse von beachtlicher Höhe zum Teil in dubiosen Kanälen hätten versickern können.

Horrende Summen für Berater etwa, oder jene mittlerweile berühmten 150.000 Euro, die dem Rechnungshof bei der Prüfung der Salzburger Winterspiel-Bewerbung aufgestoßen sind, da sie einem Olympiaförderverein abhanden gekommen waren, dessen Präsident Leo Wallner ist.

Zuletzt offenbarte der 73-jährige promovierte Wirtschaftsexperte Erinnerungslücken, was seine Zugehörigkeit und sein Wissen zum ominösen Olympia-Förderverein betrifft. Am Montag behauptete Wallner, er habe "von all dem nichts gewusst", könne sich "nicht erinnern" und glaube, "nichts unterschrieben zu haben."

Letzteres stimmt jedenfalls nicht. Leo Wallner hat unterschrieben. Mehrfach. Am 24. Juli 2006 informierte er die Bundespolizeidirektion Wien, dass sein Olympia Förderverein "statutengemäß seine ordentliche Generalversammlung abgehalten" habe. Selbigen Inhalt hat der Brief vom 4. November 2008, der ebenfalls von Jungwirth und Wallner abgezeichnet und mit Stampiglie versehen wurde. Gegründet wurde der Verein allerdings von Jungwirth, dem ehemaligen ÖOC-Generalsekretär, und seiner Stellvertreterin Manuela Kovarik. Ausgeschlossen also, dass dieses Duo ohne Mitwissern agierte und das ÖOC somit in eine verhängnisvolle Affäre stürzen sollte.

Derweilen versuchen die in die Salzburger Bewerbung involvierten Politiker, die abenteuerlichen Beraterhonorare vom Zwielicht ins rechte Licht zu rücken. In jenen 90.000 Euro monatlich, die etwa Erwin Roth laut Vertrag vom Mai 2006 über seine Firma in Split dreizehn Mal in Folge kassieren sollte, seien auch Spesen wie Reisekosten inkludiert gewesen.

Auffälligkeit

Diese Argumentation verwundert. Denn über eine weitere Roth-Firma, die Serial Beteiligungsverwaltungs-GmbH, erhielt Roth von Februar bis Juni 2007 sieben Mal 4800, also insgesamt weitere 33.600 Euro - als Pauschale für Reisekosten. Mehr noch: Roths Serial erhielt in den Monaten Februar und März 2007 vom Olympia-Förderverein ein Beratungshonorar von 150.000 Euro. Weiters dürfte die Serial damals vom ÖOC 145.000 Euro bekommen haben. Alles für "Taktik und Strategie" zum Thema Olympia 2014. Detail am Rande: Das ÖOC wird nur zu zwei Dritteln aus Steuergeldern finanziert.

Dem nicht genug: Roth rechtfertigt sein Honorar mit umfangreicher, weltweiter Medienbeobachtung. Bei der Salzburger Olympia-Bewerbungs-GmbH waren allerdings fünf Dienstnehmer mit dem Aufgabengebiet Medien und Kommunikation betraut. Zusätzlich bezahlte die Bewerbungs-GmbH allein im Jahr 2006 mehr als 30.000 Euro an Agenturen - für Medienbeobachtung und Koordination, für die eigentlich Roths Firma fürstlich entlohnt wurde.

Öffentlichkeit

Seit der KURIER am Montag enthüllte, wie unter dem Deckmantel Olympia mit Millionen hantiert wurde (die Staatsanwaltschaft ermittelt), steigt der öffentliche Druck.

Immer mehr Politiker fordern in der mächtigen ÖOC-Organisation Aufklärung und Neustart. Die Reformer im ÖOC-Vorstand arbeiten seit Wochen an neuen Strukturen.

Beste Chancen auf die Position des Geschäftsführers hat ein Mann aus dem Fußball:
Rapid-Manager Werner Kuhn.

Artikel vom 02.09.2009 19:30 | KURIER | Rainer Fleckl, Erich Vogl



Das ist Leo Wallner

Kurzportrait des scheidenden ÖOC-Präsidenten

http://kurier.at/sport/1935809.php


DKFM. DR. LEO WALLNER (73 Jahre)

Geboren: 4. November 1935 in Amstetten

Familienstand: Verwitwet (Kammersängerin Prof. Elisabeth Wallner-Kales, im Oktober 2005 verstorben), ein Sohn

Karriere:
Juli 1958: Diplom an der Hochschule für Welthandel
Februar 1961: Promotion an der Hochschule für Welthandel
1964-1967: Wirtschaftsberater von Bundeskanzler Dr. Josef Klaus
1968-2007: Generaldirektor (Alleinvorstand) der Casinos Austria AG, danach im Aufsichtsrat
Seit 21.3.1977: Präsident des Verwaltungsrates der Casinos Austria AG
1986-31.12.2006: Geschäftsführer der Österreichischen Lotterien, danach im Aufsichtsrat
Seit 5.2.1998: Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees
12/1990-23.9.2009: Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees

Auszeichnungen:
-) 24.11.1992: Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich
-) Ehrensenator der Salzburger Paris Lodron-Universität
-) "Manager des Jahres" 1998 der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien,
-) Verleihung des Komptur-Kreuzes des Landes Burgenland (2000) und Niederösterreichs (2001),
-) Niederösterreichischer Tourismuspreis 2002
-) 18. Oktober 2005: Verewigung auf "Straße der Sieger" auf Wiener Mariahilfer-Straße

Artikel vom 04.09.2009 11:11 | apa | pan



Ringekampf in der Politarena

Olympia-Affäre: Das Chaos im ÖOC wirft auch die Frage auf, welche Rolle die Volksvertreter bei der Salzburg-Bewerbung spielten.

Bild Bild: apa
Bürgermeister Schaden legte sich bei der Präsentation in Guatemala mächtig ins Zeug. Von diversen dubiosen Zahlungen will er nichts gewusst haben.

http://kurier.at/sport/1935072.php

Was bisher geschah? Das Österreichische Olympische Comite, kurz ÖOC, hielt am Montag eine wahre Marathonsitzung ab. Diese dauert von 14.30 Uhr bis 22.30 Uhr, und am Ende waren immerhin zwei wesentliche Beschlüsse gefasst:

Die Machenschaften des ehemaligen Generalsekretärs Heinz Jungwirth, der laut interner Revision alleine in den Jahren 2006 bis 2009 rund 72.000 Euro abgezweigt (und mittlerweile refundiert) haben soll, wird bei der Staatsanwaltschaft und beim IOC angezeigt. Und: Noch im Herbst soll es auf einer außerordentlichen Generalversammlung zu Neuwahlen kommen.

Kritisch

Im Kreuzfeuer der Kritik stehen jene Herrschaften, die sowohl die ÖOC-Spitze als auch die Führung eines Olympia-Fördervereines bilden. Dieses ÖOC-Vehikel operierte - wie berichtet - im Zuge der Salzburger Olympia-Bewerbung 2014 mit mehr als 2,6 Millionen Euro, von denen alleine 2,2 Millionen an Berater von Split bis Montevideo flossen.

In der ÖOC-Sitzung am Montag wollten einige Vorstandsmitglieder des Vereines, der seit einem Jahr medial thematisiert wird, nichts davon wissen. Der Kassier Gerhard Hofbauer gab an, erst im März von Leo Wallner darüber informiert worden zu sein, dass der Förderverein nun liquidiert werde. Doch auch Leo Wallner ist sich nunmehr nicht mehr sicher, ob er "etwas unterschrieben" habe. Er könne sich "nicht mehr erinnern."

Heinz Jungwirth, ein Einzeltäter, der ohne das Wissen seiner langjährigen Vertrauten Vereine gründete und Millionen transferierte?

Diese Theorie scheint doch sehr gewagt.

Tatsache ist, dass die Gebarung der Salzburger Winterspiel-Bewerbung von Beginn an höchst eigenartig anmutete. Anstatt eine Buchhaltung zu führen, wurden zwei Rechnungskreisläufe gebildet. In den einen kamen die öffentlichen Gelder, den anderen befüllten die Sponsoren. Und zusätzlich gab es ab 2006 noch den Olympia-Förderverein.

Heinz Schaden (SPÖ), der Salzburger Bürgermeister und ehemalige Aufsichtsratschef der Bewerbung, wurde vom KURIER mit Fragen nach den horrenden Beraterhonoraren, der 290.000-Euro-Zahlung an Walter Mayer sowie jenen 580.000 Euro konfrontiert, die die Bewerbungs-GmbH an den dubiosen Förderverein überwiesen haben soll.

Schaden: "Ich habe bereits mehrfach und öffentlich erklärt, dass all die von Ihnen geschilderten Vorgänge am Aufsichtsrat der Olympia-Bewerbungs-GmbH vorbeigingen."

Interessant ist, wie Schaden laut Aufsichtsratsprotokoll vom 3. März 2006 die Schaffung zweier Rechnungskreise verteidigte: "Vorsitzender Schaden ruft in Erinnerung, dass der zweite Rechnungskreis für die Sponsoren eingerichtet wurde, damit diese ihre der Salzburg Winterspiele 2014 GmbH zur Verfügung gestellten Mittel nicht einer öffentlichen Überprüfung unterziehen müssen und so nicht Gefahr laufen, sich vor den Medien und der Öffentlichkeit rechtfertigen zu müssen."

Der Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer erhob damals den Zeigefinger und gab "zu Bedenken, dass das öffentliche Kontrollorgan alles prüfen muss und daher eine andere Struktur angedacht werden soll." Vergebens.

Rechtswidrig?

Haslauer dürfte nicht ganz unrecht gehabt haben. In einem internen Revisionsbericht vom 4. September 2008 stellte das Bundeskanzleramt fest, dass die gesamte Gebarung der Salzburg-Bewerbung offengelegt hätte werden müssen, um in den Genuss der Steuermillionen zu kommen.

Doch das viele liebe Geld, es war längst verbraucht. Allein der Bund hatte 2,4 Millionen bezahlt.


Artikel vom 01.09.2009 16:20 | KURIER | Rainer Fleckl, Erich Vogl




Olympiaaffäre: Wallners Erinnerungslücken


Die ÖOC-Spitze zeigt Ex- Generalsekretär Jungwirth an. ÖOC-Chef Wallner schließt einen Rücktritt nicht mehr aus.

http://kurier.at/sport/1934856.php


Die Mühlen der Aufklärung, sie mahlen langsam im Österreichischen Olympischen Komitee. Exakt ein Jahr, nachdem via KURIER erste Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Salzburger Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2014 aufgetaucht waren, rang sich der ÖOC-Vorstand zu konkreten Beschlüssen durch: In einer am Montag abgehaltenen Vorstandssitzung wurde beschlossen, die Aktivitäten des mittlerweile ausgeschiedenen Generalsekretärs Heinz Jungwirth zur Anzeige zu bringen. Das Dossier ergeht nicht nur an die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Salzburg. Auch das IOC und die österreichischen Fachverbände sollen Kenntnis darüber erlangen.

Montag hatte der KURIER die horrenden Honorarzahlungen an Berater eines Vereines enthüllt, der als ÖOC -Anhängsel zur Unterstützung der Salzburger Bewerbung von ÖOC-Chef Leo Wallner und Ex-Generalsekretär Heinz Jungwirth installiert worden war. Montag Nachmittag musste der ehemalige Casinos-Austria-Generaldirektor Wallner in Wien seinen Vorstandskollegen Rede und Antwort stehen. Im Zentrum des Interesses der Staatsanwaltschaft steht vor allem die Frage, wie ein gemeinnütziger, laut Wallner "privater Olympia-Verein", mehr als 2,2 Millionen Euro an internationale Berater von Split bis Montevideo überweisen konnte.

Wer wusste was?

Wallner soll in der Sitzung Erinnerungslücken offenbart haben. Er habe "von all dem nichts gewusst", könne sich "nicht erinnern" und glaube, "nichts unterschrieben" zu haben.

Im KURIER vom 25. Jänner 2009 hatte Wallner freilich noch Auskunft über diesen dubiosen Verein, dem er als Präsident vorstand, geben können: "Die Funktion des Olympia-Fördervereines als solche ist ja neu eingeführt worden, weil gewisse Zahlungen notwendig waren..."

Quo vadis, ÖOC? Am Montag verständigte sich der Vorstand zumindest darauf, noch im Herbst eine außerordentliche Generalsversammlung abzuhalten. Dabei dürfte es auch einen Führungswechsel geben.

Leo Wallner erklärte in einem ZIB-2-Interview zur Causa Jungwirth: "Man kann Täuschungen unterliegen. Da ist es schwer, herauszufinden, ob man getürkt wird oder nicht." Auch einen Rücktritt schloss der Präsident nicht mehr aus: "Wäre es das Ende, wäre es unrühmlich."

Artikel vom 31.08.2009 23:03 | KURIER | Rainer Fleckl



ein kommentar vom 30.08.2009 18:44 | KURIER | Rainer Fleckl

Es läuft - wie geschmiert

ÖOC-Präsident Leo Wallner und Kollegen sind rücktrittsreif.

http://kurier.at/interaktiv/kommentare/1934557.php


Fassen wir noch einmal kurz zusammen: Salzburg bewarb sich zwei Mal um Olympische Winterspiele, beim ersten Mal wurden keine Mühen, beim zweiten Mal - im schier aussichtslosen Rennen gegen die russische Stadt Sotschi - keine Kosten gescheut. Erfolglos. Dabei war im Ringe-Kampf um 2014 sogar ein undurchsichtiger Olympia-Förderverein gegründet worden, der horrende Honorare an Berater ausschüttete, obwohl alleine das offizielle Bewerbungsbüro in Salzburg mehr als 20 hauptamtliche Experten beschäftigte.

ÖOC-Präsident Leo Wallner äußerte sich zu seinem Förderverein stets kryptisch, am 25. Jänner 2009 gab er im KURIER zu Protokoll: "Die Funktion des Fördervereines als solche ist ja neu eingeführt worden, weil gewisse Zahlungen notwendig waren …"

Gewisse Zahlungen also. Es gibt nur drei mögliche Erklärungen für eine derart abenteuerliche Geschäftsgebarung:

Variante 1: Im Olympia-Förderverein waren abgehobene, ahnungslose Funktionäre am Werk, die für eine erfolglose Olympia-Bewerbung mehr als zwei Millionen Euro an Beraterhonoraren zum Fenster hinausgeworfen haben.

Variante 2: Funktionäre haben sich über den Umweg teurer Berater selbst die Taschen gefüllt.

Variante 3: Jene 2,265 Millionen Euro, die insgesamt an Strategen oder Lobbyisten überwiesen wurden, waren im Grunde gar keine Beraterhonorare, sondern lediglich Schmiergelder, um Stimmen für Salzburg zu kaufen.

Die olympische Bewerbung, ein Schmierentheater? Ganz egal, für welche Begründung sich Leo Wallner und Kollegen entscheiden - sie sind in jedem Fall rücktrittsreif.



Alle bisherigen ÖOC-Präsidenten

Leo Wallner ist der bislang 10. und letzte Chef des Olympia-Komitees.

http://kurier.at/sport/1935812.php

Österreichs ÖOC-Chefs
ÖOC-PRÄSIDENTEN.....................................von-bis.................... Jahre
Balduin Groller.........................................1908 - 1912.....................4
Otto Herschmann......................................1912 - 1914....................2
Rudolf Colloredo-Mannfeld..........................1914 - 1919....................5
Martin Haudek..........................................1923 - 1929....................6
Theodor Schmidt......................................1929 - 1938....................9
Josef Gerö...............................................1946 - 1954....................8
Heinrich Drimmel......................................1956 - 1969...................13
Heinz Pruckner.........................................1969 - 1972....................3
Kurt Heller..............................................1973 - 1990...................17
Leo Wallner...............................12.12.1990 - 23.9.2009...................19

Artikel vom 04.09.2009 11:10 | apa | lm
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon majestix am Freitag 4. September 2009, 21:20

Danke für die Zusammenstellung.
Erinnerungslücken des Präsidenten, fehlende Kassabücher und Belege - die haben allesamt Dreck am Stecken, die ehrenwerten Herren.

Norbert Darabos gewinnt zunehmend meine Achtung.
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon xenia am Freitag 4. September 2009, 21:24

das ganze ist so grauslich und unappetitlich, dass ich bis zu deinem thread davon nichts wissen wollte. vielleicht ist es anderen auch so ergangen...
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon majestix am Samstag 5. September 2009, 01:01

xenia hat geschrieben:das ganze ist so grauslich und unappetitlich, dass ich bis zu deinem thread davon nichts wissen wollte. vielleicht ist es anderen auch so ergangen...


Schon möglich, aber wenn es um den möglichen Mißbrauch von Steuergeld geht, sollte jeder hellhörig werden. Das Budget des privaten Vereines ÖOC besteht zu 2/3 aus Deinem/ meinem/unser aller Geld.

Ich unterstelle Wallner nicht, sich persönlich bereichert zu haben - die diversen Zahlungen an Berater waren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Zuwendungen an korrupte Mitglieder des IOC, die über die Vergabe der Spiele entscheiden.

Der vielbeschworene olympische Gedanke hat noch nie existiert, schon in der Antike waren die olympischen Spiele ein politisch motiviertes Kräftemessen.
Heute geht es nur mehr um Geld.

Ich kann auf IOC, ÖOC und olympische Spiele ganz leicht verzichten.
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon xenia am Samstag 5. September 2009, 01:22

hellhörig ? es verschwindet laufend so viel von "meinem" geld, und eigentlich kann ich mich an keine zeit erinnern, wo es nicht den einen oder anderen skandal in dieser richtung gegeben hat. namen wechseln, projekte, aber eines bleibt gleich : geld ist verschwunden oder wurde für etwas bezahlt, das schlecht oder garnicht geliefert/geleistet etc. wurde.

natürlich gehört das alles aufgeklärt, leider kommt "mein" geld dadurch nur sehr selten zurück...
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon xenia am Samstag 5. September 2009, 16:28

Pammesberger - die Karikaturen von Seite 2

6. September 2009

Olympische Spezialdisziplinen des ÖOC


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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon xenia am Samstag 5. September 2009, 19:31

Olympia: Die Affäre weitet sich aus

Neue Enthüllungen nach Leo Wallners Rücktritt: Reinhold Lopatka, heute Staatssekretär im Finanzministerium, genehmigte rechtswidrige Förderungen.

http://kurier.at/sport/1936209.php


Anzeigen, Anschuldigungen, Ermittlungen, Rücktritte. Eine spektakuläre Geschichte, die vor einem Jahr begann. Eine Reality-Soap, ohne Happy End.

September 2008. Der KURIER enthüllt in einer Artikelserie dubiose Finanztransaktionen rund um die Bewerbung Salzburgs für die Olympischen Winterspiele 2014. 150.000 Euro waren verschwunden, keiner konnte erklären, wohin.

Der Steuerzahler wurde zur Kasse gebeten.

Verbrannt

"Peanuts" nannte ein hochrangiger ÖOC-Funktionär diese Summe. Und siehe da, er liegt mit seiner Einschätzung nicht falsch. Es geht nämlich nicht mehr nur um 150.000 Euro. Es geht mittlerweile um Millionen.

Laut KURIER-Recherchen wurden bei der Olympia-Bewerbung 2,4 Millionen Euro an Bundesmitteln rechtswidrig verbrannt. Von Politikern und Funktionären, die Feuer und Flamme waren für Olympia in Salzburg. In der Hitze des Gefechtes gegen die Mitbewerber Sotschi und Pyeongchang wurden wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen missachtet.

Das belegt eine lückenlose Dokumentation der Fördervorgänge aus dem Bundeskanzleramt, die dem KURIER vorliegt.

Verpufft

Bekommen hat diese 2,4 Millionen Euro die Bewerbungs-GmbH für die Spiele in Salzburg, die insgesamt mit 6,7 Millionen Euro an öffentlichen Geldern reichlich vom Steuerzahler bedient wurde und noch dazu eine Vielzahl finanzieller Ungereimtheiten zu verdauen hat: Horrende Beraterhonorare und verschwundene Darlehensgelder sind nur die Spitze eines Eisbergs, der langsam zum Vorschein kommt. Am Freitag musste ÖOC-Präsident Leo Wallner, 73, dem öffentlichen Druck weichen und seinen Rücktritt bekannt geben. Die 2,4 Millionen Euro, die in den Jahren 2006 und 2007 als Förderung vom Bundeskanzleramt ausbezahlt wurden, hätten laut interner Revision des Bundeskanzleramtes niemals nach Salzburg fließen dürfen - für den Steuerzahler eine niederschmetternde Nachricht.

Verschleiert

Die Herren der Ringe verstanden sich aufs Tarnen und Täuschen. Partout wollten sich die Salzburger Olympia-Bewerber nicht in die Finanz-Karten blicken lassen. Zu diesem Zweck wurden in der Bewerbungs-GmbH eigens zwei Rechnungskreisläufe eingerichtet, zwei Buchhaltungen also, die das Steuergeld vom Sponsorgeld trennen sollten, mit dem dann ohne lästige Kontrollen durch öffentliche Stellen agiert werden konnte.

Das juristische Problem dabei: Die Förderrichtlinien des Bundes besagen, dass ohne laufende Kontrolle der "Gesamtgebarung" keine Fördermittel hätten fließen dürfen.

Im Klartext: Die diskrete Verschleierung, die dank des Konstrukts möglich wurde, war rechtswidrig, die 2,4 Millionen Euro hätten nie überwiesen werden dürfen.

Verwundert

Reinhold Lopatka saß ab Februar 2007 als Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der Salzburg-Bewerbung. Der mittlerweile vom Sport- ins Finanzministerium gewechselte Staatssekretär rechtfertigt sich auf KURIER-Anfrage: "Die Festlegung auf zwei Rechnungskreise ist vor meiner Zeit als Aufsichtsrat erfolgt. Zwei Rechnungskreise wurden - so nehme ich an - als notwendig erachtet, um private und öffentliche Fördergelder strikt trennen zu können."

Keine stichhaltige Rechtfertigung. Denn der Staatssekretär hätte die Auszahlung der Fördergelder ob der dubiosen Konstruktion mit den beiden Rechnungskreisläufen stoppen müssen.

Mehr noch: Lopatka selbst hat als Staatssekretär eine Förderung von 1,2 Millionen Euro genehmigt. Und damit gegen Richtlinien des Finanzministeriums verstoßen, in dem er mittlerweile arbeitet.

Interessant ist, dass sich Lopatka vor der Aufsichtsratssitzung am 25. September 2007 vom zuständigen Sektionschef im Kanzleramt einen Persilschein für seine freizügige Förderpolitik ausstellen lassen wollte. Mit einem Schreiben vom 22. August 2007 ersuchte er den leitenden Beamten um Bestätigung dafür, dass die gesamte Gebarung der Olympia-Bewerbung geprüft und für in Ordnung befunden worden sei.

Eine solche Bestätigung wurde Lopatka freilich nicht ausgestellt. Aus gutem Grund: Der geheimnisvolle zweite Rechnungskreislauf war nicht überprüft worden. Was hätten die Prüfer gefunden? Zum Beispiel Überweisungen von insgesamt 580.000 Euro an den dubiosen Olympia-Förderverein, über den mittlerweile nicht nur ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth, sondern auch Präsident Wallner stolperte. Dieser Förderverein war Drehscheibe für Berater und Lobbyisten. Dem nicht genug: Wegen der Zahlungen an den Förderverein musste die Bewerbungs-GmbH in der Aufsichtsratssitzung vom 25. September 2007, für die Staatssekretär Lopatka so gern seinen Persilschein erhalten hätte, vor dem Konkurs gerettet werden.

Wieder mit Steuermitteln - für die gescheiterte Kampagne mussten 421.000 Euro nachgeschossen werden.

Verstoßen

Übrigens: Die Salzburger Olympia-Bewerbung hat mit dieser seltsamen Finanz-Konstellation (zwei Rechnungskreise, eine Millionen-Drehscheibe namens Olympia-Förderverein) nicht nur gegen die Förderrichtlinien, sondern wohl auch gegen das Bundesvergabe-Gesetz verstoßen. Die Millionenverträge für diverse Berater, die von Split über Los Olivos bis Montevideo flossen, hätten allesamt öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

Eine skurrile Vorstellung. Ein Bieterverfahren für wahnwitzige Lobbying-Verträge, die der Steuerzahler mitfinanziert.

Artikel vom 05.09.2009 17:16 | KURIER | Rainer Fleckl, Erich Vogl



Förderungen: Die Richtlinien

Förderungsnehmer müssen alle Einnahmen und Ausgaben kontrollieren lassen.

http://kurier.at/sport/1936210.php


Verordnung

Förderungen werden in den sogenannten Rahmenrichtlinien für die Bundesförderung geregelt. Entscheidend sind die Paragrafen 24 und 25, die besagen, dass der Förderungsnehmer (= die Salzburger Bewerbungs-GmbH) alle Einnahmen und Ausgaben kontrollieren lassen muss, um in den Genuss der Millionen zu kommen.

Artikel vom 05.09.2009 17:12 | KURIER |



Geplünderte Konten

Warum Walter Mayer im Geldregen stand.

http://kurier.at/sport/1936208.php


Die Februartage 2007, sie waren entscheidend für das Rennen um Winterspiele 2014. Fünf Monate vor der Olympia-Vergabe trugen die Salzburger Bewerber tiefe Sorgenfalten auf der Stirn. Walter Mayer, eine Schlüsselfigur im Doping-Skandal von Turin 2006, war von IOC-Chef Jacques Rogge und WADA-Boss Pound als "Doping-drahtzieher" tituliert worden. Mayers Konter: Er reichte Verleumdungsklagen ein. Welch bizarre Vorstellung: die mächtigsten Sportfunktionäre der Welt in einem Wiener Gerichtssaal. Die Salzburger Olympia-Werber wissen: Dieser Prozess ist Gift für ihre Bewerbung, müssen Rogge und Pound tatsächlich vor den Kadi, ist Salzburg schon vor dem großen Finale aus dem Rennen.

Die Verhandlung im "Privatanklageverfahren" Mayer gegen Rogge (93 Hv 42/06 m) war vor dem Landesgericht Wien für den 9. März 2007 anberaumt, jene gegen Pound für 13. Februar.

Doch plötzlich zieht Mayer die Klagen zurück. Die Situation entspannt sich. Warum wohl?

Pikante Details

Offiziell unterzeichnet Walter Mayer am 5. Februar 2007 lediglich einen "Buchrechtevertrag". Auftraggeber: Erwin Roth, der Strategieberater (Honorar: 1,2 Millionen) der Salzburg-Bewerbung. Mayer soll stolze 290.000 Euro kassieren.

Die Indizien, dass der Hintergrund für diese Zahlung ein anderer war, werden immer mehr. Die KURIER-Recherche der Zahlungsflüsse fördert Pikantes zutage:

Zwischen 26. Jänner und 2. Februar 2007 plündert der ominöse Olympia-Förderverein, der von den Ex-ÖOC-Granden Wallner und Jungwirth geführt wird, sein Konto (7.638.224) bei der Raiffeisenlandesbank Wien. 350.000 Euro fließen auf das Konto der Erwin Roth d.o.o. in Kroatien. Von der Roth d.o.o. wiederum gehen die 290.000 Euro an Walter Mayer. Dort langt die Summe am 14. Februar 2007 ein.

Eine pikante Geschichte: Am 13. Februar, also einen Tag vor dem Geldregen, sollte die erste Verhandlung stattfinden. Sollte. Mayer hatte die Klagen ja zurückgezogen. Wenig später kann der damalige Sport-Staatssekretär Lopatka im kleinen Kreis berichten: "Die Sache mit Mayer ist erledigt. Wir haben ihn bezahlt."

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen die ehemaligen Geschäftsführer der Bewerbung sowie Jungwirth und Roth eingeleitet.

Artikel vom 05.09.2009 17:12 | KURIER |



Olympische Bewegungen

Geldflüsse.

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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon OHB am Samstag 5. September 2009, 21:22

xenia hat geschrieben:Olympia: Die Affäre weitet sich aus

Neue Enthüllungen nach Leo Wallners Rücktritt: Reinhold Lopatka, heute Staatssekretär im Finanzministerium, genehmigte rechtswidrige Förderungen.

http://kurier.at/sport/1936209.php


Anzeigen, Anschuldigungen, Ermittlungen, Rücktritte. Eine spektakuläre Geschichte, die vor einem Jahr begann. Eine Reality-Soap, ohne Happy End.

September 2008. Der KURIER enthüllt in einer Artikelserie dubiose Finanztransaktionen rund um die Bewerbung Salzburgs für die Olympischen Winterspiele 2014. 150.000 Euro waren verschwunden, keiner konnte erklären, wohin.

Der Steuerzahler wurde zur Kasse gebeten.

Verbrannt

"Peanuts" nannte ein hochrangiger ÖOC-Funktionär diese Summe. Und siehe da, er liegt mit seiner Einschätzung nicht falsch. Es geht nämlich nicht mehr nur um 150.000 Euro. Es geht mittlerweile um Millionen.

Laut KURIER-Recherchen wurden bei der Olympia-Bewerbung 2,4 Millionen Euro an Bundesmitteln rechtswidrig verbrannt. Von Politikern und Funktionären, die Feuer und Flamme waren für Olympia in Salzburg. In der Hitze des Gefechtes gegen die Mitbewerber Sotschi und Pyeongchang wurden wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen missachtet.

Das belegt eine lückenlose Dokumentation der Fördervorgänge aus dem Bundeskanzleramt, die dem KURIER vorliegt.

Verpufft

Bekommen hat diese 2,4 Millionen Euro die Bewerbungs-GmbH für die Spiele in Salzburg, die insgesamt mit 6,7 Millionen Euro an öffentlichen Geldern reichlich vom Steuerzahler bedient wurde und noch dazu eine Vielzahl finanzieller Ungereimtheiten zu verdauen hat: Horrende Beraterhonorare und verschwundene Darlehensgelder sind nur die Spitze eines Eisbergs, der langsam zum Vorschein kommt. Am Freitag musste ÖOC-Präsident Leo Wallner, 73, dem öffentlichen Druck weichen und seinen Rücktritt bekannt geben. Die 2,4 Millionen Euro, die in den Jahren 2006 und 2007 als Förderung vom Bundeskanzleramt ausbezahlt wurden, hätten laut interner Revision des Bundeskanzleramtes niemals nach Salzburg fließen dürfen - für den Steuerzahler eine niederschmetternde Nachricht.

Verschleiert

Die Herren der Ringe verstanden sich aufs Tarnen und Täuschen. Partout wollten sich die Salzburger Olympia-Bewerber nicht in die Finanz-Karten blicken lassen. Zu diesem Zweck wurden in der Bewerbungs-GmbH eigens zwei Rechnungskreisläufe eingerichtet, zwei Buchhaltungen also, die das Steuergeld vom Sponsorgeld trennen sollten, mit dem dann ohne lästige Kontrollen durch öffentliche Stellen agiert werden konnte.

Das juristische Problem dabei: Die Förderrichtlinien des Bundes besagen, dass ohne laufende Kontrolle der "Gesamtgebarung" keine Fördermittel hätten fließen dürfen.

Im Klartext: Die diskrete Verschleierung, die dank des Konstrukts möglich wurde, war rechtswidrig, die 2,4 Millionen Euro hätten nie überwiesen werden dürfen.

Verwundert

Reinhold Lopatka saß ab Februar 2007 als Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der Salzburg-Bewerbung. Der mittlerweile vom Sport- ins Finanzministerium gewechselte Staatssekretär rechtfertigt sich auf KURIER-Anfrage: "Die Festlegung auf zwei Rechnungskreise ist vor meiner Zeit als Aufsichtsrat erfolgt. Zwei Rechnungskreise wurden - so nehme ich an - als notwendig erachtet, um private und öffentliche Fördergelder strikt trennen zu können."

Keine stichhaltige Rechtfertigung. Denn der Staatssekretär hätte die Auszahlung der Fördergelder ob der dubiosen Konstruktion mit den beiden Rechnungskreisläufen stoppen müssen.

Mehr noch: Lopatka selbst hat als Staatssekretär eine Förderung von 1,2 Millionen Euro genehmigt. Und damit gegen Richtlinien des Finanzministeriums verstoßen, in dem er mittlerweile arbeitet.

Interessant ist, dass sich Lopatka vor der Aufsichtsratssitzung am 25. September 2007 vom zuständigen Sektionschef im Kanzleramt einen Persilschein für seine freizügige Förderpolitik ausstellen lassen wollte. Mit einem Schreiben vom 22. August 2007 ersuchte er den leitenden Beamten um Bestätigung dafür, dass die gesamte Gebarung der Olympia-Bewerbung geprüft und für in Ordnung befunden worden sei.

Eine solche Bestätigung wurde Lopatka freilich nicht ausgestellt. Aus gutem Grund: Der geheimnisvolle zweite Rechnungskreislauf war nicht überprüft worden. Was hätten die Prüfer gefunden? Zum Beispiel Überweisungen von insgesamt 580.000 Euro an den dubiosen Olympia-Förderverein, über den mittlerweile nicht nur ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth, sondern auch Präsident Wallner stolperte. Dieser Förderverein war Drehscheibe für Berater und Lobbyisten. Dem nicht genug: Wegen der Zahlungen an den Förderverein musste die Bewerbungs-GmbH in der Aufsichtsratssitzung vom 25. September 2007, für die Staatssekretär Lopatka so gern seinen Persilschein erhalten hätte, vor dem Konkurs gerettet werden.

Wieder mit Steuermitteln - für die gescheiterte Kampagne mussten 421.000 Euro nachgeschossen werden.

Verstoßen

Übrigens: Die Salzburger Olympia-Bewerbung hat mit dieser seltsamen Finanz-Konstellation (zwei Rechnungskreise, eine Millionen-Drehscheibe namens Olympia-Förderverein) nicht nur gegen die Förderrichtlinien, sondern wohl auch gegen das Bundesvergabe-Gesetz verstoßen. Die Millionenverträge für diverse Berater, die von Split über Los Olivos bis Montevideo flossen, hätten allesamt öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

Eine skurrile Vorstellung. Ein Bieterverfahren für wahnwitzige Lobbying-Verträge, die der Steuerzahler mitfinanziert.

Artikel vom 05.09.2009 17:16 | KURIER | Rainer Fleckl, Erich Vogl



Förderungen: Die Richtlinien

Förderungsnehmer müssen alle Einnahmen und Ausgaben kontrollieren lassen.

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Förderungen werden in den sogenannten Rahmenrichtlinien für die Bundesförderung geregelt. Entscheidend sind die Paragrafen 24 und 25, die besagen, dass der Förderungsnehmer (= die Salzburger Bewerbungs-GmbH) alle Einnahmen und Ausgaben kontrollieren lassen muss, um in den Genuss der Millionen zu kommen.

Artikel vom 05.09.2009 17:12 | KURIER |



Geplünderte Konten

Warum Walter Mayer im Geldregen stand.

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Die Februartage 2007, sie waren entscheidend für das Rennen um Winterspiele 2014. Fünf Monate vor der Olympia-Vergabe trugen die Salzburger Bewerber tiefe Sorgenfalten auf der Stirn. Walter Mayer, eine Schlüsselfigur im Doping-Skandal von Turin 2006, war von IOC-Chef Jacques Rogge und WADA-Boss Pound als "Doping-drahtzieher" tituliert worden. Mayers Konter: Er reichte Verleumdungsklagen ein. Welch bizarre Vorstellung: die mächtigsten Sportfunktionäre der Welt in einem Wiener Gerichtssaal. Die Salzburger Olympia-Werber wissen: Dieser Prozess ist Gift für ihre Bewerbung, müssen Rogge und Pound tatsächlich vor den Kadi, ist Salzburg schon vor dem großen Finale aus dem Rennen.

Die Verhandlung im "Privatanklageverfahren" Mayer gegen Rogge (93 Hv 42/06 m) war vor dem Landesgericht Wien für den 9. März 2007 anberaumt, jene gegen Pound für 13. Februar.

Doch plötzlich zieht Mayer die Klagen zurück. Die Situation entspannt sich. Warum wohl?

Pikante Details

Offiziell unterzeichnet Walter Mayer am 5. Februar 2007 lediglich einen "Buchrechtevertrag". Auftraggeber: Erwin Roth, der Strategieberater (Honorar: 1,2 Millionen) der Salzburg-Bewerbung. Mayer soll stolze 290.000 Euro kassieren.

Die Indizien, dass der Hintergrund für diese Zahlung ein anderer war, werden immer mehr. Die KURIER-Recherche der Zahlungsflüsse fördert Pikantes zutage:

Zwischen 26. Jänner und 2. Februar 2007 plündert der ominöse Olympia-Förderverein, der von den Ex-ÖOC-Granden Wallner und Jungwirth geführt wird, sein Konto (7.638.224) bei der Raiffeisenlandesbank Wien. 350.000 Euro fließen auf das Konto der Erwin Roth d.o.o. in Kroatien. Von der Roth d.o.o. wiederum gehen die 290.000 Euro an Walter Mayer. Dort langt die Summe am 14. Februar 2007 ein.

Eine pikante Geschichte: Am 13. Februar, also einen Tag vor dem Geldregen, sollte die erste Verhandlung stattfinden. Sollte. Mayer hatte die Klagen ja zurückgezogen. Wenig später kann der damalige Sport-Staatssekretär Lopatka im kleinen Kreis berichten: "Die Sache mit Mayer ist erledigt. Wir haben ihn bezahlt."

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen die ehemaligen Geschäftsführer der Bewerbung sowie Jungwirth und Roth eingeleitet.

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Olympische Bewegungen

Geldflüsse.

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Artikel vom 05.09.2009 17:13 | KURIER |



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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon majestix am Samstag 5. September 2009, 21:30

"Zu diesem Zweck wurden in der Bewerbungs-GmbH eigens zwei Rechnungskreisläufe eingerichtet, zwei Buchhaltungen also,....."

Eine hoch interessante Variante der doppelten Buchhaltung.

Kann mir jemand erklären, weshalb es neben dem ÖOC eine Bewerbungs - GmbH und einen privaten Förderverein mit den maßgeblichen ÖOC-Bonzen im Vereinsvorstand gegeben hat?
Wenn die Bewerbung Salzburgs von nationalem Interesse gewesen ist (wofür die Szbventionen sprechen), wäre es besser und sinnvoller gewesen, die Regierung hätte die Interessen vertreten, wie Rußland, wo allein W. Putin erfolgreich war.


Wenn die dubiosen Beratungshonorare Zuwendungen an korrupte IOC- Funktionäre gewesen sein sollten, stellen sich einige Fragen:

Wie lange geht das schon so, daß stimmberechtigte IOC-Funktionäre für die Bewerbung stimmen, von der das meiste Schmiergeld kommt?

Welche Summen hat dann L. Wallner als stimmberechtigter ÖOC-Präsident während der 19 Jahre angeboten bekommen, und vielleicht auch eingestreift?

Wieviel davon haben Jungwirth und Forsthuber bekommen?

Welche Rolle spielt Herr Roth?

Wofür hat die Bewerbungs - GmbH an den Förderverein € 580.000 überwiesen?
Als Förderung des Förderungsvereines, der über ein Gesamtbudget von € 2,620.000 verfügte, wobei unbekannt ist, woher das Geld kam?


In diesem Saustall namens IOC gehört einmal gründlich ausgemistet.
Funktionäre lassen sich selbst mit Geld dopen, und ziehen gegen Doping in´s Feld. Sehr witzig.

Meiner Meinung nach sollte sich das IOC und alle nationalen OCs ehebaldigst selbst auflösen - die hehre olympische Idee gab es nie, nicht einmal in der Antike. Gerade damals waren olympische Kämpfe Machtdemonstrationen der griechischen Stadtstaaten.

Und heute geht es nur mehr um viel Geld, das überwiegend von VISA, Coca Cola und diversen Fernsehsendern kommt.

Wenn aber kein Fernsehsender mehr für Übertragungsrechte löhnen will oder kann, springen auch VISA und Coca Cola ab. Und das IOC kann zusperren.
Der ORF geht lobenswerter Weise mit gutem Beispiel voran und verzichtet lieber auf Sportübertragungen, als sich von Sportorganisationen ausnehmen zu lassen.
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon majestix am Samstag 5. September 2009, 21:37

OHB hat geschrieben:

HOFFENTLICH WERDEN ALLE BETEILIGTEN EINGESPERRT 8)



Wallner wird nie in Untersuchungshaft kommen, Jungwirth und Forsthuber auch nicht. Ganz im Gegensatz zu Elsner.
Warum wohl?
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon OHB am Samstag 5. September 2009, 22:04

majestix hat geschrieben:
OHB hat geschrieben:

HOFFENTLICH WERDEN ALLE BETEILIGTEN EINGESPERRT 8)



Wallner wird nie in Untersuchungshaft kommen, Jungwirth und Forsthuber auch nicht. Ganz im Gegensatz zu Elsner.
Warum wohl?


die richten leit zur richtigen zeit helfer werdens verhindern weils sonst eventuell selbst dran sind 8)
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Re: Beim ÖOC....

Beitragvon majestix am Sonntag 6. September 2009, 00:18

OHB hat geschrieben:
majestix hat geschrieben:
OHB hat geschrieben:

HOFFENTLICH WERDEN ALLE BETEILIGTEN EINGESPERRT 8)



Wallner wird nie in Untersuchungshaft kommen, Jungwirth und Forsthuber auch nicht. Ganz im Gegensatz zu Elsner.
Warum wohl?


die richten leit zur richtigen zeit helfer werdens verhindern weils sonst eventuell selbst dran sind 8)


Lopatka oder Schaden (Nomen est Omen) ?

Darabos hat in meiner Beurteilung gewaltig an Profil und Selbstbewußtsein zugelegt, in der gestrigen ZIB war er für mich auch rhetorisch nicht wiederzuerkennen. Der Mann ist lernfähig und -willig, das gefällt mir. Auch wenn er der falschen Baddei abgehört.
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