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von OHB am Dienstag 16. August 2011, 12:36
Der britische Regierungschef David Cameron hat gestern ausgerechnet vor jungen Menschen in einem Jugendzentrum in Oxfordshire eine erstaunliche Rede über die plötzlich ausgebrochenen Unruhen in London und anderen Städten gehalten. Wirklich erwartet hat wohl niemand aufgrund der bisherigen Äußerungen, dass der konservative Regierungschef einen (selbst)kritischen Blick auf die Politik und die möglichen Ursachen der Gewalt richten wird (Das Leben von 120.000 Problemfamilien umkrempeln). Die extreme Einseitigkeit, letztlich jenseits aller gesellschaftlichen Verhältnisse die Schuld alleine bei egoistischen Menschen ohne Moral und ohne Verantwortung zu verorten, muss dennoch Erstaunen über die Realitätsverleugnung hervorrufen - gerade auch, weil Cameron beansprucht, für Alle zu sprechen ("There is no 'them' and 'us' - there is us."). Die Rede macht im Extrem das Weltbild der Konservativen deutlich, die glauben, durch "Moral" die Einheit der Gesellschaft und die Privilegien der Wohlhabenden sichern zu können......................................... http://www.heise.de/tp/artikel/35/35306/1.htmllesenswert
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von OHB am Dienstag 16. August 2011, 17:43
Ausschreitungen: London erwägt Ausgangssperre
Großbritanniens Innenministerin Theresa May will im Streit über die richtige Strategie gegen Bandenkriminalität jetzt auch Ausgangssperren ermöglichen. Dabei ist auch eine Art Hausarrest für Jugendliche im Alter unter 16 Jahren im Gespräch.
Im Innenministerium werde diskutiert, wie der Polizei entsprechende Werkzeuge an die Hand gegeben werden könnten, sagte May in London. Dafür bedürfe es aber einer Gesetzesänderung. „Bisher keine Möglichkeit“
„Unter dem bisher geltenden Gesetz gibt es keine Möglichkeit, eine generelle Ausgangssperre in einer bestimmten Gegend zu verhängen“, sagte sie. Auch die Handhabe gegen Jugendliche unter 16 Jahren sei bisher begrenzt. „Das sind die Änderungen, über die wir reden müssen“, sagte die Ministerin.
May will jedoch an den Plänen der Regierung festhalten, die Ausgaben für die Polizei in den kommenden vier Jahren um 20 Prozent zu kürzen. Es sei weniger entscheidend, wie viele Polizisten zur Verfügung stünden. Polizei: „Schlag ins Gesicht“
Der Chef der Polizeigewerkschaft Police Federation, Paul McKeever, bezeichnete die Rede der Ministerin als „Schlag in Gesicht“ für die Polizei. „Ich habe schon vergangenes Jahr Unruhen und kriminelles Verhalten vorhergesagt, aber die Regierung hat mir nicht zugehört“, sagte McKeever.
© orf
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von f.art reloaded am Dienstag 16. August 2011, 22:44
Empfehle den Kapitalfaschisten in der Downsize Street, das Kriegsrecht einzuführen, eine effiziente Stapo (inkl. Inofffizielle Mitarbeiter) aufzubauen und Kids von 12 - 22 zu internieren (Erziehungslager). Wirft zwar die Insulaner in's 19. Jahrhundert zurück, macht sich aber gut bei der herrschenden (Banken)Klasse. ... und Schwups, wird ein "Betriebsunfall" zum Grund, eine antidemokratische Gesellschaft zu entwickeln. Woran erinnert mich das Vorgehen... ? 
Der alte Indianer sitzt am Fluss und wartet, bis die Leichen seiner Feinde vorübertreiben… Das Aufdecken von Kriegsverbrechen ist kein Verbrechen: Free Bradley Manning
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von f.art reloaded am Freitag 19. August 2011, 09:47
Du weisst, du bist auf dem richtigen Weg, wenn dich China für die Internetzensur lobt. → ZeroPaid
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von f.art reloaded am Freitag 19. August 2011, 11:30
Götterdämmerung Das grosse AufräumenDas Überraschende an den Krawallen in den englischen Problemvierteln war, dass sie so lange auf sich warten liessenNach den Ausschreitungen in England hat der Streit um die Deutungshoheit begonnen. Dabei gibt es viele von zu wenigen Fakten gestützte Meinungen. Die Exegeten tappen im Dunkeln – und eine von der Regierung eingeleitete Untersuchung sieht nur eine Seite der Problematik.Zuerst herrschten Aufregung, Bestürzung, Wut: Als die Krawalle noch durch London und andere Städte tobten, war die englische Öffentlichkeit wenig geneigt, nach Ursachen zu suchen, Hintergründe auszuleuchten, verstehen zu wollen. Von der Herrschaft des Mobs war die Rede, und markige Töne wurden aus den Reihen der Spitzenpolitiker laut, die nach Tagen endlich – verfrüht – aus den Sommerferien zurückgekehrt waren. Inzwischen sind die Scherben zusammengekehrt, die Verletzten behandelt, die Toten beerdigt, die Schäden besichtigt und geschätzt und die vorhersehbaren politischen Positionen wieder eingenommen. Die geistige Aufarbeitung des Sturms hat begonnen. Auch hier bietet sich ein disparates Bild. weiter → NZZ
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von OHB am Freitag 19. August 2011, 11:52
f.art reloaded hat geschrieben:Götterdämmerung Das grosse AufräumenDas Überraschende an den Krawallen in den englischen Problemvierteln war, dass sie so lange auf sich warten liessenNach den Ausschreitungen in England hat der Streit um die Deutungshoheit begonnen. Dabei gibt es viele von zu wenigen Fakten gestützte Meinungen. Die Exegeten tappen im Dunkeln – und eine von der Regierung eingeleitete Untersuchung sieht nur eine Seite der Problematik.Zuerst herrschten Aufregung, Bestürzung, Wut: Als die Krawalle noch durch London und andere Städte tobten, war die englische Öffentlichkeit wenig geneigt, nach Ursachen zu suchen, Hintergründe auszuleuchten, verstehen zu wollen. Von der Herrschaft des Mobs war die Rede, und markige Töne wurden aus den Reihen der Spitzenpolitiker laut, die nach Tagen endlich – verfrüht – aus den Sommerferien zurückgekehrt waren. Inzwischen sind die Scherben zusammengekehrt, die Verletzten behandelt, die Toten beerdigt, die Schäden besichtigt und geschätzt und die vorhersehbaren politischen Positionen wieder eingenommen. Die geistige Aufarbeitung des Sturms hat begonnen. Auch hier bietet sich ein disparates Bild. weiter → NZZ
wenn die politiker mehr auf das hören würden was ihnen das gemässigte volk mitteilt es sich zu herzen nehmend in sich gehen würden würden sie schnell erkennen an was es krankt im lande nicht nur in engeland 
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von xenia am Sonntag 4. September 2011, 14:13
OT - aber deutliche parallelen : "Kurier" vom 04.09.2011 Ressort: Sonntag Seite: 22 Ausgabe: Wi,Abend Vor 100 Jahren: Im September 1911 kam es in Wien zu einer blutigen "Teuerungsrevolte", die mit den Unruhen in London vergleichbar ist Der Aufruhr der "kleinen Leute"Ein Facharbeiter verdiente vier Kronen pro Tag, die heute etwa 18 Euro entsprechen würden. Dass die letzten Jahre der k. u. k. Monarchie oft als gemütlich-beschauliche Epoche dargestellt werden, hat wenig mit der Realität zu tun. Zwar residierte der alte Kaiser immer noch in der Hofburg und Großbürgertum wie Künstler erlebten eine Blütezeit, doch der "kleine Mann" vegetierte am Rande des Existenzminimums, konnte sich und seine Familie kaum ernähren. Als im Frühherbst 1911 auch noch die Lebensmittelpreise explodierten, waren Arbeiter, Dienstboten und kleine Beamte am Ende ihrer Geduld angelangt, und es kam zu einem Aufruhr von nie dagewesener Brutalität, der Tote und Verletzte forderte. Anfangs friedlich Die Ereignisse des 17. September 1911 hatten ganz friedlich begonnen. Mehr als 100.000 Bewohner aus den Arbeiterbezirken marschierten in einer "Demonstration der Verzweiflung" zum Wiener Rathaus. Sozialdemokratische Politiker forderten in Ansprachen gerechte Entlohnung und Preisreduktionen und fanden bei den Sprechern des Kleinbürgertums vollen Rückhalt. Als sich aber gegen Mittag, nach dem offiziellen Ende der "Teuerungsrevolte", das Gerücht verbreitete, aus einem Fenster des Rathauses sei auf Demonstranten geschossen worden, eskalierte die Situation. Etliche der rund tausend noch verbliebenen Personen warfen Steine gegen den Amtssitz des Bürgermeisters und attackierten die Polizei. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich ein blutiger Kampf, den man in seiner Heftigkeit durchaus mit den Ausschreitungen vergleichen kann, wie sie sich vor wenigen Wochen in London, Birmingham und Manchester ereigneten. Die aufgebrachte Menge strömte plündernd durch die Bezirke Neubau und Josefstadt in Richtung Ottakring, wobei in manchen Straßenzügen kein Haus, kein Fenster, keine Laterne unversehrt blieb. Bald zeigte sich, dass die sechs bereitstehenden Bataillone der kaiserlichen Armee und die 2400 zum Teil berittenen Polizisten der Situation nicht Herr wurden. Plünderungen Das "Lumpenproletariat", so die Ausdrucksweise der Behörden, räumte Geschäftslokale aus, zündete Schulgebäude und Straßenbahnwaggons an, schleuderte Sessel und Bierkrüge aus Gasthaus-Gärten gegen die Wachmänner, warf Stöcke zwischen die Vorderbeine der Polizeipferde, die dadurch zu Fall kamen.Die Exekutive errichtete Barrikaden und ging zum ersten Mal seit der Revolution des Jahres 1848 gewaltsam gegen die Bevölkerung vor. Mit dramatischen Folgen: Drei Demonstranten und ein unbeteiligter Passant wurden erschossen oder durch Bajonett-Stiche getötet, 150 Randalierer und Polizisten zum Teil schwer verletzt, 488 Personen verhaftet. Der Sachschaden als Folge der Straßenschlachten betrug mehr als 200.000 Kronen (heute rund eine Million Euro). Die Täter Über die Täter vermerkt das Polizeiprotokoll, dass es sich "um halbwüchsige, den arbeitenden Klassen angehörige Burschen und Teile der Bezirksbevölkerung handelte, denen sich später der Mob beistellte". Die Führer der Sozialdemokratie - allen voran Viktor Adler, Otto Bauer und Karl Renner - zeigten Verständnis für die Wut der friedlichen Demonstranten, distanzierten sich aber von den gewalttätigen Randalierern. Es gab mehrere Gründe, die zu der exorbitanten Teuerung im Jahre 1911 geführt hatten. Einerseits war es durch längere Trockenperioden zu einer Missernte gekommen, andererseits hatte Ministerpräsident Paul Freiherr von Gautsch auf Drängen der Großbauern und Großgrundbesitzer eine Einfuhrsperre auf kostengünstigere Lebensmittel aus anderen Ländern verhängt bzw. den Import durch enorme Zölle verhindert. Hungernde Kinder Die Preise schossen dermaßen in die Höhe, dass die Menschen nicht mehr wussten, wie sie ihre Kinder ernähren sollten. Der Mehlpreis hatte sich verdoppelt, Fleisch war ohnehin unerschwinglich, selbst Reis, Kartoffeln und Gemüse kaum noch leistbar. Nicht genug damit, herrschte eine enorme Wohnungsnot, wodurch die Mieten gerade der Substandardwohnungen permanent stiegen und immer mehr Familien ihr Dach über dem Kopf verloren oder in winzigen "Löchern" hausten. Nicht wenige Soldaten, die bei den Straßenkämpfen am 17. September 1911 im Einsatz waren, sympathisierten mit den Demonstranten und schossen - gegen den ausdrücklichen Befehl ihrer Vorgesetzten - über die Köpfe der Menge hinweg; andernfalls hätte es wesentlich mehr Tote gegeben. Die Unruhen endeten gegen 23.45 Uhr, setzten sich aber an den folgenden Tagen fort, sodass über Ottakring der Ausnahmezustand verhängt wurde.Selbstmord 283 Demonstranten der "Teuerungsrevolte" wurden vor Gericht gestellt, 172 zu Haftstrafen verurteilt, ein 44-jähriger Arbeiter aus Ottakring verübte, aus Angst davor, ins Gefängnis zu müssen, während des Prozesses Selbstmord. Die Hoffnung der Arbeiterschaft auf ein besseres Leben wurde auch nach den blutigen Unruhen nicht erfüllt. Die Löhne blieben niedrig, die Preise stiegen. Doch das Elend der Massen, das sich an jenem 17. September 1911 auf so dramatische Weise manifestiert hatte, war neben Nationalitätenkonflikten und den Grauen des Ersten Weltkriegs ein weiterer Grund, der zum Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie führte. georg.markus Copyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2011 "Kurier" vom 04.09.2011 Ressort: Sonntag Seite: 22 Ausgabe: Wi,Abend Wien, 1911: Inflation, Löhne und PreiseDie Inflation Offiziell betrug die Inflation des Jahres 1911 laut "Statistik Austria" 4,3 Prozent, doch die Preise der Grundnahrungsmittel stiegen um ein Vielfaches, der Mehlpreis verdoppelte sich sogar. Der große Unterschied zu heute: Es gab damals keine gesetzlich geregelte Anpassung der Löhne und Gehälter. Die Löhne Ein männlicher Facharbeiter verdiente im Jahre 1911 vier Kronen pro Tag (= ca. 18 Euro), eine Weißnäherin 12 Kronen in der Woche, ein Volksschullehrer 130 Kronen im Monat. Die Preise 1 kg Rindfleisch kostete 1,80 Kronen, 1 kg Mehl 0,40 Kronen, 1 kg Schmalz 2 Kronen, 1 Liter Milch 0,30 Kronen, ein Paar Würstel in einem Vorstadtgasthaus 0,10 Kronen, ein Wiener Schnitzel 0,60 Kronen. Weitere Informationen: http://www.archiv.wien.atCopyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2011.
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Albert Einstein 
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xenia
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von smART am Sonntag 4. September 2011, 21:37
xenia hat geschrieben:OT - aber deutliche parallelen : "Kurier" vom 04.09.2011 Ressort: Sonntag Seite: 22 Ausgabe: Wi,Abend Vor 100 Jahren: Im September 1911 kam es in Wien zu einer blutigen "Teuerungsrevolte", die mit den Unruhen in London vergleichbar ist Der Aufruhr der "kleinen Leute"Ein Facharbeiter verdiente vier Kronen pro Tag, die heute etwa 18 Euro entsprechen würden. Dass die letzten Jahre der k. u. k. Monarchie oft als gemütlich-beschauliche Epoche dargestellt werden, hat wenig mit der Realität zu tun. Zwar residierte der alte Kaiser immer noch in der Hofburg und Großbürgertum wie Künstler erlebten eine Blütezeit, doch der "kleine Mann" vegetierte am Rande des Existenzminimums, konnte sich und seine Familie kaum ernähren. Als im Frühherbst 1911 auch noch die Lebensmittelpreise explodierten, waren Arbeiter, Dienstboten und kleine Beamte am Ende ihrer Geduld angelangt, und es kam zu einem Aufruhr von nie dagewesener Brutalität, der Tote und Verletzte forderte. Anfangs friedlich Die Ereignisse des 17. September 1911 hatten ganz friedlich begonnen. Mehr als 100.000 Bewohner aus den Arbeiterbezirken marschierten in einer "Demonstration der Verzweiflung" zum Wiener Rathaus. Sozialdemokratische Politiker forderten in Ansprachen gerechte Entlohnung und Preisreduktionen und fanden bei den Sprechern des Kleinbürgertums vollen Rückhalt. Als sich aber gegen Mittag, nach dem offiziellen Ende der "Teuerungsrevolte", das Gerücht verbreitete, aus einem Fenster des Rathauses sei auf Demonstranten geschossen worden, eskalierte die Situation. Etliche der rund tausend noch verbliebenen Personen warfen Steine gegen den Amtssitz des Bürgermeisters und attackierten die Polizei. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich ein blutiger Kampf, den man in seiner Heftigkeit durchaus mit den Ausschreitungen vergleichen kann, wie sie sich vor wenigen Wochen in London, Birmingham und Manchester ereigneten. Die aufgebrachte Menge strömte plündernd durch die Bezirke Neubau und Josefstadt in Richtung Ottakring, wobei in manchen Straßenzügen kein Haus, kein Fenster, keine Laterne unversehrt blieb. Bald zeigte sich, dass die sechs bereitstehenden Bataillone der kaiserlichen Armee und die 2400 zum Teil berittenen Polizisten der Situation nicht Herr wurden. Plünderungen Das "Lumpenproletariat", so die Ausdrucksweise der Behörden, räumte Geschäftslokale aus, zündete Schulgebäude und Straßenbahnwaggons an, schleuderte Sessel und Bierkrüge aus Gasthaus-Gärten gegen die Wachmänner, warf Stöcke zwischen die Vorderbeine der Polizeipferde, die dadurch zu Fall kamen.Die Exekutive errichtete Barrikaden und ging zum ersten Mal seit der Revolution des Jahres 1848 gewaltsam gegen die Bevölkerung vor. Mit dramatischen Folgen: Drei Demonstranten und ein unbeteiligter Passant wurden erschossen oder durch Bajonett-Stiche getötet, 150 Randalierer und Polizisten zum Teil schwer verletzt, 488 Personen verhaftet. Der Sachschaden als Folge der Straßenschlachten betrug mehr als 200.000 Kronen (heute rund eine Million Euro). Die Täter Über die Täter vermerkt das Polizeiprotokoll, dass es sich "um halbwüchsige, den arbeitenden Klassen angehörige Burschen und Teile der Bezirksbevölkerung handelte, denen sich später der Mob beistellte". Die Führer der Sozialdemokratie - allen voran Viktor Adler, Otto Bauer und Karl Renner - zeigten Verständnis für die Wut der friedlichen Demonstranten, distanzierten sich aber von den gewalttätigen Randalierern. Es gab mehrere Gründe, die zu der exorbitanten Teuerung im Jahre 1911 geführt hatten. Einerseits war es durch längere Trockenperioden zu einer Missernte gekommen, andererseits hatte Ministerpräsident Paul Freiherr von Gautsch auf Drängen der Großbauern und Großgrundbesitzer eine Einfuhrsperre auf kostengünstigere Lebensmittel aus anderen Ländern verhängt bzw. den Import durch enorme Zölle verhindert. Hungernde Kinder Die Preise schossen dermaßen in die Höhe, dass die Menschen nicht mehr wussten, wie sie ihre Kinder ernähren sollten. Der Mehlpreis hatte sich verdoppelt, Fleisch war ohnehin unerschwinglich, selbst Reis, Kartoffeln und Gemüse kaum noch leistbar. Nicht genug damit, herrschte eine enorme Wohnungsnot, wodurch die Mieten gerade der Substandardwohnungen permanent stiegen und immer mehr Familien ihr Dach über dem Kopf verloren oder in winzigen "Löchern" hausten. Nicht wenige Soldaten, die bei den Straßenkämpfen am 17. September 1911 im Einsatz waren, sympathisierten mit den Demonstranten und schossen - gegen den ausdrücklichen Befehl ihrer Vorgesetzten - über die Köpfe der Menge hinweg; andernfalls hätte es wesentlich mehr Tote gegeben. Die Unruhen endeten gegen 23.45 Uhr, setzten sich aber an den folgenden Tagen fort, sodass über Ottakring der Ausnahmezustand verhängt wurde.Selbstmord 283 Demonstranten der "Teuerungsrevolte" wurden vor Gericht gestellt, 172 zu Haftstrafen verurteilt, ein 44-jähriger Arbeiter aus Ottakring verübte, aus Angst davor, ins Gefängnis zu müssen, während des Prozesses Selbstmord. Die Hoffnung der Arbeiterschaft auf ein besseres Leben wurde auch nach den blutigen Unruhen nicht erfüllt. Die Löhne blieben niedrig, die Preise stiegen. Doch das Elend der Massen, das sich an jenem 17. September 1911 auf so dramatische Weise manifestiert hatte, war neben Nationalitätenkonflikten und den Grauen des Ersten Weltkriegs ein weiterer Grund, der zum Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie führte. georg.markus Copyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2011 "Kurier" vom 04.09.2011 Ressort: Sonntag Seite: 22 Ausgabe: Wi,Abend Wien, 1911: Inflation, Löhne und PreiseDie Inflation Offiziell betrug die Inflation des Jahres 1911 laut "Statistik Austria" 4,3 Prozent, doch die Preise der Grundnahrungsmittel stiegen um ein Vielfaches, der Mehlpreis verdoppelte sich sogar. Der große Unterschied zu heute: Es gab damals keine gesetzlich geregelte Anpassung der Löhne und Gehälter. Die Löhne Ein männlicher Facharbeiter verdiente im Jahre 1911 vier Kronen pro Tag (= ca. 18 Euro), eine Weißnäherin 12 Kronen in der Woche, ein Volksschullehrer 130 Kronen im Monat. Die Preise 1 kg Rindfleisch kostete 1,80 Kronen, 1 kg Mehl 0,40 Kronen, 1 kg Schmalz 2 Kronen, 1 Liter Milch 0,30 Kronen, ein Paar Würstel in einem Vorstadtgasthaus 0,10 Kronen, ein Wiener Schnitzel 0,60 Kronen. Weitere Informationen: http://www.archiv.wien.atCopyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2011.
..............Großbürgertum wie Künstler  erlebten eine Blütezeit, ................ Ich brauche das doch wirklich nicht zu kommentieren?
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